Die Ansichten eines Lausbuas

Der Theaterverein Absam bekommt viel Applaus für seinen "Lausbua".
  • Der Theaterverein Absam bekommt viel Applaus für seinen "Lausbua".
  • Foto: Theaterverein Absam
  • hochgeladen von Stefan Fügenschuh

ABSAM. Schon der Einstand im Veranstaltungszentrum KiWi beginnt volksfestartig mit einer alpinen 2-Mann-Combo, und das Stück erhält einen charmanten Begrüßungsvorspann mit zwei kleinen „Lausbuam“.
Spielleiter Hannes Ellmerer (Assistenz Petra Pertinger) hat die viel gespielte dreiaktige Komödie aus der Feder Hans Dengels bearbeitet und lässt die fünf Herren & drei Damen des Laienensembles in geschmeidigem Tempo die vielen Szenen abarbeiten, setzt punktgenau die flotten Sager, was zu häufigem Szenenapplaus geradezu verleitet.
Zum Stück: Der verwitwete Bauer Pepi lebt mit Tochter und zwei Söhnen, dem Vetter, einer älteren Magd und der jungen, feschen Haushälterin Lisi am Hof, wobei sich fast alle in die Lisi verlieben und sich in der Folge mit allerlei Tricks um sie bewerben. Das kann nicht gut gehen, Leidenschaft, Eifersucht und Intrigen provozieren Verwechslungen und Enttäuschungen. Gibt’s dennoch ein happy end?
Thomas Elsenbruch gibt mit großer Authenzität und souverän den Altbauer Pepi, Simon Angerer gerät gefällig, aber farbloser als Sohn Andreas, Nicola Kirchmair kann mit spürbarer Spielfreude die Figur der Tochter Hanni umsetzen, Dominik Tilg gelingt in seiner Debütrolle schon ganz passabel der Holzhändler Bertl, Markus Mailänder („einer verdient immer“) setzt den schlitzohrigen Vetter Toni überzeugend und vielschichtig um, Monika Haas brilliert mit komödiantischer Kraft als alternde, liebestolle Magd Zenz, Julia Tratter gefällt durchgehend als hübsche und natürlich agierende, heftig umworbene Lisi, Luisl Ebster verführt mit seinem frechen Mundwerk das Publikum, das ihn ohne Zweifel zum Publikumsliebling krönt: Er ist ja der „Lausbua“, der Erfahrungen sucht - und seien sie unterm Bett!
Auch wenn das Stück doch ein eher rückwärts gewandtes ist, das noch die hierarchischen Verhältnisse des damaligen Bauernstandes transportiert, kann man doch alles nachvollziehen und trotz oder gerade wegen aller löwingerhaften Derbheiten herzlich lachen. Eine gelungene Aufführung, die Beachtung und Lob verdient und jedem Freund ungezwungener Unterhaltung wärmstens zu empfehlen ist.

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