Die Not endet oft am Bahnhof

„14.244 Mahlzeiten wurden 2009 kostenlos in der Wolfgangstube an Bedürftige ausgegeben“, erklärt die Leiterin des Caritas-Bahnhofsozialdienstes, Gertraud Gscheidlinger.
  • „14.244 Mahlzeiten wurden 2009 kostenlos in der Wolfgangstube an Bedürftige ausgegeben“, erklärt die Leiterin des Caritas-Bahnhofsozialdienstes, Gertraud Gscheidlinger.
  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

Mehr den je wird der von der Caritas betriebene Bahnhofssozialdienst (BSD) gebraucht. Diese Einrichtung wird nächstes Jahr 100 Jahre alt, ist 365 Tage im Jahr geöffnet und ist oft die erste Anlaufstelle von Gestrandeten.
Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt, trotzdem werden soziale Einrichtungen immer öfter und dringender gebraucht. So auch Alfred F. Mit 57 Jahren hat auch er erfahren müssen, was es heißt, nichts mehr zu haben. Als selbständiger Gewerbetreibender fehlte es ihm an nichts, irgendwann aber gingen die Aufträge zurück, Ehekrise, Schulden, Konkurs. Gesundheitliche Probleme blieben nicht aus, es folgte die Delogierung, über Nacht stand er auf der Straße. Im Bahnhofssozialdienst erfuhr er Hilfe, Beratung, es folgten regelmäßige Besuche, er konnte sich langsam wieder aufrappeln und wieder eine eigene Wohnung beziehen. „Alfred ist ein aktuelles Beispiel aus unserer Arbeit am Bahnhof. Und gerade solche Geschichten motivieren uns und zeigen auch, dass man mit Spenden kleine Wunder bewirken kann“, gibt BSD-Leiterin Gertraud Gscheidlinger Einblick in den Arbeitsalltag.

Essen in der Wolfgangstube
2008 wurde dann in Zusammenarbeit mit den Kapuzinern und der Vinzenzgemeinschaft die „Wolfgangstube“ installiert, Bedürftige können hier eine warme Mahlzeit oder ein Frühstück bekommen. „Allein 2009 wurden 14.244 Mahlzeiten ausgegeben, rund 70-80 Leute kommen täglich und nehmen das Essensangebot dankend an“, sagt Gscheidlinger. Für Caritas-Direktor Georg Schärmer durchaus eine Erscheinung der Zeit. „Es kommen nicht nur Obdachlose, vermehrt werden Mindestrentner verköstigt. Denn es ist eine durchaus reale Entscheidung, ob jemand zu Hause hungert oder das Geld für Heizmaterial ausgibt“, erklärt Schärmer. Beides gehe sich nicht immer aus.
Doch die Beratung steht im Vordergrund des Bahnhofssozialdienstes. „Unser Ziel ist es, die Menschen wieder zur Selbstständigkeit zu befähigen“, sieht Gscheidlinger darin die beste Möglichkeit, die Armut und Isolation wieder in der Griff zu bekommen.

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