Reportage: Prantner Rodel
Eine Rodel für "Arnie"

Stefan Prantner arbeitet noch mit Maschinen, die seinem Großvater gehörten. Er ist einer der wenigen Rodelbauer in Tirol und merkt: Das Interesse für qualitative Rodeln wird immer größer.
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  • Stefan Prantner arbeitet noch mit Maschinen, die seinem Großvater gehörten. Er ist einer der wenigen Rodelbauer in Tirol und merkt: Das Interesse für qualitative Rodeln wird immer größer.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Rodelbauer in 5. Generation in Absam: Stefan Prantner baut über 200 Rodeln im Jahr.

ABSAM. Stefan Prantner hat einen kurzen Arbeitsweg. Er kommt aus einer Tür raus, geht ein paar Schritte über den Hof und geht bei der anderen Tür wieder rein. Schon ist er in seiner Werkstatt, in welcher er in 5. Generation die Prantner-Rodeln herstellt. Vor 160 Jahren gründete sein Vorfahre Andrä Prantner den Wagenbetrieb in Absam, wo neben Pferdewägen große Schlitten und kleine Rodeln gefertigt wurden. Josef Prantner Senior, Stefans Großvater, leistete hingegen Pionierarbeit im Rodelbau. Gemeinsam mit den Brüdern Anton und Albert Weissnicht entwickelten sie Rennrodeln aller Art, die den Sport revolutionierten. In einem Ordner hütet Stefan Prantner die alten Unterlagen. Darauf sind gezeichnete Bilder der verschiedenen Rodelarten zu sehen, aber auch Tipps zur richtigen Haltung beim Rodeln.

Holz aus Niederösterreich

Stefan Prantner stellt heute drei Arten von Rodeln her: Familienrodeln (diese sind höher gebaut), Tourenrodeln und Sportrodeln. Letztere sind für ihn die meiste Arbeit. Sie haben spezielle Schienen und die Hörner werden anders verarbeitet. Am wichtigsten ist aber, erklärt er beim BEZIRKSBLÄTTER-Besuch, dass die Rodel lenkbar und beweglich bleibt und nichts fix verleimt ist. Das Eschenholz – "es ist zäh und elastisch" – bezieht er aus Niederösterreich. Seine Arbeit geht über das ganze Jahr. Im Frühling werden die Hörner dampfgebogen. Dabei bleibt das Holz eine Stunde lang im Wasserdampf und wird danach gebogen. Zum Trocknen an der frischen Luft braucht es ein halbes Jahr, sonst kann es bei der Verarbeitung brechen. Insgesamt besteht eine Rodel aus 14 Teilen, die zusammengefügt werden. Wenn mal was am Gerät kaputt geht, ist auch noch nichts geschehen, schließlich macht Stefan Prantner auch Servicearbeiten.

Rodeln ab 200 Euro

Besonders stolz ist Prantner nicht nur auf die lange Tradition und die gute Qualität seiner Rodeln, sondern auch darauf, dass er einmal für den weltberühmten Steirer – Arnold Schwarzenegger – eine Rodel gebaut hat. "Leider weiß ich gar nicht, ob er jemals damit gefahren ist", sagt Prantner schmunzelnd. Seine Rodeln gibt es nur auf der Webseite oder direkt in der Stainerstraße 16 in Absam zu kaufen. Der Preis beginnt bei 200 Euro und am teuersten sind die Rennrodeln mit 400 Euro. Einzelstücke und Individualwünsche sind für ihn kein Problem. Auch sein Vater hilft ab und an im Geschäft mit und seine Mutter bespannt die Sitze. Selbst zum Rodeln kommt Prantner aber kaum, schließlich sei sein Hauptgeschäft im Winter. Da kommt es schonmal vor, dass er 12 Stunden am Stück in der Werkstatt bohrt, hobelt und leimt. Für heuer ist Prantner ausverkauft. Das Material für die nächsten Rodeln steht aber schon bereit.

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