Rotes Kreuz
Eine Woche im stationären Screeningzentrum

Gut geschützt macht Rettungssanitäter Marcel Dienst im Screeningzentrum
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  • Gut geschützt macht Rettungssanitäter Marcel Dienst im Screeningzentrum
  • Foto: Rotes Kreuz Tirol/ Widmann
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Marcel ist Sanitäter beim Roten Kreuz in Hall in Tirol. Doch jetzt, in der Krise, leistet er seine Dienste im stationären Screeningzentrum in Innsbruck.

HALL. Täglich um Punkt 8 Uhr tretet Sanitäter Marcel seinen Dienst bei den Zeltplanen des Screeningzentrums am Baggersee an. Um diese Zeit warten schon einige PatientInnen und reihen sich mit ihren Autos in die Warteschlange. Der Dienst für Rettungssanitäter Marcel beginnt. Gemeinsam mit einer Ärztin, einer diplomierten Gesundheitskrankenschwester, und anderen Blaulichtorganisationen ist er für die Betreuung des Screeningzentrums des Rettungsdienstes Tirol am Baggersee verantwortlich.

Vorgegebener Ablauf

„Als das Screeningzentrum in Betrieb ging wurde ich von meinem Dienstgeber, dem Roten Kreuz Hall in Tirol, gefragt, ob ich hier mitarbeiten will. Ich habe nicht lange überlegen müssen. Für mich war klar, das mache ich“, sagt Marcel. Und so begann sein Dienst. Die Abläufe sind standardisiert und folgen höchsten Sicherheitsansprüchen. In das Screeningzentrum kommen ausschließlich Menschen, die sich vorher bei der Gesundheitshotline 1450 gemeldet haben und von dort eine Zuweisung zum Screening erhalten haben. Ohne Zuweisung – in Form eines SMS-Codes – ist ein Zutritt zum Screeningzentrum ausgeschlossen. Diese Zuweisung wird auch penibel vom Sicherheitspersonal vor Ort kontrolliert. Dieses schickt auch etwaige Schaulustige weg, die es vor allem anfänglich gab, sagt Marcel. „Jetzt läuft es aber sehr ruhig und geordnet hier ab“.

Jeder Handgriff sitzt

Die als Verdachtsfälle eingestuften Personen kommen mit dem Auto. Zunächst wird ihre Zuweisung kontrolliert, dann erhalten sie eine Schutzmaske. Diese bekommen sie von den Kräften der Feuerwehr oder von Marcel, der auch die Daten nochmals abgleicht. Dann bereitet er das Abstrichröhrchen für die Probenahme vor, während der Arzt bzw. das diplomierte Personal zwischenzeitlich die Patienten über den Ablauf aufklärt. Der Patient schiebt die Maske erst dann hoch, wenn der Abstrich genommen wird. Nach dem Abstrich bedeckt er sofort wieder Mund und Nase und fährt wieder los. Über das Testergebnis werden die Patienten von der Behörde informiert. Marcel beobachtet schon, dass die Patienten ängstlich sind. Sie machen sich eben Sorgen, sagt er und versteht das. Aber die Patienten sind auch sehr dankbar. „Ein ‚Danke‘ kommt eigentlich immer“, freut sich Marcel, dass seine Arbeit so anerkannt wird. Insgesamt steigt in den letzten Tagen die Zahl der Abstriche. Waren es anfänglich um die 60, einige Tage später um die 80 so sind es jetzt schon nahezu 200. Das Screeningzentrum ist sieben Tage in der Woche, jeweils von 8-20 Uhr in Betrieb. „Wir haben zwei Schichten, um 16 Uhr ist Schichtwechsel“, erklärt Marcel den Ablauf.

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Anspruchsvolles arbeiten

Das Team im Screeningzentrum ist in einem Höchstmaß geschützt. Jeder hier trägt Maske, das Personal, das die Proben nimmt, einen Schutzoverall und Marcel über seiner Rotkreuz-Kleidung eine Schutzschürze. Und natürlich eine Schutzbrille. „In den letzten Tagen war es schon sehr warm, sagt Marcel mit einem leicht wehmütigen Blick in Richtung Baggersee. Da wird es unter der Schutzkleidung sehr warm, richtig heiß sogar. Wenn ich nach einigen Stunden die Brille abnehme, dann sehe ich sie noch eine Zeitlang als Abdruck auf meinen Wangen. Die Schutzausrüstung wird mehrmals am Tag gewechselt. Abnehmen können die Teams den Schutz nur, wenn sie auf Pause gehen oder entsprechend weit vom Screeningzentrum entfernt sind.

Wochenende in Sicht

Seit sechs Tagen ist Marcel nun durchgehend im Dienst, er übernimmt immer die erste Schicht. Langweilig ist es ihm nicht. „Es kann schon vorkommen, dass wir einige Stunden im Stück arbeiten. Gestern gab es Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Dann können wir auch eine zweite Spur in Betrieb nehmen und die Belastungsspitzen so gut abfedern“. Zwischendurch ist es aber auch wieder ruhiger, dann können wir uns zurückziehen, etwas essen und trinken und kurz Pause machen. Bis das nächste Auto vorfährt“. Der Rettungsdienst jetzt ist wirklich anders als sonst, aber für Marcel ist das so in Ordnung. Er hat sich rasch umstellen können. „Üblicherweise spreche ich viel mit meinen Patienten, aber jetzt darf ich kaum reden. Wenn der Patient die Schutzmaske für den Abstrich abnimmt, dann ist überhaupt Schweigen angesagt, erläutert Marcel. „Angst habe ich auch keine. Wir sind hier gut geschützt“, meint er. Ihm macht es Spass, in dieser Zeit helfen zu können. Nach sechs Tagen im Stück im Dienst sehnt er sich jetzt nach dem Wochenende. „Aber am Montag bin ich wieder ausgeruht und freu mich auf meine neue, vorübergehende Dienststelle am Baggersee“, sagt der junge Sanitäter vom Rettungsdienst Tirol.

Mehr dazu

https://www.meinbezirk.at/tag/rotes-kreuz-tirol

Gut geschützt macht Rettungssanitäter Marcel Dienst im Screeningzentrum
Im "normalen" Leben ist Marcel Rettungssanitäter beim Roten Kreuz in Hall. Jetzt, in der Coronakrise macht er Dienst im Screeningzentrum
Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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