Einjährige Leseaktion zum ersten Weltkrieg in Mils, Absam, Thaur und Rum

Bereits kurze Zeit nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wich die anfängliche Massenbegeisterung der ernüchternden Erkenntnis des ökonomischen Desasters: Die Industrie der Monarchie stand ohne Rohstoffe da. Abhilfe hoffte man mit dem Aufbau von Rohstoff-Sammelzentren zu schaffen. Im Zuge der vom k. u. k. Kriegsministerium inszenierten »patriotischen Kriegsmetallsammlung« wurden in der Monarchie Tausende von Kirchenglocken abgenommen, um sie in Kanonen umzuschmelzen. Auch Absam musste 1916 seine Bronzeglocken
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  • Bereits kurze Zeit nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wich die anfängliche Massenbegeisterung der ernüchternden Erkenntnis des ökonomischen Desasters: Die Industrie der Monarchie stand ohne Rohstoffe da. Abhilfe hoffte man mit dem Aufbau von Rohstoff-Sammelzentren zu schaffen. Im Zuge der vom k. u. k. Kriegsministerium inszenierten »patriotischen Kriegsmetallsammlung« wurden in der Monarchie Tausende von Kirchenglocken abgenommen, um sie in Kanonen umzuschmelzen. Auch Absam musste 1916 seine Bronzeglocken
  • Foto: GM Absam
  • hochgeladen von Stefan Fügenschuh

Ein Blick auf die Liste der im ersten Weltkrieg Gefallenen aus den vier Orten Mils, Absam, Thaur und Rum – über 150 Männer und Burschen – zeigt, dass dieser Krieg auch in kleinen Gemeinden Spuren hinterlassen hat. Niemand konnte sich dem Krieg entziehen, wer nicht kämpfte, musste für die Kriegswirtschaft arbeiten.
Die großen und kleinen Zusammenhänge dieses Krieges thematisieren insgesamt 24 Leseabende umfassende Veranstaltung in Mils, Thaur, Absam und Rum. Immer an einem Montag wird an wechselnden Orten – im Gasthaus, im Museum, im Gemeindeamt – aus einem Kapitel von Manfred Rauchseiners Buch "Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie" vorgelesen. Danach folgt eine Diskussion.
Die Aktion wird in den vier Gemeiden von Personen des öffentlichen Lebens organisiert. "Wenn man sich die Gefallenlisten über die Jahre ansieht, fällt einem auf, dass mit der Fortdauer des Krieges immer mehr 16- und 17-jährige gefallen sind. Diese Burschen wussten wahrscheinlich gar nicht, warum sie in den Krieg gezogen sind", merkt Thomas Kölli, Vizebgm. von Mils an. "Mit Beginn des Krieges setze sofort die Zensur ein, die Zeitungen betrieben Kriegshetze, jede Kritik wurde abgewürgt", weiß GR Joe Bertsch, Obmann des Vereins Chronos aus Thaur, der Zeitungen und Sitzungsprotokolle aus jener Zeit gelesen hat.
"Bei jeder Lesung wird ein Kapitel des Buches behandelt. Jeder Vortragende kann das gestalten, wie er will, auch wie sich die Diskussionen entwickeln, kann man vorher nicht sagen. Jeder Leseabend wird sicher ein ganz besonderes Erlebnis", verspricht Matthias Breit, Leiter des Absamer Gemeindemuseums.

Termine und Themen
Jänner bis Juni

Mils
Montag, 13. Jänner 20 h im Schallerhaus
Der Vorabend: Der Ballhausplatz und das Defizit an Krieg –
Das Pulverfass – Die Sozialisierung der Gewalt

Thaur
Montag, 27. Jänner 20 h im Gasthaus Stangl
Zwei Millionen Mann für den Krieg: Die »gesamte bewaffnete Macht« –
Zweibund und Dreibund – Präventivkrieg, ja oder nein?

Absam
Montag, 10. Februar 20 h im Gemeindemuseum
Blutige Sonntage: Das Attentat – Der Schock – Die Julikrise

Rum
Montag, 24. Februar 20 h in der Neuen Mittelschule
Die Entfesselung des Kriegs: Franz Joseph I. – Die Ruhe vor dem Sturm –
Das »Gefecht« bei Temes Kubin – Erlösung durch den Krieg – Der erste Schuss

Mils
Montag, 10. März 20 h im Schallerhaus
»Gott sei Dank, das ist der große Krieg !« : Aufmarsch nach Staffeln und Paketen –
Erzherzog »Fritzl« geht an die Front – Die Einleitungsfeldzüge

Thaur
Montag, 24. März 20 h im Gasthaus Stangl
Die Umstellung auf einen langen Krieg: Die Kriegswirtschaft beherrscht den Alltag –
Verwundete, Kranke und Tote – Das Hinterland wird zur Festung

Absam
Montag, 7. April 20 h im Gemeindemuseum
Das Ende der Euphorie: Die Festung am San – Fleet in being –
Im Schatten des Galgens – Belgrad und das Scheitern auf dem Balkan

Rum
Montag, 21. April 20 h in der Öffentlichen Biblithek St. Georg
Der erste Kriegswinter: Über die Kriegsziele – Der Tod in den Karpaten – Tarnów–Gorlice

Mils
Montag, 5. Mai 20 h im Schallerhaus
»Der König von Italien hat Mir den Krieg erklärt«:
»Sacro egoismo« – Der Londoner Vertrag – Das letzte Angebot

Thaur
Montag, 19. Mai 20 h im Gasthaus Stangl
Die dritte Front: Das Prävenire –
Am Isonzo und in den Sieben Gemeinde – Der Abnützungskrieg

Absam
Montag, 2. Juni 20 h im Gemeindemuseum
Fabriklicher Krieg und innere Front 1915: Soldatsein und Arbeitsleid –
Armeeoberkommando und Innenpolitik – Soldatenspielerei? – Der Versuch, Stürgkh zu stürzen

Rum
Montag, 16. Juni 20 h in der Neuen Mittelschule
Sommerschlacht und »Herbstsau«: Um den Vorrang der Kriegsschauplätze –
Die »schwarz-gelbe« Offensive – Die vierte Offensive gegen Serbien

Mils
Montag, 30. Juni 20 h im Schallerhaus
Kriegsziele und Mitteleuropa: Das Saloniki-Problem – Winterkrieg in Russland und
Montenegro – Die Mittelmächte und Mitteleuropa – Die Vision vom Siegfrieden

Autor:

Stefan Fügenschuh aus Hall-Rum

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