Initiative fordert
Erhalt des historischen Herrenhauses

Das Herrenhaus im Halltal ist ein wesentliches Zeugnis der Tiroler Salz- und Bergbaugeschichte.
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  • Das Herrenhaus im Halltal ist ein wesentliches Zeugnis der Tiroler Salz- und Bergbaugeschichte.
  • Foto: Verein Initiative "Rettet das Herrenhaus im Halltal"
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Soll das Herrenhaus erhalten werden?

ABSAM. Das Herrenhaus im Halltal, gelegen im Karwendelgebirge auf zirka 1.500 m Seehöhe, ist ein Stück Salz- und Bergbaugeschichte. Außerdem zählt das historische Gebäude zu einem der wichtigsten Industriedenkmäler Tirols – doch nun droht es zur Ruine zu verkommen.

Geschichte

Errichtet wurde das Haus um 1780. In den darauffolgenden Jahren wurde es mehrfach erweitert. Ursprünglich durfte das Herrenhaus nur von hohen Beamten bewohnt werden. Später, zur Zeit des Salzabbaus, hausten im Dachboden bis zu 180 Knappen unter prekärsten Bedingungen, bis der Bergbau um 1967 schließlich eingestellt wurde. Dreizehn Jahre darauf wurde das Gebäude im Jahr 1980 von Ekkehard Öfner erworben, durch ihn wurde das Herrenhaus im Halltal wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Knapp zwanzig Jahre später (1999), zerstörte eine Lawine das Haus – seither verfällt das historische Gebäude.

Durch einen Lawinenabgang im Jahre 1999 wurde das Gebäude stark beschädigt.
  • Durch einen Lawinenabgang im Jahre 1999 wurde das Gebäude stark beschädigt.
  • Foto: Verein Initiative "Rettet das Herrenhaus im Halltal"
  • hochgeladen von Viktoria Gstir

Initiative zur Rettung des Herrenhauses

Im März 2021 hat sich ein neuer Verein formiert, um den Verfall des bedeutenden Denkmals aufzuhalten. Die Initiative „Rettet das Herrenhaus" hat sich als Reaktion auf die Masterarbeit der Architektin Franziska Zahn gebildet, ihre Masterarbeit handelte von der Baugeschichte des historischen Komplexes.

„Die Planung der infrastrukturellen Anbindung (Energie, Wasser, Abwasser), die Absicherung des Gebäudes zu Vermeidung von Verhinderung der fortschreitenden Verfalls, sind die ersten Schritte des Vereins"

, erklärt Vereinsobmann Andreas Öfner. Außerdem sollen dringend notwendige Baumaßnahmen bis zum Vorliegen belastbarer Ergebnisse durch eine Bauaufnahme als Entscheidungsgrundlage für eine weitere Nutzung dienen, so Öfner. Ziel sei es auch das Gebäude wieder öffentlich zugänglich zu machen.

„Dort könnte ein Museum entstehen, oder beispielsweise ein Ausstellungsraum, es soll eine Teilhabe am historischen Gebäude ermöglicht werden."

Dazu brauche es aber eine statische Beurteilung, das sei die Nutzungsgrundlage. Weiters wird künftig der „Status Quo" des Herrenhauses evaluiert. Studierende des Bautechnik-Kollegs der „HTBLVA Ortweinschule Graz“ wirken bei dieser Bestandsaufnahme mit, ebenso ein Vermessungsbüro. Im Rahmen der Diplomarbeiten werden die Studierenden ausgewählte bautechnische Detailpunkte im Hinblick auf Statik und Sanierung im Sinne des Denkmalschutzes beleuchten.

Kooperation Universität Innsbruck

Außerdem sei geplant, dass Architekturstudierende der Uni Innsbruck im kommenden Wintersemester Ideen über mögliche diverse Nutzungskonzepte für das Gebäude ausarbeiten.  Über eine Sanierung und weitere Nutzung könne nämlich erst nach der Abklärung des notwendigen Lawinenschutzes sowie unter Einbindung des Bundesdenkmalamtes entschieden werden, sagt Öfner. Die Daten sollen bis Ende 2021, Anfang 2022 vorliegen. Das sei das Ziel. Erst dann können neue Entscheidungsträger eingebunden werden.

Architekturstudierende der Uni Innsbruck im kommenden Wintersemester Gedanken über mögliche diverse Nutzungskonzepte für das Gebäude ausarbeiten.
  • Architekturstudierende der Uni Innsbruck im kommenden Wintersemester Gedanken über mögliche diverse Nutzungskonzepte für das Gebäude ausarbeiten.
  • Foto: Verein Initiative "Rettet das Herrenhaus"
  • hochgeladen von Viktoria Gstir

Finanziell privat „kaum zu stemmen"

Eines stehe nämlich außer Frage, dass der Erhalt des Gebäudes für einen Privaten finanziell „kaum zu stemmen“ sei. Deshalb wünsche sich Öfner auch eine Sanierung unter Beteiligung der öffentlichen Hand. Eva Maria Posch, Bürgermeisterin der Stadt Hall schließt allerdings eine finanzielle Beteiligung aktuell aus: 

„Grundsätzlich ist das Engagement für die Herrenhäuser natürlich aus Sicht der Stadt zu begrüßen. Seitens der Stadt sehe ich da aber keine Veranlassung zur Mitgestaltung und Finanzierung. Die Stadt Hall hat seit Schließung der Saline 1967 darauf geachtet, dass die ehemaligen Salinengebäude im Stadtgebiet möglichst in den Besitz der Stadt und der Hall AG gelangen. So erfüllt die Stadt und die Hall AG die Wertschätzung des Salinenerbes und nutzt und erhält die Gebäude für Wohnungen, gewerbliche Betriebe, Vereine, für kulturelle Zwecke und erfüllt so die Hochhaltung des Gedenkens an unsere Salinengeschichte."

In diesem Zusammenhang sucht der Verein nach Mitgliedern und bittet um Spenden. 
Weitere Informationen dazu unter: herrenhaus.tirol

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