Für den Teufel Schnaps & Dosenfutter!

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FRITZENS. Sparifankerl ist nicht der Höllenfürst, er ist nur ein Unterteufel, der Lucki, dessen satanische Großmutter ihn beauftragt, auf Erden den bescheidenen Bertl Geißhofer zu verführen und zu einem Verbrechen zu überreden. Er nimmt den Auftrag an, weil er sich ein gutes Tiroler Schmankerl verspricht, allerdings muss er geloben, keinen Alkohol zu trinken, da sonst seine magischen Kräfte erlahmen würden.
In diesen Strudel werden nun Bertls Schwester, sein Freund, drei weitere Frauen und der Graf Ferdi hineingezogen, Turbulenzen sind angesagt, eine Aufklärung findet sich erst am Ende des 3. Aktes im Stück des Autors Ralph Wallner. Vier Damen und vier Herren des Laienensembles wickeln unter der Spielleitung von Andrea Angerer (Beratung Reinhard Exenberger) sichtlich lustvoll die Szenen ab, was das Publikum mit mehrmaligem Zwischenapplaus bedachte.
Carina Niederbacher ist eine lebendige, authentisch wirkende Senta, Thomas Witting ergänzt dazu nahtlos mit der Rolle des Bruders Bertl, Thomas Schwaninger kann auf Augenhöhe dazu als Freund Nepomuk punkten, Hannes Klingler gibt der Figur des Grafen eine fesche, männliche Note. Karoline Klingler kann glaubwürdig der Blechhoferin Figur und Stimme leihen, Katharina Zimmermann mimt überzeugend die doppelbödige Ungerin, Franziska Müller überrascht in ihrer Debütrolle als resche Goldthalerin mit Sicherheit, Eloquenz und Natürlichkeit.
Dass Anton Lutz als Lokalmatador die Fäden vom Teifl Lucki fest in der Hand hält und mit Hingabe diese Rolle nahezu zelebriert, überrascht den Theaterfreund eigentlich nicht, das Publikum weiß das zu schätzen.
Auch wenn das Stück wohl eines jener bayrischen Erzeugnisse vergangener Zeiten ist, waltete zum Glück doch ein modernes Regiekonzept mit Videoleinwand im Rücken und einer „sex-drugs-and rock’n roll“ –Einlage von Sparifankerl, der wie Mick Jagger über die Bühne hüpft.
Eine gelungene Aufführung im hübschen Theatersaal des Gasthauses „Fritznerhof“, die jeden Liebhaber ungezwungener Unterhaltung, gewürzt mit Zweideutigkeiten, zu empfehlen ist.
Und dass der Teufel keinen Schnaps verträgt, wissen wir spätestens seit dem „Brandner Kaspar“, der vor Jahren auf der hiesigen Bühne triumphierte.

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