Legendärer Tiroler Kulturveranstalter
Gerhard Crepaz im Alter von 76 Jahren verstorben

Gerhard Crepaz, 08.08.1945 – 24.11.2021
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  • Gerhard Crepaz, 08.08.1945 – 24.11.2021
  • Foto: Familie Crepaz
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TIROL/HALL. Als Pionier in vielen Bereichen der darstellenden Kunst prägte Gerhard Crepaz gemeinsam mit seiner Frau Maria das österreichische Kulturleben: Allen voran als künstlerischer Leiter der Haller Galerie St. Barbara, die er zu internationalem Ansehen brachte.

Bereicherung für Tiroler Kulturszene

Der legendäre Festivalmacher, Organisator, Musikjournalist und Kulturveranstalter Gerhard Crepaz ist am Mittwoch im Alter von 76 Jahren verstorben, das teilte seine Familie mit. Er war von vielen geschätzt und von einigen gefürchtet für seine kompromisslose Hingabe zur Kunst und für seine unkonventionelle Art diese zu vermitteln. Gerhard Crepaz zählte zu den treibenden Kräften in der Tiroler Kulturlandschaft, befürwortete zeitgenössische Kunst und hatte stets einen weltoffenen Blick.  Ganz nach John Cages Motto „Happy New Ears“ arbeitete er unermüdlich daran, Lust auf das Unerhörte und Ungesehene zu machen – sei es in seiner Tätigkeit als Musikprofessor, Journalist, Kulturvermittler oder künstlerischer Leiter renommierter Veranstaltungsreihen und Festivals.

Journalistische Arbeit

Als Journalist arbeitete Gerhard Crepaz u.a. für den ORF, die RAI Bozen, den Bayerischen Rundfunk, den Deutschlandfunk, sowie die Zeitungen Tiroler Tageszeitung, Salzburger Nachrichten, Der Standard und diverse internationale Fachzeitschriften. Er gestaltete zahlreiche Sendungen für Ö1: „Musik hören – Musik verstehen“, „Österreichische Musikgalerie“ sowie die Reihe „Wege zur Neuen Musik”, die mit großem Erfolg ausgestrahlt wurden und mehrere Generationen für zeitgenössische Musik begeisterte. 1974 unterstützte er den Komponisten Joseph Anton Riedl beim Aufbau des Kulturforum Bonn-Center. Nach und neben diesen Tätigkeiten arbeitete der „Kulturanimator“ – wie er sich selbst augenzwinkernd nannte – unermüdlich daran, das Land Tirol zum Kulturland zu machen. Für ihn war eine offene Geisteshaltung keine Frage von Provinz oder Großstadt.

Generationen von jungen Kulturbegeisterten wurden durch seine Arbeit geprägt und zum eigenen künstlerischen Tun ermuntert.
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Der Weltverbesserer

Generationen von jungen Kulturbegeisterten wurden durch seine Arbeit geprägt und zum eigenen künstlerischen Tun ermutigt. Er setzte sich als Programmmacher und Veranstalter früh für die Begegnung von verschiedensten Kulturen ein u.a. mit Formaten wie den „Randfesten” (1972, 1974) und 1989 mit der Gründung von „Musik der Religionen”, das jetzige „Osterfestival Tirol”. 1992 bis 1995 initiierte Gerhard Crepaz mit „Tanz.Theater.Tanz” das erste zeitgenössische Tanzfestival in Tirol. Auch die Zusammenarbeit unter den lokalen Kulturinitiativen war ihm ein großes Anliegen – u.a. als Mitbegründer der Tiroler Kulturinitiativen (TKI) und als Freund und Mentor vieler Kulturschaffender. Gerhard Crepaz war überzeugt von der Kraft der Utopie Kunst. Er war ein echter Weltverbesserer. Sein Wirken wurde schließlich auch von offizieller Seite gewürdigt: Verleihung des Professorentitels durch den Bundespräsidenten, Österreichischer Kunstpreis für Musik (gemeinsam mit Maria Crepaz), Ehrenbürger der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und Ehrenzeichen der Stadt Hall.

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