Lukas Pittl aus Mils
"Ich flick' schnell den Christus"

Lukas Pittl arbeitet an einem heiligen Florian. Demnächst schnitzt er auch einen für das neue Feuerwehrhaus in Tulfes.
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  • Lukas Pittl arbeitet an einem heiligen Florian. Demnächst schnitzt er auch einen für das neue Feuerwehrhaus in Tulfes.
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

Der Milser Schnitzer Lukas Pittl ist längst für seine Arbeiten über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.

MILS. Lukas Pittl meint es ernst mit seinem Handwerk. Für ihn ist es klar: "Das geschnitzte Werk ist der Himmel für das Holz." Er ist gelernter Bildhauermeister und arbeitet in einer kleinen Werkstatt, die an sein Elternhaus in der Milser Maximilianstraße angebaut ist. Beim BEZIRKSBLÄTTER-Besuch ist er gerade dabei, einen heiligen Florian zu schnitzen. Vor ihm auf der Arbeitsplatte ein wage erkennbares Florianistück, dahinter die elegante Zeichnung des heiligen Schutzpatrones. Ein Auftragswerk von einem Höttinger Feuerwehrmann, der den Kirchturm des Innsbrucker Stadtteiles ebenfalls eingebettet haben will.

Erst Zimmerer, dann Büroarbeiter

Lukas Pittl ist 34 Jahre alt und hat seinen Traumberuf relativ spät für sich entdeckt. Schon mit seinem Vater hat er gemeinsam Larven für die Fasnacht geschnitzt, ging aber schließlich nicht auf die berühmte Schnitzschule in Elbigenalp. Er machte eine Lehre zum Maurer und Zimmerer, um schließlich im Büro zu landen. "Das war nichts für mich", erinnert er sich zurück, "neben der Arbeit fing ich dann die Schnitzschule an." Drei Jahre und eine Menge Geld gingen für die Ausbildung drauf, er bereut es aber nicht. 2014 schloss er seine Ausbildung ab.

Auftragswerke während der Lehrjahre

Schon während seiner Lehrjahre machte er Auftragswerke z. B. für die Outdoormarke Burton. "Ich erfand den Burton-Oscar", lacht Pittl, "er war bei einem Sportwettbewerb die Trophäe", aber auch Larven für die Milser Matschgerer wurden bei ihm bestellt. Wenn er dann in seinen geliebten Bergen unterwegs ist, kann es schon mal vorkommen, dass er auch hier die Arbeit entdeckt. So auch eines Tages in Südtirol, wo ein Stück vom Kruzifix am Gipfelkreuz fehlte. "Da hab' ich dem Wirt gesagt, ich flick' den Christus bei mir in der Werkstatt." Letztendlich ging er mit dem Werkzeug und einem Stück Holz hinauf und besserte den kaputten Arm aus. Dafür bekam er sehr viele positive Rückmeldungen von den Leuten. Biblische Motive sind ohnehin sehr präsent in seiner Arbeit. Was ihn verwundert ist, dass auch sehr viele junge Leute zu ihm kommen, um ein personalisiertes, modernes Kruzifix bei ihm fertigen zu lassen. Mal arbeitet er zwei Minuten, mal 15 Stunden am Stück, je nachdem, wie der "Flow" ist.

"Es macht mich glücklich"

Ob er davon leben kann, wird er immer wieder gefragt. "Reich werde ich nicht, aber dafür glücklich." Heuer ist er zumindest schon "im Trockenen": Das Auftragswerk – eine moderne Dorfkrippe zu gestalten – der Gemeinde St. Jakob am Arlberg bescherte ihm für heuer schon eine gewisse Sicherheit. Was er sich für die Zukunft wünscht: Mehr mit Holz direkt in den Bergen zu arbeiten.

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