Matura trotz Lernschwäche möglich

Silvia Pixner und Therapiehund Amy unterstützen im UMIT-Zentrum für Lernen und Lernstörungen Jugendliche mit Lernstörungen und konnten deren Kompetenzen im Bereich des Lesens, Schreibens und  Rechnens zum Teil deutlich verbessern.
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  • Silvia Pixner und Therapiehund Amy unterstützen im UMIT-Zentrum für Lernen und Lernstörungen Jugendliche mit Lernstörungen und konnten deren Kompetenzen im Bereich des Lesens, Schreibens und Rechnens zum Teil deutlich verbessern.
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HALL. Fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung sind von Lernstörungen wie Dyskalkulie und Legasthenie betroffen. Das bedeutet, dass statistisch in einer Schulklasse ein bis zwei Kinder – trotz normaler Intelligenz – keine altersentsprechenden Leistungen in Mathematik oder Schriftsprache erbringen können.
Defizite in diesen Kernkompetenzen sind zumeist mit massiven Einschränkungen in schulische Umgebung und später in der Arbeitswelt aber auch in der Freizeit verbunden. Das „Zentrum für Lernen- und Lernstörungen“ das Univ.-Doz. Silvia Pixner vom UMIT-Institut für Psychologie mit Unterstützung der Tirol Kliniken aufgebaut hat, beschäftigt sich an der UMIT mit Fragen rund um diese Defizite.
Die Aufgaben- und Kompetenzbereiche des Zentrums betreffen die Lehre und die Forschung an ausgewählten Personen- und Patientengruppen. Seit 2010 haben bereits mehr als 100 Kinder und Jugendliche Unterstützung in diesen Rahmen erhalten und konnten Ihre Kompetenzen im Bereich des Lesens, Schreibens und Rechnens deutlich verbessern. Die meisten Kinder kommen aus dem Volksschulbereich oder aus dem Übergang in die Sekundarstufe. Hin und wieder werden aber auch Jugendliche und junge Erwachsene mit diesen Problemfeldern begleitet.

Normale Intelligenz

Die Kinder und Jugendlichen, die bei Pixner betreut werden, sind im Durchschnitt so intelligent wie ihre Klassenkameraden. Sie haben nur das Pech, dass sie auf einem Gebiet, welches in der Schule sehr wichtig ist, wie Mathematik oder Rechtschreibung, eine angeborene Schwäche haben. "Oft werden Kinder, die schlecht rechtschreiben generell als dumm und faul hingestellt. Dabei bemühen sich diese Kinder meist sehr und lernen mehr wie die anderen. Leider brechen viele Kinder mit Lernstörungen die Schule ab oder landen sogar in der Sonderschule. Das ist nicht fair, nur weil man auf einem Gebiet ein Problem hat, soll einem nicht eine höhere Schulbildung und ein Studium verwehrt bleiben", meint Pixner.

Therapiehund gegen den Frust

Oft sind die Kinder schon sehr frustriert. Besonders schmerzhaft ist es für sie wenn sie merken, dass ihre Eltern, Lehrer und Therapeuthen enttäuscht sind, "weil nichts weitergeht". Da kommt Therapiehund Amy ins Spiel. Der Mops, längst der Liebling in allen UMIT-Büros, wird spielerisch in das Lernen eingebunden, z.B. indem man zusammen würfelt und zusammenzählt. "Amy ist zu allen gleich nett und hat keine Vorurteile. Mit ihr macht das Lernen viel mehr Spaß", weiß Pixner

Lücke bei Betreuung

Leider können an der UMIT nur eine begrenzte Anzahl von Kindern mitmachen. "Die Krankenkassen zahlen die Behandlung nicht und die meisten Schulen tun nichts. Es bräuchte mehr Möglichkeiten für lernschwache Kinder in Tirol. Aus unseren Erfahrungen wissen wir, dass sich die Kinder durch Üben und das Erlernen von speziellen Techniken sehr verbessern können", erklärt Pixner.

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