Mullerlauf 2019
Rumer Mullerwurst: "Sie ist groß und geräuchert"

Fie "Erfinder" der Mullerwurst: Christian Hölbling (ehem. Muller-Obmann) und Metzger Klaus Brindlinger.
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  • Fie "Erfinder" der Mullerwurst: Christian Hölbling (ehem. Muller-Obmann) und Metzger Klaus Brindlinger.
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Seit vierzehn Jahren: Zum Faschingsumzug am 24. Feber gibt es eine eigene "Mullerwurst".

RUM. Vierzehn Jahre ist es her, dass der damalige Obmann der Rumer Muller – Christian Hölbling – an Klaus Brindlinger herangetreten ist. Sein Wunsch: eine spezielle Bratwurst für den Umzug. Für Brindlinger – dem einzigen Metzger in den MARTHA-Dörfern – eine willkommene Aufgabe, ist er doch seiner eigenen Beschreibung nach vor allem "leidenschaftlicher Wurster".
Was die Muller Bratwurst nun von anderen Würsten abhebt ist schnell gesagt. Brindlinger: "Sie ist groß und wird über Buchenholz geräuchert." Die Bratwurst besteht aus Rind- und Schweinefleisch und ähnelt einer Meraner Wurst aus Südtirol. Für den Umzug wird gewurstet was das Zeug hält. Tausende Würstl werden für den 24. Feber produziert. Von Hand werden sie gefüllt – insgesamt 4.000 Stück. Zum Verzehr werden sie gekocht und dann angebraten. Früher bekam man die Mullerwurst nur zur Faschingszeit. "Sie schlug bei den Leuten ein wie eine Bombe. Jetzt gibt es sie das ganze Jahr über", erklärt Brindlinger.

Schlachthof im Dorf

Brindlinger ist einer der wenigen Metzger, die noch selbst schlachten. Direkt neben dem Verkaufsgebäude – am Langen Graben 16 – befindet sich der Schlachthof. Der Natterer ist seit über 20 Jahren als Metzger in Rum tätig und verwertet Fleisch aus der Region. Lediglich mit dem Schweinefleisch tut er sich schwer: In Tirol gibt es kaum bis gar keine Produzenten. Das Schweinefleisch bezieht er somit aus dem Osten des Landes. Rind oder Lamm haben bei ihm aber eine stressfreie Anreise. Von Thaur und Arzl werden sie innerhalb von wenigen Minuten zum Schlachten gebracht.
Für ihn geht der Trend – immer mehr Kunden und Kundinnen wollen regional einkaufen – in die richtige Richtung, wie er sagt. Trotzdem wird das Geschäft nicht leichter. In den letzten Jahrzehnten, in denen er als Metzger arbeitet, ist der bürokratische Aufwand viel mehr geworden. Auch der Geschmack seiner KundInnen hat sich geändert. "Früher hat man noch Fett gegessen. Heute kauft das keiner mehr", sagt Brindlinger. Trotzdem verwendet er auch das – bei Würsten oder dem beliebten Leberkäse –, nur ist es nicht mehr so sichtbar wie früher. "In die Sulze schneidet das kein Metzger mehr rein."

Nachfolge gesichert

Brindlinger hat Glück, denn einen Nachfolger zu finden, ist nicht einfach. Auch er hat die Metzgerei zu seiner Zeit von Franz Lamparter übernommen und pachtet nun das Gebäude. Brindlingers Sohn ist schon ausgelernter Metzger und hilft tatkräftig im Geschäft mit: Eines Tages wird er das Unternehmen übernehmen. Ein Glück nicht nur für Brindlinger senior, sondern auch für alle Fans der Mullerwurst.

"Hightech"-Wurst in der Schauspeckerei

Seit dem es den Klimawandel gibt ist der Keller auch nicht mehr das, was er einmal war. Mal ist er zu warm, mal zu kalt – für das Abhängen von Wurst, Speck und Co. eine Katastrophe, wie Klaus Brindlinger erklärt. Aus diesem Gedanken heraus hat der Metzger seinen Keller ausbauen lassen. Die Wurstwaren hängen nun hinter einer Glaswand und werden digital überwacht. Am Handy kann Brindlinger mitverfolgen, ob die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit stimmen, auf Knopfdruck kann er die Einstellungen ändern. Gleichzeitig ist der Keller aber auch eine Schauspeckerei – der Raum, der nach Zirbenholz und geräuchertem Fleisch riecht, kann künftig für Verkostungen oder kleinere Firmenfeiern gebucht werden.

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