Theatervorführung
Schokolade macht Liebe!

Gelungene Premiere, durchgängig flott & frech – “Katzenzungen” der Volksbühne Mils
  • Gelungene Premiere, durchgängig flott & frech – “Katzenzungen” der Volksbühne Mils
  • Foto: Theaterbühne Mils
  • hochgeladen von Michael Kendlbacher

Wer einmal als Kind bei Oma oder Tante Bekanntschaft mit der Schokospezialität „Katzenzungen“ gemacht hat, wird ein Leben lang in Erinnerungen schwelgen. In Miguel Mihuras Komödienklassiker „Katzenzungen“ (Wiener Fassung v. Hans Weigel) werden diese Köstlichkeiten auch vernascht, und der Erbe der Schokoladenfabrik, Vincenz Raupenstrauch, sollte nach dem Willen seiner Mutter bzw. der Tante mit der neuen Bekanntschaft namens Stupsi endlich unter die Haube kommen. Aber wissen die vornehmen Damen und der junge Mann, wer sich hinter der hoffnungsvollen Eroberung verbirgt? Der schüchterne und naive junge Mann hat sie als Animierdame in einer Bar kennengelernt, die Pension darüber ist, na, ja ... ein Puff. Aus dieser Gemengelage konträrer Milieus ergeben sich allerlei Missverständnisse und groteske Situationen. So ist die Ausgangssituation des Stücks, das sich die Bühne Mils zum 45-jährigen Bühnenjubiläum geschenkt hat. Spielleiterin Bettina Hilber exerziert lustvoll mit den sieben Damen und vier Herren in nahezu drei Stunden (allerdings mit zwei lange Pausen) die Story, wobei das eher deutsch wirkende Korsett durch einen flotten Wiener „Strichjargon“ wohltuend aufgeweicht wird. Auch wenn die junge Dame die Heiratspläne der Familie vorerst ablehnt, mutiert sie doch nach und nach zur ehrbaren Ehekandidatin und lädt ihre „Arbeitskolleginnen“ zu sich ein, die ihrerseits aber schlimme Vermutungen anstellen. Wie wird wohl dieser Knoten entwirrt werden? Maria Penz gibt würdevoll die besorgte Mutter Leopoldine, Helga Föger-Pittl bringt souverän ihre lange Bühnenerfahrung ein und brilliert facettenreich als lebenskluge Tante Fini, Wolfgang Rosina überzeugt hinreißend "patschert" als naiver Vincenz, Helmut Leitner gibt nach 30 Jahren wieder (!) den Dr. Jarosch, Thomas Klingler kann überzeugend die peinlich überführte Figur des Herrn Feichtinger bewegen, Anni und Josef Vorhofer verwirklichen trotz wortloser Gestik geschickt komödiantisch die Rollen als bezahlte Gäste, Simone Oberthanner als Mirli, Kathrin Klingler als Dorli und Lea Hilber als Puppi verkörpern mit gefühlter Spielfreude die jungen Damen des „horizontalen Gewerbes". Eine bemerkenswert starke Figur als Stupsi, noch dazu in einer Debütrolle in Mils, setzt Sandra Schwab in Szene, wobei ihr zweifellos eine Ausbildung im Musicalgenre zur nötigen Leichtigkeit verhilft. Nicht unerwähnt soll der gelungene Bühnenbau von Erich Peer und Pepp Pittl bleiben sowie die gelungene Kostümierung. Ein empfehlenswertes Stück für Liebhaber herzhaften Bühnenhumors, bis 28. März zu sehen.

Eine Theaterrezension von Peter Teyml

Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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