Bildungsdebatte im Landtag – viel Lärm um wenig Kompetenz

Debatte im Landtag um Bildung und Schultypen

Recht heftig zur Sache ging es heute Vormittag im Landtag. Die SPÖ initiierte eine "Aktuelle Stunde" zum Thema Bildung. Bgm.in Elisabeth Blanik (SPÖ) sieht in der Bildungspolitik einen Systemfehler und großen menschlichen Wahnsinn. "Wie viele Testergebnisse braucht es noch, bis in der Bildungspolitik etwas passiert?", fragte sich die Osttiroler Abgeordnete. Und Blanik weiter:" Der Bildungsfahrstuhl, den Bruno Kreisky seinerzeit nach oben geschickt hat, ist wieder am Weg nach unte."

Thomas Schnitzer vom Bürgerclub Tirol sieht die Jugend gefährdet: "Ohne soziales und gesellschaftspolitisches Bekenntnis und ohne Bereitstellung der dafür benötigten Fachkräfte und Geldmittel, bleibt Bildung Flickwerk und die Jugend auf der Strecke."

Gebi Mair von den Grünen sieht ein gänzliches Versagen der Bildungspolitik und auch ein Versagen von LRin Beate Palfrader. "In einem Schulsystem, in dem nach dem Ende der Schulpflicht ein Drittel der Kinder nicht lesen können, hat versagt. In Tirol macht sich eine Bildungsfeindlichkeit bereit, Palfrader und der ÖVP fehle es an der Leidenschaft für die Bildung im Land", klagte Mair.

Franz Berger, ÖVP-Abgeordneter, sieht die Problem auch in einer geänderten Struktur. "Die Schule muss immer mehr Aufgaben der Familie übernehmen, Tirol hat alles getan, was in der Kompetenz des Landes machbar ist", konterte Berger.

Für FPÖ-Chef Hauser ist die mangelnde Bildung ebenfalls ein gesellschaftspolitisches Problem. "Die Einkommen der Familien reichen nicht aus, es müssen beide Elternteile arbeiten, für die Kinder fatal. Er sei daher für eine Ganztagsschule, die aber auf eine freiwillige Basis gestellt werden müsste."

Fritz Dinkhauser in der Debatte: "Nach dem miesen PISA Ergebnis bringen uns gegenseitige Schuldzuweisungen nicht weiter. Wir brauchen einen Schulterschluss, um die Defizite im Bildungssystem rasch zu beseitigen. Daher fordern wir, dass alle Hauptschulen in Tirol ab Herbst in Neue Mittelschulen umgewandelt werden. Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Land oder der angebliche Lehrermangel interessieren die Eltern nicht. In der neuen Mittelschule ist eine bessere Förderung der Kinder möglich, es gibt mehr Lehrer und neue Unterrichtsformen."

Beate Palfrader als zuständige Bildungslandesrätin wehrte sich heftig. "Wir sind es den Kindern schuldig, für die Bildung zu sorgen, wir haben in Tirol viel geleistet, aber die meisten Kompetenzen liegen beim Bund und können in Tirol gar nicht gelöst werden", erklärte sie vor dem Landtag und sie sehe in der Diskussion nur einen Sinn: Allen Kindern müssen die selben Bildungschancen zur Verfügung stehen."

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