Keine Regierung ohne ÖVP

TIROL. Es würde alles auf eine Fortführung der schwarz-roten Koalition hindeuten. Aber: „Es ist noch sehr viel Bewegungsspielraum bis zur Wahl“, sagt Meinungsforscher Anton Leinschitz von der GMK zur Bezirksblätterumfrage.
Am kommenden Sonntag käme die ÖVP auf über 38 Prozent, die SPÖ auf etwa 14, die FPÖ und „vorwärts Tirol“ auf je zehn und die Grünen auf neun Prozent. Das Team Stronach und Fritz Gurgiser würden mit je sechs Prozent den Einzug in den Landtag ebenfalls schaffen. Die „Liste Fritz“ mit Spitzenkadidatin Andrea Haselwanter-Schneider, „für tirol“, die Piraten und die KPÖ aus heutiger Sicht nicht.
Für Anton Leinschitz ist eine Regierung ohne ÖVP daher nicht möglich. „Denn es bräuchte mindestens eine Viererkoalition, die ist erfahrungsgemäß aber nicht wirklich regierungsfähig“, erklärt der Meinungsforscher. Für Leinschitz ist die laufende ÖVP-Kampagne „Wir oder das Chaos“ insofern durchdacht und durchaus nachvollziehbar. Möglicherweise ginge sich wieder eine Zweierkoalition aus, zu dritt wird es mit der ÖVP auf alle Fälle eine Regierung geben.

Noch Potential vorhanden
Das Wahlkampfpotential für die verbleibenden zehn Tage ist enorm. Knapp 20 Prozent der Tiroler Wählerschaft ist noch unentschlossen. „Wahlkampf bis zur letzten Minute ist daher für alle antretenden Gruppierungen eine dringende Empfehlung“, sagt Leinschitz. Wobei der Prozentsatz der Unentschlossenen in der Altersgruppe unter 35 bereits bei 25 Prozent liegt.
Auch die Entscheidung, eine Partei am kommenden Sonntag zu wählen, ist noch nicht endgültig. Für 33 Prozent ist es durchaus möglich, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Wer dann zum Zug käme? Sowohl ÖVP als auch SPÖ hätten eindeutig bessere Karten als der Rest“, sagt Leinschitz.

Wer wird wählen?
Leinschitz erwartet sich laut unserer Umfrage eine Wahlbeteiligung von etwa 60 Prozent, wobei 71 Prozent der ÖVP-Wähler zur Wahl gehen werden, aber etwa nur 53 Prozent der GrünwählerInnen sich ganz sicher sind, abzustimmen. „Durchaus ein Zeichen einer guten Mobilisierung der ÖVP-Basis“, erläutert Leinschitz. Auch steigt die Wahlbeteiligung mit zunehmendem Alter: Von den WählerInnen über 55 Jahre gehen 74 Prozent sicher zu den Urnen. 33 Prozent sind sich derzeit noch nicht sicher, ob sie an dieser Landtagswahl teilnehmen werden oder nicht. Für fünf Prozent ist dieser Wahlgang sicher kein Thema.

LH-Direktwahl: „Platter, what else …!“
Würde in Tirol die Direktwahl des Landeshauptmannes möglich sein, so würden am kommenden Sonntag 44 Prozent der WählerInnen ÖVP-Chef Günther Platter zum Landeshauptmann wählen. Auf den Plätzen folgen Gerhard Reheis (7 %), Ingrid Felipe (5 %), Gerald Hauser (2 %), Andrea Haselwanter-Schneider (1 %) und Anna Hosp (1 %).

Zur Umfrage:
Auftraggeber: Tiroler Bezirksblätter GesmbH
Ausführende Gesellschaft: GMK, Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz
Abfragezeitraum: 10. bis 12.4.
Sample und Instrument: 500 Telefoninterviews
Maximale Schwankungsbreite: Gesamtergebnis ± 4,5 Prozent

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