Schärmer: Scharfe Kritik an Familienpolitik des Landes

„Große Sorge“: Caritasdirektor Georg Schärmer

Seit 1. Juli hat das Land Tirol den finanziellen Zuschuss für die Familienhilfe eingestellt. Für Caritasdirektor Georg Schärmer unverständlich, weil eine „soziale Feuerwehr wegbricht.“
TIROL (sik). „Bisher war die Familienhilfe, gefördert durch öffentliche Gelder, für alle zugängig, jetzt blicken wir mit großer Sorge in die Zukunft“, sagt Schärmer am Rand der Präsentation der Herbstspendensammlung. „Dass die Familienhilfe aus den Förderungen der Mindestsicherung herausgefallen ist, ist ein Bremskeil für das ambitionierte Ziel der Landespolitik, das familienfreundlichste Bundesland zu werden“, stellt Schärmer fest.
Der Caritas reißt dieser Rückzug des Landes ein Budgetloch von über 100.000 Euro pro Jahr. „Ich appelliere an das Land, dieses für viele Tiroler Familien notwendige Angebot zur Krisenbewältigung aufrechtzuerhalten“, sagt Schärmer.
Derzeit bemüht sich die Caritas, die Sozialberatungsstellen in den Bezirken auszubauen. „Ein finanzieller Rückenwind vom Land für diese Regionalisierung der Sozialberatung wäre wünschenswert, zumal es immer Kinder und Jugendliche trifft“, fordert Schärmer vehement. Die Kosten für das Land Tirol in einer Drittelfinanzierung durch Gemeinden, Familien und das Land beziffert er für die flächendeckende Familienhilfe mit etwa 700.000 Euro. „Eine für Tirol durchaus leistbare Summe“, ist sich Schärmer sicher. Er will diese wichtige Einrichtung in den Sozialsprengeln beheimatet wissen.
„Die Familienhilfe ist ausschließlich Gemeindesache, weshalb sie nicht in die Basisleistungen aufgenommen wurde, denn bei den Basisleistungen zahlen das Land 65 Prozent und die Gemeinden 35“, sagt Sozial-Landesrat Gerhard Reheis.
Um einen leichteren Übergang zu ermöglichen, habe sich das Land bereit erklärt, für das 1. Halbjahr 2010 noch Zahlungen zu leisten. „Natürlich kann Familienhilfe auch weiterhin angeboten und geleistet werden, das Land beteiligt sich jedoch nicht an den Kosten, eben, weil das ausschließlich Gemeindeangelegenheit ist“, dämpft Reheis die Hoffnung des Caritasdirektors. Caritas-Herbstsammlung Spendenkonto 670.950 bei RLB, (BLZ 36.000)

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