Tirol begrüßt den beschleunigten Ausbau der Wasserkraft

Diese Fotomontage zeigt den endgültigen Ausbau mit allen drei Speicherseen im Kühtai.
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  • Foto: TIWAG
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Platter und Felipe präsentierten nach der Regierungssitzung einen strafferen Weg die Tiroler Wasserkraft mehr und vor allem durch schnellere Verfahren auch früher zu nutzen.
„Unser gemeinsames Ziel ist die Erreichung der Tiroler Stromautonomie. Der Weg dorthin führt über den Ausbau der Wasserkraft“, erklärt LH Günther Platter. Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) steht bereits das erste große Projekt zum Ausbau der Wasserkraft in Tirol am Start. Baubeginn soll noch im Herbst 2014 sein. Für den Ausbau von Sellrain/Silz-Kühtai wird ein Baustart ebenfalls in dieser Legislaturperiode angepeilt.

Verfahrensbeschleunigung

„Bei den Verfahren werden wir Gas geben, indem wir UVP-Verfahren vorrangig behandeln und ausreichend Personal für die Abwicklung bereitstellen“, kündigt Platter an. „Denn wir sind uns einig: Wir wollen weiterhin den günstigsten Strom für die TirolerInnen. Der Ausbau der Wasserkraft bedeutet mehr Unabhängigkeit für Tirol, und die Wasserkraft sichert den Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze in Tirol.“ Allein die beiden Kraftwerksprojekte GKI und Sellrain/Silz haben ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro.
„Mit klaren Richtlinien für den ökologischen Ausbau der Wasserkraft und die Unterschutzstellung von Tiroler Flüssen stellen wir die Weichen in Richtung Energieautonomie“, stellt LHStvin Ingrid Felipe klar und fährt fort: „Diese Regierung ist eine Regierung des angewandten Klimaschutzes und das spiegelt sich in diesen Beschlüssen wider.“
Das RMI-Kraftwerk bei Polling, das die IKB errichten wollte, ist durch diese Novelle des Naturschutzgesetzes Geschichte. "Dieses Projekt ist nicht machbar, der Inn bleibt von Haiming bis Kirchbichl kraftwerksfrei", erklärten Platter und Felipe. Die IKB sollte bei einem anderen Projekt beteiligt werden.

IKB-Vorstand hält an UVP-Verfahren fest

IKB-Vorstandsvorsitzender DI Harald Schneider will sich mit dem Aus für das RMI-Kraftwerk damit aber nicht so ohne weiteres abfinden: „Das RMI befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren. Namhafte Sachverständige haben uns signalisiert, dass das RMI aufgrund seiner hervorragenden Vorbereitung durchaus genehmigungsfähig sei.“ Äußerst Verwundert zeigt sich Schneider auch darüber, „dass wir über die Schritte der Regierung weder informiert noch zu Gesprächen eingeladen worden sind. Die IKB wird jedenfalls am UVP-Verfahren für das RMI festhalten, da der Inn hohes Potential für den Ausbau von Wasserkraft besitzt.“

Wirtschaft erfreut

Der Landesobmann des Tiroler Wirtschaftsbundes, Jürgen Bodenseer, zeigt sich erfreut und optimistisch, dass beim Bau von Wasserkraftanlagen nun in Tirol wieder verstärkt etwas weiter geht. Bodenseer: „Mit der Sicherstellung der Ressource Wasserkraft verfügt Tirol über einen wahren Schatz, der gerade auch in krisenhaften Zeiten, etwa bei Engpässen anderer Energieformen für die Menschen in diesem Land eine echte Existenzsicherung sein kann.“
„Mit der Vergabe von Großaufträgen der öffentlichen Hand, wie dem Bau von Speicheranlagen, Zuleitungen und Kraftwerken profitieren auch die heimischen mittelständischen Unternehmen und die diversen Zuliefer- und Servicebetriebe“, stellt der Wirtschaftsbundobmann einmal auch die ökonomische Seite für Tirol und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt der Betrachtungen.

TIWAG "dankbar"

Dankbar für das einstimmige Bekenntnis der Tiroler Landesregierung zum angemessenen Ausbau der heimischen Wasserkraft zeigt sich TIWAG-Vorstandsvorsitzender Dr. Bruno Wallnöfer: „Mit der Erweiterung der Speicherkraftwerke im Kühtai sowie im Kaunertal und den neuen Ausleitungswasserkraftwerken am Oberen Inn können wir zusätzlich 1.500 GWh/Jahr Wasserkraftstrom aus natürlichem Zufluss erzeugen. Gleichzeitig verbessern wir die gewässerökologischen Verhältnisse am Oberen Inn und schaffen Arbeit, Wertschöpfung und industrielle Entwicklung im Land. Über die nächsten 15 bis 20 Jahre werden insgesamt 3 Milliarden Euro in die Tiroler Energiewende investiert.“
Wallnöfer lädt alle ein, „die Tiroler Energie- und Klimastrategie zu unterstützen. Auch die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG soll Gelegenheit haben, ihre Erzeugungskapazität auszubauen und kann mit einer Beteiligung am TIWAG-Projekt Imst-Haiming rechnen.“

IV-Tirol begrüßt Verfahrensbeschleunigung

"Die Landesregierung hat richtig erkannt, dass es in der Verfahrensabwicklung zu Verzögerungen gekommen ist und deshalb entsprechende Maßnahmen gesetzt, um die vorliegenden Projekte rascher zur Umsetzung zu bringen. Die vorrangige Abwicklung von UVP-Verfahren durch kompetente Verfahrensleiter ist wichtig und richtig", sagt der Tiroler Industriepräsident Reinhard Schretter.
Schretter: „Die Bereitschaft zu Investitionen in Milliarden-Höhe bedeutet für die Tirolerinnen und Tiroler Beschäftigung und Unabhängigkeit. Es geht um Infrastrukturprojekte, deren Errichtung und Betrieb Arbeit und Wertschöpfung ins Land bringen – auch im Interesse späterer Generationen.“

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