5G Netz der Zukunft
A1 CEO Marcus Grausam im Interview

Redakteur Michael Kendlbacher im Gespräch mit A1 CEO Marcus Grausam.
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HALL (mk). Die Bezirksblätter sprachen mit A1 CEO Marcus Grausam über die Vorteile vom 5G-Netz und über die Sorgen und Ängste der Tiroler gegenüber der neuen Technologie.

Herr Grausam, wenn Sie vielleicht den Lesern kurz erklären könnten, was das 5G-Netz ist und welche Vorteile sich dadurch ergeben?
Marcus Grausam: Das 5G-Netz ist die nächste Generation des Mobilfunks. Circa alle 10 Jahre kommt im Mobilfunk ein Technologiewechsel – eine neue Generation. Wenn man zurückblickt, dann hat jedes Netz einen Hauptanwendungszweck. Wenn man sich noch an 2G zurückerinnert – das stand für die Telefonie. Damit haben wir der Telefonie das erste Mal Mobilität verliehen. Dann kam mit 3G das erste Mal die Chance, mit dem Mobiltelefon aufs Internet zuzugreifen. Danach kamen die Smartphones und der Fokus war ganz klar im Internet zu surfen und Fotos zu verschicken. Dann kam 4G, das erste echte Datennetz mit höherer Bandbreite. Der Hauptanwendungszweck dabei sind Videos. Jetzt kommt 5G, das vereint alle Vorteile der Vorgängergeneration in sich und bringt sehr spezifische neue Dinge. Hier gibt es sehr geringe Verzögerungen und Latenzzeiten. Zweitens gibt es irrsinnig hohe Bandbreiten und gleichzeitig die Möglichkeit, sehr viele Geräte mit einer Funkzelle zu verbinden. Eigentlich ist 5G ein Netz für das Internet der Dinge. Aber natürlich wird der Privatkunde jede Menge Vorteile dadurch haben. Man denke dabei an die hochauflösenden 4K-Videos und vieles mehr.

Wann startet A1 den kommerziellen 5G-Netzausbau und wie weit ist man damit in Tirol aktuell?
Der kommerzielle Betrieb startet mit Jänner 2020. Wir haben aber jetzt schon sehr viele Piloten und Prototypen laufen. Vor wenigen Monaten starteten wir in der Stadt Gmünd als erste 5G Stadt Österreichs. Man benötigt für das 5G-Netz ein weit ausgebautes Glasfasernetz. Deshalb investieren wir sehr viel in den Ausbau und haben mittlerweile das größte Glasfasernetz Österreichs mit einer Länge von 50.000 Kilometer. Tirol ist mit 4G nahezu flächendeckend versorgt. Das heißt, wir erreichen zu 96 Prozent der Bevölkerung mit mobilem Breitband. 

Wie viel investiert A1 für einen 5G-Netzausbau?
Nach einer veröffentlichten Studie von Arthur D. Little kostet der flächendeckende 5G Ausbau in Österreich etwa drei Milliarden Euro. Es gibt drei Betreiber in Österreich, die Netze ausbauen. Wenn man das durch drei dividiert, wird man irgendwo in einer Dimension von etwa einer halben bis einer Milliarde sein für einen flächendeckenden 5G-Ausbau in Österreich. 

Es gibt nach wie vor viel Kritik und Bedenken an dem Ausbau vom 5G-Netz.
Was sagen Sie dazu?

Ja es gibt gewisse Ängste und Sorgen, das stimmt. Wenn man in der Geschichte zurückblickt, gibt es diese Unsicherheit bei jeder neuen Technologie. Diese Bedenken gab es auch bei der Einführung von der Eisenbahn, beim Auto und ähnlich ist es beim 5G-Netz. Diese Ängste sind auch durchaus ernst zu nehmen und da sehe ich auch uns in der Verantwortung, hier aufzuklären. Es gibt ja viele Mythen, die derzeit durchs Netz geistern, und diesen Gerüchten und Mythen muss man mit Fakten begegnen. Die Frequenzen die das 5G-Netz einführen wird, sind ja nicht neu. Die Energieversorger sind seit Jahren auf diesen Frequenzen mit Wimax unterwegs. Wimax ist auch ein mobiler Breitbanddienst. Es werden im ersten Schritt kaum neue Sendestationen entstehen. In weiterer Folge wird man, wenn die Kapazität nicht ausreicht, zusätzliche Antennen errichten. Das sind aber keine riesigen Stahlmasten, sondern sogenannte Smallcells. Die kann man sich vorstellen wie den WLAN-Router zuhause. Und es gibt von der Weltgesundheitsorganisation ganz klare Grenzwerte, die einzuhalten sind. Das war bei den Vorgängerfrequenzen so und das ist auch bei 5G der Fall. Diese werden auch eingehalten.

Umfrage

Glauben Sie, dass mögliche Widerstände den 5G-Ausbau bremsen könnten?
Unsere Aufgabe ist es, bei dem Thema aufzuklären und zweitens den Nutzen in den Vordergrund zu stellen. Wir sollten ja keine Technologie einführen nur der Technologie willen. Sondern jede Technologie sollte einen Nutzen und Mehrwert für den Kunden stiften. Ich glaube, wenn man diesen Nutzen in den Vordergrund stellt wird ein Großteil der Österreicher den Mehrwert erkennen. 

A1 hat zusammen mit dem Seniorenbund eine österreichweite Schulungsinitiative gestartet, „aktiv im Internet“, um ältere Menschen näher an das Thema heranzuführen. Hat man in Tirol Ähnliches geplant?
Bei der Aktion „aktiv im Internet" wollten wir die Kluft zwischen den Generationen schließen. Dort ging es darum, die Generation 60 plus mit den digitalen Medien vertraut zu machen. Dieses Angebot war sehr begehrt und wurde sehr gut angenommen. Hier denken wir auch daran, dieses Angebot auszuweiten. Nachdem das Projekt sehr erfolgreich in Niederösterreich und auch im Burgenland war, kommen wir damit auch nach Tirol.

Mehr zum Thema A1 Telekom hier.

Redakteur Michael Kendlbacher im Gespräch mit A1 CEO Marcus Grausam.
Autor:

Michael Kendlbacher aus Hall-Rum

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