29.11.2017, 12:55 Uhr

"Frau Holle" – Ein Fest für die Augen

Frau Holle (Foto: Kolpingbühne Hall)

Aufwendig und entzückend: “Frau Holle” in der Kolpingbühne Hall
Theaterbesprechung von Peter Teyml

HALL. Wie jedes Jahr zum Adventbeginn startet die Kolpingbühne Hall ein Theaterstück für Kinder, wobei auch erwachsene Begleitpersonen ihre Freude daran haben können. Denn welche andere Bühne verfügt über einen solchen Pool an Laienmimen und Mitarbeitern im Bühnenbau und all den Hilfen hinter der Bühne, sodass Märchenhaftes mit diesem nahezu 30-köpfigen Kreativteam wahr werden kann!
Nun, Spielleiter Christian Margreiter (Assistenz Magdalena Langanger) hat voll in die Zauberkiste gegriffen und mit 13 Herren (bzw. Buam) und 13 Damen (bzw. Madln) dem Märchen der Gebrüder Grimm in einem Zweiakter mit vielen kleinen unterbrechenden Szenen mit blitzschnellen Umbauten eine äußerst spielfreudige und farbige Note verliehen mit Musik, Choreographie, herrlichen Bühnenbildern (wohl die ganzem Familie Kanz) & reizenden Kostümen von Brigitte Nagiller und Maria Wechner.
Ja, das Märchen ist doch seit vielen Generationen bekannt: die Blondmarie ist gutmütig und fleißig, ihre Schwester Schwarzmarie bösartig und faul, da ist es kein Wunder, dass der Königssohn, auf der Suche nach einer passenden Braut die Blondmarie erwählt, welche wegen ihrer Hilfsbereitschaft im Land der Frau Holle zur Goldmarie mutiert und ihre faule und dumme Schwester zur Pechmarie. So weit, so gut: Märchen haben eben ihre Spielregeln: blond ist gut, schwarz ist schlecht, die beste Regierung ist eine Monarchie und faul ist böse, fleißig ist brav. Das Leben ist allerdings oft anders, aber es ist ja eben kein Märchen.
In dieser Vielzahl von Agierenden alle zu nennen, ist nicht möglich, so sollen ein paar Protagonisten erwähnt werden. Da ist einmal der würdevolle König Günther, trefflich besetzt mit Christoph Sailer, ebenbürtig Roswitha Wibmer als Gemahlin Mildrun, edel und schlank Benjamin Purner als Prinz, gierig als Mutter der zwei Maries Carolin Margreiter, listig und sprachlich flüssig Hannes Purner als Fuchs, würdig und weise Priska Zimmermann als Frau Holle. Altmeister Paul Costa gibt flott den Hahn, der mit Gesang und eloquenter Sprache auch conferiert, und Martin Spiess, der als Herold getragen die Worte des Königs verkündet und gar schauerlich die Fanfare bedient.
Da ist noch der entzückende Kreis kleiner Bäcker und kleiner Gärtnerinnen und dann: das große „Aha“ in der Wetterküche von Frau Holle, die alle Stückln spielt und wohl auch Tirols „Wetterfrosch“ Erhard Berger gefallen hätte.
Da wurde ganze Arbeit geleistet, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen – da schaut Fernsehen dagegen alt aus! Kinder, Omas, Opas, Eltern etc. kommt – bis zum 17. Dezember gibt’s an den Spieltagen jeweils um 15 Uhr Schönes zu hören und vor allem – zu sehen!
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