15.11.2017, 13:06 Uhr

Projekt "Vigilgasse" steht kurz vor Start

Visualisierung des neuen Projektes in der Vigilgasse in Thaur: Drei Häuser sind geplant.

Schon einmal fixiert, dann doch verworfen: Das Wohnprojekt in Thaur nimmt zum zweiten Mal Anlauf.

THAUR. Eigentlich lag ja schon 2015 alles am Tisch: Die Genehmigungen waren erteilt, das Projekt für betreubares Wohnen und einem neuen Kindergarten in der Vigilgasse im Gemeinderat angenommen. Mit den Gemeinderatswahlen 2016 und dem neuen Bürgermeister Christoph Walser wurde das Projekt schlussendlich doch noch gekippt. Gekostet hat das die Gemeinde 100.000 Euro, die der Wohnungseigentum (WE) – dem Bauträger des Projektes – für seine bisherige Arbeit gezahlt werden musste. "Das war uns das Geld wert", so Walser. Der WE seien durch die Planungen und Genehmigungen insgesamt 300.000 Euro Kosten entstanden.


Drei Häuser

Das Projekt war von Anfang an umstritten: Als problematisch haben die Gegner u. a. die Verkehrserschließung und die Architektonik gesehen. Vigilgasse "neu" soll statt einem einzigen zusammenhängenden Gebäude nun aus drei Häusern bestehen. Zwei Häuser – mit jeweils acht und zwölf Wohnungen – werden als Mietwohnungen für junge ThaurerInnen zur Verfügung gestellt. Das dritte Haus verfügt demnächst über vierzehn Wohnungen für SeniorInnen. Im Gebäude mit "betreubarem Wohnen" wird zwar keine Pflegekraft zur Verfügung gestellt (wie das bei betreutem Wohnen der Fall ist), die Appartements werden aber barrierefrei gestaltet und es gibt einen Gemeindemitarbeiter vor Ort, der den BewohnerInnen zur Seite stehen wird. Im letzten Gemeinderat wurde das neue Projekt mit großer Mehrheit angenommen.


Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2018

Einzelne Anrainer sollen dem neuen Projekt gegenüber Einspruch erhoben haben. Walser: "Wir haben die Anrainer mit in die Planung eingebunden und ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Es wird aber immer welche geben, die nicht mit uns einverstanden sind. Diese Einwände muss jetzt das Landesverwaltungsgericht bearbeiten." Die WE zeigt sich über die Entwicklung erleichtert: "Wir freuen uns nun in enger Abstimmung mit der neuen Gemeindeführung ein ansprechendes Wohnbauprojekt umsetzen zu können. Wir hoffen nach dem Winter zügig mit der Errichtung beginnen zu können", kommt es aus der Presseabteilung.


"Sind der Eigentümerfamilie zu großem Dank verpflichtet"

Joe Bertsch (Grüne) war Verfechter des ursprünglichen Planes, steht jetzt aber voll und ganz hinter dem neuen Projekt: "Das jetzige Projekt ist zwar abgespeckt, aber noch immer absolut korrekt." Er fügt hinzu: "Nach der Wahl stieg die Gemeinde aus dem Projekt aus – wurde in gewisser Hinsicht vertragsbrüchig – und es war bis zum Schluss unklar, ob sich die Grundeigentümer weiterhin an ihr Zugeständnis halten würden. Letztlich sind sie bei dem Entgegenkommen geblieben und die Gemeinde ist der Familie eigentlich zu großem Dank verpflichtet." Ein Kindergarten, wie das der ursprüngliche Plan vorgesehen hat, wird in diesem Komplex nicht entstehen. Dieser könnte im Zentrum, nördlich der Pfarrkirche, errichtet werden: Ein Thema für den kommenden Thaurer Gemeinderat.
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