10.11.2016, 00:00 Uhr

Schnitzeljagd um 50 Millionen

(Foto: Dorfbühne Baumkirchen)

Originelle Aufführung von "Laras Plan" der Dorfbühne Baumkirchen
Theaterbesprechung von Peter Teyml

BAUMKIRCHEN. Wenn ein alter Herr, reich, sehr reich, eine 50 Jahre jüngere Frau zu ehelichen gedenkt, läuten nicht gleich die Hochzeits- sondern eher die Alarmglocken. Das ist die Ausgangslage in der dreiaktigen Kriminalkomödie „Laras Plan“ von Claudia Gysel.
Im vorliegenden Fall geht es aber nicht um die Lugner-Story, sondern um Eugen Hammerschmidt, der mit seiner geschiedenen Frau, seiner Schwester sowie standesgemäßem Personal eine riesige Villa bewohnt. Alle fürchten nun um ihre Privilegien bzw. um ihr erhofftes Erbe, da können schon Pläne auftauchen sich der unliebsamen jungen Dame zu entledigen. Da lassen einige die Masken fallen, andere verbergen sich dahinter, mysteriöse Unfälle und unerwartete Wendungen werden in den drei Akten innerhalb 2 1/² Stunden (mit Pausen) in witzigen Dialogen und rustikalen Sprüchen abgearbeitet.
Spielleiterin Sabine Huber hat die vier Damen & fünf Herren gut im Griff und forciert die Sager an den richtigen Stellen, da kann schon einmal aus der „lieben Schokomaus ein Nutellaaufstrich“ werden. Die gefällige Ausstattung von Martina Schweiger weist auf ein Büro der 30-er-Jahre hin, da hat ein Hinweis auf DNA-Spuren im Script keinen Platz.
Die beiden Damen Monika Kecht als Exgattin & Annemarie Troppmair als Adelheid sind ein stattliches und eloquentes Duo, Martin Hornsteiner gibt gefällig den verliebten Herrn Blümlein, dazu passend Marina Jenewein als wandlungsfähige Iris und Otto Kirchmair als betuliche, treue Köchin. Reinhold Huber verkörpert überzeugend den alten Millionär Eugen mit seinem „Johannistrieb“ und sentimentaler Sturheit, und Bernadette Goreis kann der geheimnisvollen Lara gewandt Stimme und Figur leihen.
Zwei Herren vermögen dem Geschehen auf der Bühne besondere Farbe geben: Franco Liedoll als unheimlicher Butler Benno, der aus Allem die richtigen Schlüsse zieht, sowie Simon Kirchmair, dem man selbst dick aufgetragene Skrupel jederzeit abnimmt und der sich schlussendlich aber als mit reichlich krimineller Energie ausgestatteter junger Mann mit dem erfundenen Namen Carlos Mendoza erweist. Den richtigen Namen erfahren Sie bis zum 19. November im Gemeindesaal des Ortes.
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