29.09.2014, 14:37 Uhr

Land will Asylwerber in Hall unterbringen

Die ehemalige Straubkaserne könnte schon bald als Unterkunft für Asylwerber dienen.

Schon bald könnten die ersten Flüchtlinge in der Straubkaserne einziehen

Die vier Gemüsebauern, welche die ehemalige Straubkaserne vergangenes Jahr gekauft haben, haben schon viel Geld in die ehemaligen Manschaftsunterkünfte investiert. Zum Teil wohnen dort die Saisonarbeiter, zum Teil stehen die Gebäude aber auch leer.
"So lange das ganze Areal immer noch als "Sonderfläche Kaserne" gewidmet ist, können wir das Gelände nicht so nützen wie wir es wollen, Neubauten und die Einmietung von anderen Firmen sind nicht möglich. Leider geht bei der Umwidmung durch die Stadt Hall nichts weiter, da müssen wir eben schauen, wie wir das Gelände nützen können und damit Geld verdienen, erklärt Romed Giner, Sprecher der Eigentümer. So kam den Gemüsebauern die Anfrage des Landes, ob man dort Asylwerber unterbringen könnte gerade recht.
LR Christine Baur, in der Landesregierung zuständig für die Unterbringung von Asylwerbern, bestätigt die Verhandlungen: "Ich muss bis Jahresende noch 300 Plätze für Asylwerber organisieren, und werde das auch schaffen. Die ehemalge Staubkaserne wäre ideal, weil die Unterkünfte sofort beziehbar wären. Angedacht ist vorerst an die Unterbringung von 100 Asylwerbern für ein halbes Jahr. Romed Giner kann sich auch eine längere Unterbringung vorstellen. "Auch im Sommer, wenn unsere Erntehelfer dort wohnen, haben wir noch genug Platz.

Bgm. Posch dagegen

Nicht einverstanden mit dem Standort für das Flüchtlingsheim ist die Haller Bürgermeisterin Eva Posch. "Die Kaserne ist viel zu abgelegen, Außerdem ist es bedenklich, traumatisierte Menschen in eine Kaserne, die von einem Zaun umgeben ist, zu stecken.“
Posch betont, die Stadtgemeinde hätte bereits dreimal Flüchtlinge aufgenommen: „Wir haben in Hall eine große Erfahrung mit Flüchtlingen und wissen genau, wie man so einen sensiblen Prozess gestalten muss. Das Um und Auf ist die richtige Vorbereitung: die umfassende Information der Bevölkerung und die Integration der traumatisierten Flüchtlinge. Ich kann dem Innenministerium nicht den Vorwurf ersparen, dass sie vor Ort sehr viel Porzellan zerstört. So kann eine Zusammenarbeit jedenfalls nicht funktionieren.“ Außerdem verweist Posch auf das Angebot, dem Land Tirol ein Grundstück neben dem Haller Krankenhaus zur Verfügung zu stellen, wo man ein Containerdorf errichten könnte.

Nur wenn die Stadt Hall das Areal der ehemaligen Kaserne in eine Gewerbezone bzw. in eine Sonderzone für Gemüseverarbeitung und -lagerung umwidmet, würden sich die Bauern wohl davon abhalten lassen, dort ein Asylwerberheim zu errichten. Allerdings hat Bgm. Posch schon öfters erklärt, eine Umwidmung von so einem großen Areal sei eine sehr komplizierte Materie, man lasse sich in dieser Sache nicht drängen.
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