20.10.2014, 15:33 Uhr

Suche nach Unterkünften für Asylwerber geht weiter

Am Gelände der ehemaligen Straubkaserne könnten schon bald Asylwerber wohnen.
Noch diese Woche wird es eine baupolizeiliche Überprüfung der geplanten Asylwerberunterkünfte durch externe Experten und Mitarbeiter der Stadt Hall geben. "Dabei geht es um Sicherheitsfragen wie den Brandschutz, auch die Hygiene wird geprüft", erklärt Bgm. Eva Posch. Gibt es keine Einwendungen bzw Auflagen der Behörde, könnten schon bald 100 Asylwerber in die ehemalige Straubkaserne in Hall einziehen.
"Ich habe immer betont, dass die Stadt Hall, wie schon oft in der Vergangenheit, bereit ist Flüchtlinge aufzunehmen. Ich kann auch damit leben, dass 100 Asylwerber für ein halbes Jahr dort wohnen. Ich habe aber immer gesagt, dass ich den Standort für nicht ideal halte, weil er zu abgelegen ist. Für eine längerfristige Unterbringung würden wir dem Land Tirol ein Grundstück in der Zollstraße zur Verfügung stellen, wo man ein Containerdorf errichten könnte", erklärt Posch

Heiße Luft im Rumer Gemeinderat

In Rum stellten die Grünen im Gemeinderat einen dringenden Antrag zur Schaffung von Asylunterkünften. "Man kann doch keinen dringenden Antrag stellen, der sofort zu entscheiden wäre, ohne einen Lösungsvorschlag zu haben, kritisiert GR Jürgen Mayr (FPÖ). Schließlich einigten sich die Parteien in Ruhe über das Thema zu diskutieren.
"Alle in Rumer Gemeinderat vertretenen Parteien haben erklärt, dass sie Verständnis für die Not der Flüchtlinge haben und für eine Asylwerberunterkunft in Rum wären. Da herscht bei uns große Einigkeit", berichtet Bgm. Edgar Kopp (SPÖ). Allerdings gibt es keine brauchbaren Vorschläge, wo die Asylwerber unterzubringen wären. "Von Containerdörfern halte ich nichts, da man dafür ja extra die Infrastruktur wie Wasser- und Kanalanschluss errichten müsste", meint Kopp. Auch der Plan, die Flüchtlinge in leerstehenden Häusern der Gemeinde unterzubringen, ist gescheitert. "Das sind Bruchbuden, wo eine menschenwürdige Unterbringung nicht möglich ist", erklärt Kopp, der auch entschieden dagegen ist, für Asylwerber Gemeindewohnungen zur Verfügung zu stellen: "Dann gibt es Krieg. Ich kann nicht einem Rumer, der schon länger auf der Warteliste steht, sagen 'du bekommst die Wohnung nicht, weil ich sie Flüchtlingen gegeben habe'."

Asylwerber nach Rinn?
Vielleicht wohnen schon bald Asylwerber in Rinn. "Das lehrstehende Hotel Geisler ist uns schon länger als Unterkunft angeboten worden", bestätigt die für Flüchtlingsfragen zuständige LR Christine Baur (Grüne), ob das Angebot angenommen werden, könne man zur Zeit nicht sagen, da noch einige Fragen zu klären sind. "Ich weiß, dass es von Seite der Gemeinde Vorbehalte gibt. Ich bemühe mich sehr um die Zustimmung der Gemeinden und es ist für uns auch sehr wichtig, dass die Menschen die dort wohnen, vorab informiert werden", erklärt Baur.
"Wir sind für Asylwerber offen", meint der Rinner Bürgermeister Friedl Hoppichler, erklärt aber auch, dass ihm lieber wäre, wenn das Hotel Geisler wieder als Gastronomiebetrieb aufsperren würde. "Wir brauchen mehr Unternehmen in Rinn, die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringen. Ich glaube nach wie vor, das man das Hotel wieder eröffnen und wirtschaftlich führen könnte."
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