11.09.2014, 15:18 Uhr

Nordkette Downhill.PRO 2014 -„Back Stage“ von den Teamfahrern der Bike Junkies Tyrol

Es ist der Freitag sehr früh morgens der 29.08.14 und ich schleppe mich aus dem warmen kuschligen Bett um einen Blick aus dem Fenster zu werfen. Heute stehen die Trainingsläufe für das Nordkette Downhill.PRO am Terminkalender….endlich!!! Das Wetter schein zu passen, wie auch die letzten Tage ist es heute trocken. „Nochmal Glück gehabt“ denke ich. Denn bei Regen wäre dieses Rennen nicht wirklich zum Empfehlen. Ich schlürfe also meinen Kaffee ganz genüsslich und denke mir bei jeder Armbewegung „ solch einen Muskelkater hatte ich schon viele Jahre nicht mehr“. Aber leider nicht vom Radln, denn das gute Scott-Bike verstaubt schon seit mehr als 2 Monaten bei mir im Keller. Nein, vielmehr sind es dir Arbeiten am Haus die mich meiner Kräfte rauben und jeder meiner freien Minuten in Anspruch nehmen.
Ich zieh mir schnell was Bike-taugliches über und will mich gerade auf dem Weg zum Auto machen als meine besser Hälfte mir aus dem oberen Stockwerk unseres Hauses zuruft: „ Gehst du Schrauben besorgen für den Dachstuhl?“ Da dämmert es mir, heute kommen die Zimmerer und setzten den neuen Dachstuhl auf….und natürlich benötigen die meine hilfe. NEEEEEEIIIIINNNNNN!!!!!! Total vergessen….! Ja dann lass ich das Training heute eben aus….ist ja eh gutes Wetter vorhergesagt.

Samstag sehr sehr früh morgens (der Renntag) falle ich total Kaputt aus dem Bett. Der einzige Motivationsanstoß welcher mich zu so großen Bewegungsabläufen (Zähneputzen, Anziehen, usw.) vorantreibt ist der Gedanke ans biken. Endlich wieder mal auf dem Rad einen Trail fühlen, über kleine Unebenheiten hinweg gleiten, das Rad in die Kurven drücken, Wurzeln geschickt überrollen und über die Sprünge fliegen. Doch was dürfen meine halb geöffneten Augen erblicken….Regen…..endlich mal wieder Regen…..zur Abwechslung mal was ganz neues in diesem Sommer. Der erste Gedanke was mich streift „den Trail auf schmerzhafte Art und Weise erfühlen, in kleine Unebenheiten detonieren, mit dem Rad in jede Kurve fliegen, Wurzeln – der Alptraum und bei Sprünge alles an Dreck ins Gesicht bekommen“! Der Nordkette Trail ist schon bei guten Bedingungen sehr schwer zu befahren aber jetzt auch noch Regen nach mehreren Tagen Sonnenschein…eine Teufelsmischung.
Etwas weniger Motiviert schleppe ich mich zum Auto und fahre zur Hungerburg wo sich das Fahrerlager befindet. Ich bin der einzige Fahrer die sich in einer der ersten Gondel zur Bergfahrt begeben. Sehr gut denke ich, dann kann ich in Ruhe ein paar Trainingsfahrten machen. Aber als ich nach einer abfahrt und 3 Stürzen später im Ziel ankommen Weis ich ganz genau „das wird für mich heute nur eine Fahrt damit ich dabei war und nicht um mit Höchstleistungen zu glänzen“. Der Trail wurde zwar sehr schön vom Veranstalter für das Rennen her gerichtet, doch der Regen hat ihm einfach zu sehr Zugesetzt und meine konditionelle Verfassung war das letzte Mal so schlecht als ich mir mit 14 Jahren meine erste eigene Spielkonsole gekauft habe und alles nachholen musste was ich bis dorthin an Spielerlebnissen versäumt hatte. Ein paar Stunden später trudelt dann auch mein Teamkollege André ein. Ich erzähle ihm meine schönen früh morgendlichen Erlebnisse auf dem Trail und seine Reaktion „Tet glob isch nisch. Jestern ging es rischtisch jut!“ Eine Trainingsfahrt später hatte auch er seine Meinung geändert. Wir entschlossen uns aber doch am Rennen teil zu nehmen.
Wir vertrieben uns die Zeit bis zum Start und witzelten mit den anderen Fahrern über die grauenhaften Bedingungen. Aber Trotzdem wurden es immer mehr Zuseher die an unserem Fahrerlager vorbei strömten und sich Richtung Rennstrecken begaben. Der Start rückte immer näher und wir machten uns langsam auf den Weg zur Gondel. Die Abfahrt von der Seegrube bis zum Startzelt nutzten wir um uns Aufzuwärmen. Ich genoss es richtig ohne Druck an den Start zu gehen denn mein einziges Ziel heute ist es verletzungsfrei durch zu kommen!
„Nummer 19“ hör ich jemanden rufen. Meine Startnummer wird schon aufgerufen? „Warum denn jetzt schon“ fragte ich den Verantwortlichem am Start. „Wegen dem Wetter sing sehr viele gar nicht erst zum Rennen angetreten“ meinte er und bereitete die Start box für mich vor. Ich stelle in die Start box, schließe meine Augen und genieße das aufsteigende Gefühle von Anspannung und Vorfreude. 5,4,3,2, und ich starte in das erste Teilstück „Mischwald“ in das Rennen. Dieser Abschnitt zeichnet sich durch enge Kurven mit flachen Verbindungsstücken, großen Stein- und Wurzelhindernissen im Trail und geringer Geschwindigkeit aus. Kurz gesagt: nicht ideal um in den Rhythmus zu kommen.
Je mehr ich mich dem Ziel nähere umso lauter werden die Schreie der Zuseher….ein geniales Gefühl!
Total erschöpft falle ich nach unzähligen Stürzen ins Ziel und bin überglücklich mich nicht verletzt zu haben.
Unsere Leistungen an diesem Tag: Platz 27 und 32 aber das Wichtigste, GESUND!
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