09.10.2014, 15:39 Uhr

EPUs von schlechter Geschäftslage am meisten betroffen

Ludwig Kössler, Walter Bornett und Georg Steixner präsentierten keine guten Zahlen.

Die Geschäftslage in Gewerbe und Handwerk ist so schlecht, wie seit 2003 nicht mehr. Knapp ein Viertel der Betriebe bewertete die heurige Situation mit "Nicht Genügend". Die Wirtschaftskammer fordert eine Erhöhung des Handwerkerbonus.

(kurt). "Es schaut gar nicht gut aus", sagte KMU Forschung Austria-Chef Walter Bornett gleich zu Beginn der Präsentation einer aktuellen KMU Erhebung. Über alle Branchen hinweg verzeichneten die Tiroler Handwerks- und Gewerbebetriebe (größte Sparte der Wirtschaftskammer Tirol (WKT), rund 58.000 Mitarbeiter in Tirol) Geschäftsrückgänge in den ersten drei Quartalen. Der Umsatz ging um 2,9 Prozent zurück, 44 Prozent der Betriebe haben Auslastungsprobleme. Besonders hart trifft es das Bau- und Baunebengewerbe, hier verzeichnet man ein Minus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Dennoch ist kein Mitarbeiterabbau zu erwarten. Die Betriebe wollen ihren Beschäftigungsstand halten. Vor allem die kleineren Betriebe zeigen hier ein hohes Maß an sozialer Verantwortung und halten ihre Facharbeiter", erklärte Spartenobmann Georg Steixner.
Doch sind es vor allem die kleinen Unternehmen und die EPUs (Ein-Personen-Unternehmen) die besonders unter Druck stehen. Nahezu ein Viertel (24 Prozent) derselben beurteilt die Geschäftslage mit "Nicht Genügend!". Die größte Verschlechterung gibt es bei den EPUs, gefolgt von Betrieben mit bis zu neun Beschäftigten. "Je kleiner das Unternehmen, desto mehr Druck", sagte Bornett. Woran das liegt, darüber kann nur spekuliert werden. Bornett vermutet einen Zusammenhang zwischen Kundenvertrauen und Firmengröße.

Angesichts der totalen Flaute 2014 fordert die Wirtschaftskammer eine Erhöhung des heuer eingeführten Handwerkerbonus (insg. 30 Millionen Fördersumme und befristet bis 2015). Der Handwerkerbonus ist eine Förderung für handwerkliche Tätigkeiten wie Malerarbeiten, Fenster- und Türentausch, Sanitär-Sanierungen und ähnliches (nähere Infos dazu gibt es auf der Homepage der Wirtschaftskammer). Ludwig Kössler, GF der Sparte, fordert angesichts der schlechten Zahlen eine Verlängerung der Förderung über das Jahr 2015 hinaus. "Überdies sollte der Handwerkerbonus unbedingt auch für Neubauten (momentan nicht gefördert) gelten", so Kössler.
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wolfgang kratina aus Schwaz | 12.10.2014 | 09:54   Melden
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