19.09.2014, 15:12 Uhr

"Kein Zurück" – Größtes Baulos des BBT gestartet

Bis zum Frühjahr 2019 sollen die Arbeiten für die Strecke Tulfes-Pfons dauern.

TULFES (cia). Mit einer feierlichen Zeremonie wurden am 18. September die Vortriebsarbeiten zum BBT-Baulos Tulfes-Pfons begonnen.

Anwesend waren dabei hochrangige Vertreter von Politik und Wirtschaft, wie Pat Cox (EU-Coordinator TEN-Achsen), der Sektionschef Christian Weissenburger vom BMVIT als Vertreter von BM Alois Stöger, Landeshauptmann Günther Platter und Vertreter der beiden Staatsbahnen ÖBB und RFI, sowie die Tunnelpatin Elisabeth Pöchhacker (Frau des gerade verstorbenen Vorsitzenden des BBT SE – Aufsichtsrates, Horst Pöchhacker).

Pat Cox lobte den BBT als das "prioritärste" Projekt entlang des 9000 km langen Nord-Süd-Korridors von Helsinki nach Valletta und sagte die maximale Finanzierung von 40 Prozent erneut zu. Die Vertreter beider Staaten versicherten ebenfalls die kontinuierliche Finanzierung dieses europäischen Projektes.

Eckdaten zum Baulos

Das Baulos Tulfes-Pfons besteht aus mehreren Tunnelbauwerken mit einer Gesamtlänge von 38 Kilometern. Entlang der bestehenden Eisenbahnumfahrung Innsbruck wird ein für Fahrzeuge passierbarer Rettungsstollen mit einer Länge von neun Kilometern und einem Ausbruchsquerschnitt von ca. 35 m² errichtet. Ausgebrochen wird der Rettungsstollen im Sprengvortrieb sowohl von Tulfes aus in Richtung Westen, als auch vom Zufahrtstunnel Ampass in Richtung Osten und Westen. Die Errichtung des Rettungsstollens wird im Sommer 2017 abgeschlossen sein.

Ab dem Frühjahr 2015 werden die beiden Verbindungstunnel zwischen der Umfahrung Innsbruck und den beiden Haupttunnelröhren des Brennerbasistunnels mittels Sprengvortrieb vom Zufahrtstunnel Ahrental beginnend ausgebrochen werden. Die Länge dieser beiden Tunnel beträgt jeweils 4,5 km, deren Bauzeit 3,5 Jahre.

Unter dem Gemeindegebiet von Innsbruck-Igls und Patsch wird auf einer Länge von ca. 500 Metern die Nothaltestelle Innsbruck errichtet und zwar vom Sommer 2015 bis April 2018.

Des Weiteren wird vom Ahrental aus der Erkundungsstollen in Richtung Steinach am Brenner vorgetrieben. Dieser Erkundungsstollenabschnitt mit einer Länge von 15 Kilometern wird mit einer Tunnelbohrmaschine (TBM) aufgefahren. Es kommt zum ersten Mal auf österreichischem Projektgebiet eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine eigens angefertigte Maschine mit einer Gesamtlänge von ca. 180 Metern. Diese TBM mit einem Durchmesser von beinahe 8 Metern ist mit zahlreichen großen Einzel-Bohrmeißeln am Bohrkopf ausgestattet. Durch eine konstante Drehung gräbt sich die Maschine Richtung Süden. Die Sicherung des Tunnels erfolgt mit Spritzbeton. Die TBM wird im Sommer 2015 von der bereits errichteten Kaverne im Ahrental aus den Vortrieb aufnehmen und sich bis zum Frühjahr 2019 nach Süden vorarbeiten.

Das Auftragsvolumen für das bisher größte vergebene Baulos beträgt ca. 380 Millionen Euro. Verantwortlich dafür zeichnet die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Strabag/Salini-Impregilo. Die ARGE wurde damit beauftragt weitere 38 Tunnelkilometer für das Projekt Brenner Basistunnel zu errichten. Die prognostizierte Bauzeit für das Baulos beträgt 55 Monate.
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