16.10.2014, 06:43 Uhr

Prämierung für milchviehhaltende Betriebe

Unter den Preisträgern war auch die Familie Kögl vom Schartenhof in Vils.

Auf Initiative der Landwirtschaftskammer Tirol wurden erstmals acht landwirtschaftliche Betriebe mit dem Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Vorreiter des biologischen Landbaus in Tirol, Prof. Ing. Josef Willi hatte die Landwirtschaftskammer Tirol einen Preis für nachhaltig produzierende landwirtschaftliche Betriebe ausgelobt. Nach einer Vorauswahl wurden insgesamt 62 Landwirtschaften einer genaueren Prüfung unterzogen, am Ende standen acht Betriebe als Bezirks- bzw. Landessieger fest.

Acht Bezirks- und Landessieger

Als die Familie Peer vom Muchnhof in Navis von ihrer Prämierung erfuhr, „sind wir aus allen Wolken gefallen“, so Bäuerin Helene Peer. „Dabei machen wir nichts anderes als die Generationen vor uns“, ergänzt Gatte Friedl. Frei nach dem Motto „Bescheidenheit ist eine Zier“ wissen die beiden allerdings sehr wohl, warum sie als Bezirks- und Landessieger ausgezeichnet wurden. Erfüllt ihr Hof doch einen Großteil der von der Landwirtschaftskammer vorgegebenen Kriterien, allen voran die 120 Tage Weidegang des Milchviehs, das gesunde Verhältnis von Viehbestand und Flächenausstattung sowie Alternativen zu Öl-/Gasheizung und der Verzicht auf Grundverkauf. Unter der Moderation von Präsident Josef Hechenberger wurde ihnen und sieben weiteren Betrieben vergangene Woche der 1. Josef Willi-Nachhaltigkeitspreis verliehen.

Nachhaltigkeit in Tirol

Im Zuge der Preisverleihung gaben Kammerdirektor Richard Norz, LHStv Ingrid Felipe und MCI-Rektor Andreas Altmann interessante Einblicke zum Thema Nachhaltigkeit in Tirol. Beim Verzehr eines nachhaltig produzierten und zubereiteten Abendessens erfuhren die geladenen Gäste vom Weg der kleinen Schritte (Felipe), dass Qualität vor Quantität gehe (Altmann) und - mit einem Augenzwinkern - dass „sich unter den Preisträgern zwei ehemalige Schüler und ein Mitarbeiter befinden“ (Norz). Von den acht Bezirkssiegern waren allein sechs Biobetriebe, angesichts der rückläufigen Zahl ökologisch wirtschaftender Betriebe vielleicht ein Denkanstoß für den ein oder anderen konventionell produzierenden Betrieb.
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