Reportage
Ab in den Untergrund der Therme Loipersdorf

Therme von unten: Ein 400 Meter langer Tunnel verbindet das Areal unter den Becken der Therme Loipersdorf. Zwei Mal am Tag wird ein Kontrolldurchgang gemacht.
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  • Therme von unten: Ein 400 Meter langer Tunnel verbindet das Areal unter den Becken der Therme Loipersdorf. Zwei Mal am Tag wird ein Kontrolldurchgang gemacht.
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Die Therme von unten: Die WOCHE begab sich mit Erwin Hebenstreit, Leiter der Instandhaltungstechnik in die "Unterwelt" der Therme Loipersdorf.

Ruhe, Erholung, Entspannung rund um die Feiertage? Während im Thermalbecken gerade genüsslich die Hände in den Nacken und die Beine auf die Thermenliege gelegt werden, geht es unter den insgesamt 35 Becken ziemlich heiß her. Denn damit die jährlichen 560.000 Besucher der Therme Loipersdorf ihren Wellnessurlaub so richtig genießen können, sind nicht nur rund 200 Mitarbeiter auf den Beinen und um das Wohl der Gäste bemüht, sondern auch modernste Technik im Einsatz. Diese hat sich die WOCHE genauer angeschaut und begab sich dafür mit Erwin Hebenstreit, Leiter der Instandhaltungstechnik in den Untergrund der Therme Loipersdorf.

Die Quelle Lautenberg befördert das 62 Grad heiße Thermalwasser mittels Pumpe ohne Eigendruck aus 1.100 Metern Tiefe ans Tageslicht.
  • Die Quelle Lautenberg befördert das 62 Grad heiße Thermalwasser mittels Pumpe ohne Eigendruck aus 1.100 Metern Tiefe ans Tageslicht.
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Wir wollen den Weg des Wassers mitverfolgen, von der Quelle bis in den Abkühlteich.
Als erstes geht es darum zur Quelle, von denen gibt es rund um Loipersdorf drei, neben der ältesten der Binderquelle, sind das auch die Lautenbergquelle und die Barbaraquelle, welche die Mutter aller Thermen speisen. Eine vierte Bohrung im Rehgraben ist bereits in Planung. 

Sie kennen die Thermen-Unterwelt wie ihre Westentasche: Erwin Hebenstreit, Leiter der Instandhaltungstechnik und Anton Unger, Leiter der Hauswassertechnik arbeiten bereits seit mehreren Jahrzehnten in der Therme Loipersdorf.
  • Sie kennen die Thermen-Unterwelt wie ihre Westentasche: Erwin Hebenstreit, Leiter der Instandhaltungstechnik und Anton Unger, Leiter der Hauswassertechnik arbeiten bereits seit mehreren Jahrzehnten in der Therme Loipersdorf.
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Aus 1.100 Meter Tiefe ins Thermalbecken

Mit einem Druck von 0,5 bis 6 Bar wird das 62 Grad heiße Thermalwasser aus 1.100 Metern Tiefe aus dem Erdreich gepumpt und mittels Rohrleitungssystem in die Therme geleitet. "Die Länge des gesamten Rohrleitungssystems würde von der Therme Loipersdorf bis nach Vorarlberg und wieder zurückreichen", veranschaulicht Hebenstreit den Umfang des unterirdischen Leitungssystems.
Seit 1977 wurden bisher rund 3,5 Millionen Kubikmeter Thermalwasser durch das Leitungssystem befördert. "Das entspricht rund 45.000 vollen Badewannen pro Tag", so Hebenstreit.
Die daraus gewonnene Energie wird dazu genutzt die Badebecken - ergänzend zur Fernwärme - auf Temperatur zu bringen.

Das Tunnelsystem unter der Therme ist mit sechs Notausstiegen ausgestattet.
  • Das Tunnelsystem unter der Therme ist mit sechs Notausstiegen ausgestattet.
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400 Meter Tunnel durch die "Thermen-Unterwelt"

Für die Wartung des Leitungssystem ist die komplette Thermenlandschaft vom Schaffelbad bis zum Thermalbecken mit einem 400 Meter langen unterirdischen Tunnel verbunden. Zweimal pro Tag erfolgt eine Sichtkontrolle durch die Techniker. Das Herzstück der Thermen-Unterwelt ist die Haupttechnik, von der aus der Großteil der Therme bedient wird.

In solchen Filterkesseln wird das Thermalwasser gereinigt und wieder aufbereitet. Die größten Kessel fassen rund 20.000 Liter.
  • In solchen Filterkesseln wird das Thermalwasser gereinigt und wieder aufbereitet. Die größten Kessel fassen rund 20.000 Liter.
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Hier laufen nicht nur die Leitungen und Lüftungsanglagen, sowie die Heizung zusammen, sondern finden sich auch die Filterkessel und das Thermal Vorratsbecken für die gesamte Therme. "Dieses fasst starke 1 Million Liter", erklärt Anton Unger, Leiter der Hauswassertechnik. Zusätzlich verfügt die Therme auch über einen 2 Millionen Liter Trinkwasserspeicher. "Denn wir versorgen mit unseren sieben Malteserbrunnen nicht nur die Therme, sondern auch einzelne Haushalte in Loipersdorf mit Trinkwasser", so Unger.

"Von unten": das Herz der Therme Loipersdorf ist die "Haupttechnik".
  • "Von unten": das Herz der Therme Loipersdorf ist die "Haupttechnik".
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Von 36 auf 12 Grad

Gesteuert wird alles mittels modernster Technik. Die Wartung sei dabei das Um und Auf. Die Reinigung des Thermalwassers erfolgt mit Aktivkohle, Quarzkristalle und Ozon. Dies hat eine 30-fach höhere Desinfektion als Chlor. In nur zwei Stunden kann so der komplette Inhalt des Außenbeckens der Therme gesäubert werden. Nach dem Badegebrauch wird das Thermalwasser von 36 Grad auf bis zu 12 Grad Wassertemperatur gebracht und danach in den Abkühlteich (vor dem Schaffelbad) verworfen. Effektive Mikroorganismen sorgen wieder für das nötige Gleichgewicht im Wasser. Die abenteuerliche Reise des Thermalwassers findet hier ihr Ende...

"Von oben": So kennen die Gäste die Therme Loipersdorf.

Details zur Therme Loipersdorf

  • Über 300 Mitarbeiter, über 2.000 Arbeitsplätze in der Region
  • 35 Becken, 20 Saunen, 5 Rutschen, Gesundheitszentrum
  • Etwa 560.000 Gäste pro Jahr
  • Gesamtumsatz 24,5 Millionen Euro (2017/18) 
  • 2 Tochtergesellschaften: Hotel DAS SONNREICH**** und Congress Loipersdorf
  • Geförderte Wassermenge seit 1977: rund 3,5 Millionen Kubikmeter Thermalwasser - das entspricht ca. 45.000 vollen Badewannen pro Tag und 16,5 Millionen Badewannen pro Jahr
  • Süßwasserverbrauch: rund 350 Quadratmeter - entspricht einer durchschnittlichen Jahresmenge von zwei Haushalten
  • Stromverbrauch: rund 11 Millionen KWh - wären umgerechnet knapp 4.000 2-Personen-Haushalte pro Jahr.
  • Mehr zu Therme Loipersdorf lesen Sie hier

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