Steirische Pilotgemeinde
Leitungswasser rinnt garantiert im Krisenfall

Lokalaugenschein im Wasserwerk Fürstenfeld: Bgm. Franz Jost und Blackout-Verantwortliche sorgen mit Notstromaggregaten vor. Diese müssen regelmäßig in Betrieb genommen werden, um jederzeit funktionstüchtig zu sein.
  • Lokalaugenschein im Wasserwerk Fürstenfeld: Bgm. Franz Jost und Blackout-Verantwortliche sorgen mit Notstromaggregaten vor. Diese müssen regelmäßig in Betrieb genommen werden, um jederzeit funktionstüchtig zu sein.
  • Foto: WOCHE
  • hochgeladen von Waltraud Wachmann

Blackoutszenarien sind zur realen Gefahr geworden: Daher sorgt die Stadt Fürstenfeld rechtzeitig vor.

Am 8. Jänner dieses Jahres geriet das europäische Stromnetz durch ein Beinahe-Blackout gewaltig ins Wanken. Die massiven Störfälle führten drastisch vor Augen, dass diese Gefahr kein Szenario der fernen Zukunft ist. Ein Blackout, ein großflächiger Strom-Totalausfall, hat im "Worst Case" einen Kollaps der gesamten Infrastruktur über einen längeren Zeitraum zur Folge.
"Vorbeugende Maßnahmen sowie eine weitreichende Sensibilisierung der Bevölkerung zu mehr Versorgungsautarkie im Eigenheim, sollten besser heute als morgen verstärkt in Angriff genommen werden.  Wir evaluieren daher, welche Maßnahmen in der kritischen Infrastruktur umgesetzt werden müssen", meint dazu der Fürstenfelder Stadtwerke-Geschäftsführer, Franz Friedl. Zu seinen Kernkompetenzen zählt unter anderem die öffentliche Blackoutvorsorge.

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Steirische Pilotgemeinde

Ein essentielles Maßnahmenbündel zur Krisenvorsorge brachte Fürstenfeld 2019 auf den Weg. Das Land Steiermark erarbeitet in Kooperation mit Universitäten einen Störfallplan zur Absicherung der Wasserversorgung. Im städtischen Wasserwerk wurde ein steiermarkweites Pilotprojekt realisiert, das den Kreislauf des Wassers vom Trinkwasser aus der Leitung bis zum Abwasser aufrecht erhält. Zunächst wurden potenzielle Störfälle, wie Ausfälle von Strom und Pumpen oder Rohrbrüchen, evaluiert. "Unser Vorteil ist, dass wir im Werk Fürstenfeld über eine unabhängige Schaltzentrale verfügen. Durch die dezentrale Lösung mit der Steuerung vor Ort, betreffen uns überregionale Einflüsse nicht", berichtet Adolf Maier, Leiter des Bauamts und des Wasserwerks. Brunnen und Hochbehälter sind über Kabel verbunden und damit nicht auf ein funktionierendes Internet angewiesen. Zwischen Stadtwerken und Abwasserverband besteht eine enge Zusammenarbeit. Vom Verband wurde 2016 ein Notstromaggregat, welches im Katastrophenfall die Kläranlage betreibt und von den Stadtwerken gewartet sowie regelmäßig in Betrieb genommen wird, angekauft.

Ein "Notleuchtturm"

Ein Krisenplan ist in Ausarbeitung. Bürgermeister Franz Jost wird in Abstimmung mit Stadtwerke-Geschäftsführer Franz Friedl und Stadtrat Christian Schandor den Krisenstab leiten. Diesem werden neben den städtischen Abteilungsleitern auch die Kommandanten der Einsatzorganisationen angehören. Als Einsatzzentrale wird die Stadthalle installiert, dort soll es einen Notleuchtturm geben. Gemeindefahrzeuge könnten im Abfallwirtschaftszentrum betankt werden.
"Ziel ist eine gründliche Vorbereitung, um im Ernstfall gut gerüstet zu sein. Bei der Bestellung von Franz Friedl zum Stadtwerke-Direktor war mir ebenso seine Expertise in der Blackout-Vorbeugung wichtig. Leider können wir den Ernstfall nicht ausschließen, daher will ich eine gute Vorbereitung mit einem kompetenten Team forcieren", erklärt Bürgermeister Franz Jost.

Eigeninitiative ergreifen

Direktor Karl Kaplan, Zivilschutzbeauftragter der Stadtgemeinde, organisierte 2019 einen Informationsvortrag für Wehren und interessierte Bewohner. "2020 fielen Veranstaltungen aus. Die Abteilungen der Stadt wurden dennoch laufend mit Informationsmaterial zum Blackoutschutz ausgestattet", verweist Karl Kaplan auch auf den Blackout-Ratgeber des Zivilschutzverbands Steiermark. Im privaten Bereich sei Eigeninitiative gefragt. Vorräte an Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, Hygieneartikeln sowie Taschenlampen oder ein batteriebetriebenes Radio sollten in allen Haushalten vorhanden sein.


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