Großsteinbach
Sie sorgen für saubere Telefonzellen in ganz Österreich

Rund 5.000 Telefonzellen im Osten Österreichs werden von Mitarbeitern der LEO GmbH in Großsteinbach gereinigt. Koordiniert werden sie dabei von Peter Prettenhofer und Alexander Fleck (r.)
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  • Rund 5.000 Telefonzellen im Osten Österreichs werden von Mitarbeitern der LEO GmbH in Großsteinbach gereinigt. Koordiniert werden sie dabei von Peter Prettenhofer und Alexander Fleck (r.)
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Von Telefonzellen am Dachstein über Insektenplagen am Neufeldersee bis zu ungewollten Graffiti-"Kunstwerken" in Wien: so gestaltet sich die Arbeit der Mitarbeiter der Großsteinbacher LEO GmbH, die für das Reinigen von 5.000 österreichischen Telefonzellen zuständig ist.

GROSSSTEINBACH. Nur selten würdigt man sie noch eines Blickes. Unscheinbar stehen sie an Straßenrändern, an Bushaltestellen, Bahnhöfen oder Hauptplätzen. Seitdem jeder ein Handy in der Tasche und die Welt am Ohr hat, scheinen sie nutzlos: die Rede ist von den guten alten Telefonzellen. Viele wurde bereits rückgebaut oder einem neuen Nutzen zugeführt, etwa als Büchertankstelle, Paketzelle oder Ladestation.

Einmal pro Quartal wird jede Telefonzelle gereinigt.

"Telefonzellen waren lange eine gesetzliche Grundverordnung. Für die Notfallversorgung muss eine bestimmte Anzahl von ihnen erhalten bleiben", erklärt der Geschäftsführer der LEO GmbH in Großsteinbach Peter Prettenhofer. 8.000 Telefonzellen gibt es aktuell noch in ganz Österreich und diese sollen - wenn sie einmal benutzt werden - auch sauber sein. Hier kommt die Beschäftigungsgesellschaft aus Großsteinbach ins Spiel. Seit 2011 reinigen die LEO-Mitarbeiter rund 5.000 Telefonzellen im Osten Österreichs.

Müllhalde statt Telefonzelle

Jede Telefonzelle wird einmal pro Quartal angefahren. Koordiniert werden die Touren von der Partnerfirma "Netzwerk AG" in Oberösterreich. "Eine solche Tour ist regionsabhängig kann pro Tag 20 bis 60 Telefonzellen umfassen. "In Wien gibt es Standorte, zum Beispiel in U-Bahnstationen, da hängen bis zu zehn Telefonanlagen auf einem Fleck. In weitläufigeren Gebieten gibt es pro Gemeinde oft nur eine einzige", erklärt Prettenhofer. Auch der Zustand der Kabine sei sehr unterschiedlich. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem Telefonzellen in Stadtgebieten sehr stark verunreinigt und verschmutzt sind. Oft werden sie als Müllablage benutzt, mit Graffiti besprüht oder fallen Vandalismus zum Opfer", betont Prettenhofer, dass nicht selten Hörer rausgerissen, Lampen und Scheiben eingeschlagen werden. "Da sind die Spinnweben, Insekten und Schlangen das geringste Problem", fügt Alexander Fleck hinzu. Er koordiniert die drei LEO-Mitarbeiter, die täglich zur Reinigung der Telefonzellen ausrücken.

Pro Telefonzelle bleibt den Mitarbeitern nur wenige Minuten, neben dem Reinigen, werden auch kleinere Mängel behoben. Große Verunreinigungen und Schäden werden gemeldet und im Rahmen einer Sonderfahrt repariert.
  • Pro Telefonzelle bleibt den Mitarbeitern nur wenige Minuten, neben dem Reinigen, werden auch kleinere Mängel behoben. Große Verunreinigungen und Schäden werden gemeldet und im Rahmen einer Sonderfahrt repariert.
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Kuriose Funde in der Kabine

Einer davon ist Herr K. Seit März diesen Jahres ist er für die LEO GmbH österreichweit im Einsatz. Dabei ist er hauptsächlich auf sich alleine gestellt. Man sei zwar flexibel und könne sich die Zeit selbst einteilen, müsse aber durchaus konsequent und in der Lage sein, sich bei Problemen selbst zu helfen zu wissen, so K. Denn trotz der teilweise starken Verunreinigungen und kuriosen Funden ("wir haben auch schon Unterhosen oder einen Nasssauger in Telefonzellen gefunden") bleibt dem Mitarbeiter pro Kabine nur ein paar Minuten. Das Wichtigste sei zwar, dass  Oberflächen, Hörer und Telefonanlage sauber sind, aber auch kleinere Gebrechen, wie das Tauschen von Lampen müssen behoben werden. Große Schäden oder totale Verunreinigungen werden gemeldet und auf Extra-Touren bearbeitet. Nach der Reinigung wird die saubere Telefonzelle mit einem Foto dokumentiert und per Code auf der Telefontastatur bestätigt.

Von der Koralpe auf den Dachstein

"Es ist eine interessante Tätigkeit und man kommt viel rum", fasst K. Telefonzellen gibt es nicht nur in Städten und Ortszentren, sondern auf fast jedem Campingplatz und auf jeder Bergstation, sogar am Dachstein. Auch auf der Koralpe oder am Uhrturm in Graz. Vier Mal war Herr K. schon in Mariazell, im Stift Heiligenkreuz, in Aflenz und auf der 2.400 Meter hohen Lugner Hütte. Sehen täte man aber trotzdem verhältnismäßig wenig, außer eben den Telefonzellen und Bankomaten, denn die werden von den LEO-Mitarbeitern ebenfalls mit betreut.

Zur LEO GmbH

Die LEO GmbH ist eine Beschäftigungsgesellschaft mit vorrangigem Ziel arbeitsmarktferne Menschen aus der Region auszubilden und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 13 Gemeinden der Bezirke Hartberg-Fürstenfeld und Weiz bilden die Trägerschaft des Projekts, das vom AMS gefördert wird. Die Zielgruppe der LEO GmbH umfasst arbeitsmarktferne Frauen und Männer, Wiedereinsteiger sowie Ältere. Die LEO GmbH schafft im Auftrag öffentlicher Auftraggeber (AMS, Land Steiermark, EU) für ihre Zielgruppen befristete Arbeitsplätze. Ziel ist es die Mitarbeiter nach Ablauf der Frist wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Mehr zur LEO GmbH in Großsteinbach

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