Lesermeinung zur Coronakrise
Zeit für neue Denkmuster

Mag. Reinhard Stachl
Geschäftsführer der Eventagentur „Das Erlebnismanagement GmbH“ aus Hartberg
  • Mag. Reinhard Stachl
    Geschäftsführer der Eventagentur „Das Erlebnismanagement GmbH“ aus Hartberg
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Mag. Reinhard Stachl
Geschäftsführer der Eventagentur „Das Erlebnismanagement GmbH“ aus Hartberg

Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, kein Esoteriker, sondern oft ein zu rational agierender Kapitalist, der sein Denken und Handeln aber immer wieder gerne einer grundlegenden Analyse zuführt. Diese Analyse orientiert sich mehr an der Philosophie als an ökonomischen Überlegungen. Unter diesem Aspekt bitte ich den Leser auch meine Gedanken einzuordnen.
Ich bin überzeugt, dass alles, was einem im Leben, was einer Gesellschaft als zu meisternde Aufgaben „passiert“, die Folgen von bestimmten Konstellationen sind, die man selbst kreiert, erschaffen hat. Die aktuelle Pandemie mit dem Coronavirus ist also die Folge einer Konstellation, die wir durch unser Verhalten entstehen haben lassen. Sie ist die erste Veränderung von mehreren, die sich ergeben musste, verursacht durch unseren Lebensstil, unserer Überheblichkeit im Umgang mit Ressourcen, unseren Individualismus und Egoismus im Umgang mit unserem Planeten. Eine eindimensionale Pharmaindustrie, grenzenlose Globalisierung, Materialismus, damit verbundener Rohstoffhunger, der folgende Klimawandel etc. sind die Bausteine dafür. Es geht nicht darum, dass wir hier Opfer sind, weil wir die Kontrolle verlieren. Unser Verhalten schafft im sensiblen Ökosystem „Erde“ eine neue Konstellation, die gegenseitige Reaktionen auslöst. Eine Pandemie ist eine Reaktion, der noch andere folgen. Wir haben verlernt, unser Handeln und Tun in Einklang mit unserem Lebensraum, der Natur, unserer Wurzeln zu planen. Abläufe haben sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten davon entkoppelt und verselbständigt. Unser Planet erschafft keine Trotzreaktionen mit Pandemie und Co. Es entwickeln sich in der aktuellen Situation um nachvollziehbare Folgewirkungen, deren Basis unser Handeln ist. Wir müssen diese Veränderungen akzeptieren und unser Leben daran ausrichten. Wir müssen unser Denken verändern. Wir sind nicht Kapitäne am Steuer im Raumschiff Erde. Wir sind vielmehr ein Zahnrädchen im sensiblen Antriebssystem unseres so schönen Planeten. Unser kapitalistisch orientiertes Wirtschaftssystem gibt uns vor, dass immer und überall alles möglich sein muss. Dabei agieren wir zu oft rücksichtslos gegenüber unserem Ökosystem. Ich bin auch überzeugt, dass wir stolz auf unseren Forscherdrang, auf unsere Kreativität, in Summe also bei unserer Spezies doch so üppig vorhandenen Gehirnmasse sein können. Jetzt ist es aber an der Zeit, zu lernen, diese positiven Eigenschaften, diesen Evolutionsvorsprung auch im Einklang mit unserem Ökosystem einzusetzen. Wir sind auf unserem Planeten nicht die dominierende Rasse, die über Allem zu stellen ist. Wir sind ein Teil dieses sensiblen Systems, der innerhalb dessen Reaktionen verursacht. Besinnen wir uns unserer Rolle, geben wir diesen Überlegungen Platz in unserem Denken.
Ein Gedankenexperiment: Stell dir vor, der aktuelle Virus wird in immer kürzeren Abständen durch neue abgelöst? Stell dir vor, unser Verhalten schafft Konstellationen, die unsere Lebensweise radikal verändern? Lebensräume werden durch Klimawandel, ausuferndes Wirtschaften kleiner, Ressourcen knapper, die Luft also „immer dünner“? Wir sind rascher an die Grenzen unseres kapitalistischen Systems angelangt, als es uns lieb ist. Natürlich werden wir nach Corona versuchen, rasch unser altes Leben wiederherzustellen. Es wird uns auch gelingen, anfangs auch den Schein erzeugen, dass es funktioniert. Innerhalb weniger Jahre wird eine neue „Krise“ auf uns zukommen. Wir empfinden es ev. wieder als Krise, obwohl es keine ist, da ja wieder eine Reaktion, die die Konstellationen verändert.
Dieser Prozess wird mehrere Jahre, Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Wenn wir ihn annehmen, positiv sehen, sind wir Teil des Prozesses und kein Fremdkörper darin. Vor allem nachfolgende Generationen werden die Thematik von Grund auf anders erleben, damit auch einen anderen Zugang dazu erlangen. Es kommen herausfordernde Zeiten auf uns zu. Nehmen wir die Herausforderung an, sehen sie als Chance und wachsen wir mit der zu bewältigenden Aufgabe. Dann werden wir wieder vermehrt ein Teil unseres Planeten, der im Einklang mit Ressourcen, Ökosystem und Co agiert.

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