Geothermie-Symposium 2021: Beitrag der Geothermie zur Wärmewende in Österreich

Fürstenfeld stand ganz im Zeichen der zukunftsweisenden Erneuerbaren Energie: Mehrere Tage wurde intensiv über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Geothermie / Erdwärme informiert.
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  • Fürstenfeld stand ganz im Zeichen der zukunftsweisenden Erneuerbaren Energie: Mehrere Tage wurde intensiv über die neuesten Erkenntnisse zum Thema Geothermie / Erdwärme informiert.
  • Foto: Verein Geothermie Österreich
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Die Nutzung der Geothermie („Erdwärme“) für Thermen und Heilbäder hat in Österreich eine lange Tradition. In den vergangenen Jahren rückt jedoch auch die Bedeutung der Geothermie für die Versorgung von Wärme immer mehr in den Vordergrund. Das diesjährige Geothermie Symposium fand aus diesem Grund bewusst in der steirischen Thermenregion statt. Neben der Nutzung natürlicher Thermalwässer in den Thermen Bad Blumau, Loipersdorf oder Bad Waltersdorf wird Geothermie seit einigen Jahren für die Gewinnung von elektrischem Strom und dem Anbau von Gemüse benutzt. Fürstenfeld möchte zudem in den kommenden Jahren „Geothermie Hauptstadt Österreichs werden“. Peter Seifert, Obmann des Vereins Geothermie Österreich betonte: „Ohne den maßgeblichen Beitrag der Geothermie wird die Wärme- und Energiewende in Österreich nicht vollzogen werden können.“

Tagung an einem passenden Ort
Der Verein Geothermie Österreich lud von 10. bis 12. November 2021 zum zweiten Geothermie-Symposium. Bei dieser jährlich geplanten Konferenz mit internationaler Beteiligung werden die neuesten technischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Entwicklungen im Bereich der Erdwärme in Österreich präsentiert und diskutiert. Nach der ersten Austragung an der Geologischen Bundesanstalt in Wien im Jahre 2019, fand die Veranstaltung diesmal in der Steiermark statt: in Fürstenfeld, das bezüglich der Nutzung von Geothermie zu einer absoluten Leuchtturm-Region wurde. Die innovative Nutzung von Thermalwasser hat dazu geführt, dass eine der ehemals ärmsten Gegenden Österreichs einen beispiellosen touristischen und wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr. An den sechs Thermenstandorten im Vulkanland werden jährlich 1,5 Millionen Tagesgäste und 2 Millionen Nächtigungen erreicht und die Erdwärme sichert hier rund 2000 Arbeitsplätze.
Eine der im Rahmen des Symposiums durchgeführten Exkursionen führte zur Therme Bad Blumau. Neben der Nutzung für Badezwecke wird hier aus dem über 100°C heißen Thermalwasser auch Strom produziert. Darüber hinaus wird die mitgeförderte Kohlensäure der Therme für die Getränkeindustrie genutzt. Dies zeigt, dass das Wasser aus der Tiefe zu noch viel mehr als nur zum Baden genutzt werden kann.
Ein weiteres geothermales Vorzeigeprojekt ist die Frutura Gemüsewelt in Bierbaum. In mittlerweile 26 ha Glashäusern wird mittels Heizung durch Erdwärme ganzjährig regionales, frisches und teilweise auch biologisches Gemüse für den heimischen Markt erzeugt. Es werden weitere, große Investitionen in diesem Bereich angekündigt und aktuell neue Bohrungen geplant – wozu Herr Bürgermeister von Fürstenfeld Franz Jost bei der Tagung sagte: „Es ist uns bewusst geworden, auf welchen Schatz Fürstenfeld liegt, wir sind froh, diesen Schatz weiter nutzen zu können. Das erklärte Ziel ist es eine neue Bohrung mit mindestens 3200 Metern zu errichten, um die geothermische Wärmegewinnung in der Region erweitern zu können.“. Erklärtes Ziel sei es, dass Fürstenfeld die „Geothermie-Hauptstadt“ Österreichs werden wolle.
Die hohe Verfügbarkeit von Thermalwasser in der Steiermark könnte etwa in Zukunft auch eine Wärmeversorgung von Metropolen wie der Stadt Graz ermöglichen. Der Untergrund Österreichs liefert vielfach die Möglichkeit diese jahrzehntelang erprobte Technologie anzuwenden und damit einen großen Beitrag weg von fossilen Energieträgern, hin zu den anvisierten Klimazielen zu leisten.

Zur Bedeutung der Geothermie in Österreich
Die zahlreichen Vorträge beim sehr gut besuchten als Hybrid-Veranstaltung abgehaltenen Geothermie-Symposium unterstrichen die große Bedeutung der Erdwärme als maßgeblicher Eckpfeiler der klimafreundlichen Wärmewende. Beim Heizen und Kühlen von Gebäuden wird zum Erreichen der österreichischen Klimaziele kein Weg an ihr vorbeiführen. Hierzu muss beachtet werden, dass Raumwärme mit rund 50% den Löwenanteil des Gesamtenergiebedarfs der Nation ausmacht. Edith Haslinger (Austrian Institute ofTechnology) merkte hierzu an, dass vorbildhafte Anwendungsprojekte sowie die heimische, international anerkannte Spitzenforschung auf diesem Gebiet weiter vorangetrieben werden müssen. Gregor Götzl (Geologische Bundesanstalt) hob weiters die zukünftige Bedeutung von öffentlich zugängigen geowissenschaftlichen Informationssystemen hervor, denn „viele Regionen wissen gar nicht welcher Wärmeschatz unter ihren Füssen schlummert“.
Bei den vielen Vorteilen, welche die erprobte, sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energiequelle Geothermie liefert, hat sie immer noch mit einer großen Herausforderung zu kämpfen: der gemeinhin zu geringen Sichtbarkeit und Bekanntheit. Letztere soll durch informative Veranstaltungen, wie etwa das heurige Geothermie-Symposium, gesteigert werden – Fortsetzungen folgen...

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