Bosch Super plus Rallye 2012

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Seriensieger Baumschlager bleibt ungeschlagen

Bei keinem der bisher ausgetragenen Staatsmeisterschaftläufe war eine so große Anzahl an österreichischen Teams am Start, was die Attraktivität der Bosch Super plus Rallye im Bezirk Hartberg unterstreicht. Leider wurde die Veranstaltung schon zu Beginn mit einem Unfall behaftet. Der 2wd-Meister von 2010, der Lungauer Hermann Neubauer, kollidierte auf der 1. Sonderprüfung mit einem Baum, wobei sein Subaru Impreza stark beschädigt und Copilot Bernhard Ettel unbestimmten Grades verletzt wurde. Im Krankenhaus Hartberg wurden Rippenbrüche und eine Verletzung an der Lunge diagnostiziert. Vom Krankenbett aus lässt er ausrichten: "Das wird schon wieder, gebrochene Rippen heilen. Die ganze Sache hätte auch schlimmer ausgehen können."
Sieg für Raimund Baumschlager. Mit einem überlegenen Sieg von Raimund Baumschlager endete die Bosch Super plus Rallye mit Start und Ziel in Friedberg. Für den neunfachen Staatsmeister aus Oberösterreich war es in dieser Saison bereits der dritte Gesamtsieg, womit er seine Führung in der Staatsmeisterschaft für sich und seinen Skoda Fabia S2000 deutlich ausbauen konnte. Ein wenig profitierte der 52jährige natürlich auch vom Ausfall des Vorjahrssiegers Beppo Harrach, der sich mit mehr als einer halben Minute Vorsprung an der Spitze liegend am mittleren Vormittag verbremste und mit seinem Mitsubishi in einem Bachbett baden ging. Baumschlager konnte den Zwischenfall nachvollziehen: „Diese Straße war so unglaublich rutschig, daß ich ein paar hundert Meter weiter fast selbst abgeflogen wäre. Aber so ist es nun einmal. Ich war eben gerade noch nicht zu schnell und Beppo ein Alzerl darüber. Und das war offenbar zu viel. Das ist Rallye.“ Nach einer ganzen Reihe von Zwischen- und Ausfällen wurde der Kampf um Platz 2 zum Duell zwischen den beiden Geburtstagskindern Gerwald Grössing (45 Jahre) und Kris Rosenbergers (43), die letztendlich der Erstgenannte nach im wahrsten Sinne des Wortes heisser Quertreiberei mit rund 20 Sekunden Vorsprung für sich entschied. Rosenberger war dennoch ausgesprochen zufrieden, fuhr er doch seine mit Abstand beste Rallye seit der Rückkehr aus dem historischen Rallyesport. Grössing holte sich neben dem 2. Platz im Gesamtklassement noch überlegen den Sieg in der Division V der Staatsmeisterschaft vor dem Mühlviertler Reinhold Neulinger. Platz 3 in der Division I der Staatsmeisterschaft hinter Baumschlager und Rosenberger holte nach seinen Turboproblemen vom Freitag Manfred Stohl, der in der 2. Etappe kräftig angasen musste, um sich im Gesamtklassement noch den 6. Platz zu sichern: „Ich sammle Punkte wie ein Eichhörnchen", so Stohl. In der Division II der Staatsmeisterschaft, reserviert für zweiradgetriebene Fahrzeuge, ging die Rechnung von Hannes Danzinger letztendlich nicht ganz auf. Nachdem er bei teilweise nassen Verhältnissen am Freitag in Führung gelegen war, ließ ihn ein Reifenschaden auf Platz 4 abrutschen. Sein Verlangen, dass es am zweiten Wertungstag vielleicht am Nachmittag wieder zu regnen beginnen könnte, ging jedoch nicht auf und ein Verbremser am mittleren Vormittag mit einer weiteren halben Minute Zeitverlust besorgte den Rest. Seine Meisterschaftsführung konnte der einzige verbliebene Dieselpilot in der Staatsmeisterschaf jedoch behaupten, wenn auch punktegeich mit Suzuki-Teamchef Martin Zellhofer, der das mit dem Messer zwischen den Zähnen geführte Duell um den Sieg gegen seinen Kunden Michael Böhm um lediglich 6,7 Sekunden verlor. Für den ehemaligen Diesel-Meister Böhm war es der erste 2wd-Sieg überhaupt, womit er sich im Kampf um den 2wd-Titel nach einigen Rückschlägen sehr nachdrücklich zurück meldete. Bei den Historischen gewann der Wiener Karl Wagner auch den dritten Staatsmeisterschaftslauf dieser Klasse, knapp vier Minuten vor seinem Badener Porsche-Kollegen Christian Rosner. Wie schon beim letzten Lauf in Kärnten konnte sich im Suzuki-Cup mit dem Niederösterreicher Mario Skarek erneut ein Pilot zum ersten Mal mit dem Siegeslorbeer schmücken. Platz 2 ging an den Oberösterreicher Gerhard Aigner. Im Opel Corsa-Cup gewann der Gleisdorfer Daniel Wollinger auch den zweiten Lauf dieser Trophäe, diesmal vor dem Kärntner Christoph Leitgeb.
Die Zuschauermassen ließen sich von den Unwettern im Vorfeld der Veranstaltung nicht abschrecken und zeigten durch ihre überaus zahlreiche Präsenz, daß die Bosch Super plus Rallye nicht zu Unrecht seit jeher als eine der populärsten Motorsportveranstaltungen Österreichs bekannt ist. Ein Wermutstropfen in der positiven Bilanz der Veranstaltung war eine durch eine Verkettung unglücklichster Umstände entstandene Kollision zweier Subaru auf der dritten Sonderprüfung des zweiten Tages, bei der einer der beiden Piloten zwei Brüche an beiden Beinen erlitt. Der hervorragende Absicherung durch ein nur wenige hundert Meter entfernt stationiertes Notärzte-Team sorgte jedoch für eine weitaus schnellere Versorgung des betroffenen Fahrers als dies bei einem gewöhnlichen Verkehrsunfall möglich wäre.

1.Raimund Baumschlager/Thomas Zeltner Skoda 1:49:12,7
2.Gerwald Grössing/Siegfried Schwarz Mitsubishi +1:29,3
3. Kris Rosenberger/Tina-Maria Monego VW +1:48,8
4.Michel Böhm/Katrin Becker Suzuki +5:39,4
5.Martin Zellhofer/Andre Kachel Suzuki +5:46,1
6.Manfred Stohl/Ilka Minor Mitsubishi +6:16,6

Meisterschaftsstände:
Division I:
1. Baumschlager 76 Punkte
2. Stohl 54 Punkte
3. Harrach 52 Punkte
4. Rosenberger 33 Punkte
5 Saibel 26 Punkte

Division II:
1. Danzinger 54 Punkte
1. Zellhofer 54 Punkte
3. Böhm 36 Punkte

Division III:
1. Skarek 46 Punkte
2. Aigner 37 Punkte
3. Rieder 36 Punkte

Division V:
1. Grössing 40 Punkte
1. Rabl 40 Punkte
3. Poiss 34 Punkte
3. Novello 34 Punkte
Historische:
1. Wagner 78 Punkte
2. Rosner 51 Punkte

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