"Das schönste Kompliment? Wenn ein Gast sagt: ich fühle mich wie zu Hause"

Der Profi bei der Arbeit: Christoph Fürnschuss bei den WorldSkills in Abu Dhabi.
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  • Der Profi bei der Arbeit: Christoph Fürnschuss bei den WorldSkills in Abu Dhabi.
  • Foto: WorldSkills
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Er zählt zu den besten Jungköchen der Welt. Die Rede ist von Christoph Fürnschuss. Der Zwanzigjährige, der gerade im Gatshaus Haberl & Finks in Walkersdorf den Kochlöffel schwingt, holte sich - trotz Verletzung am ersten Tag - bei den diesjährigen Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi in der Kategorie "Koch" die Bronzemedaille. Die WOCHE bat ihn zum exklusiven Interview.

WOCHE: Wie hast du die World Skills in Abu Dhabi erlebt?
Christoph Fürnschuss: Es war für mich ein Spektakel, ein Erlebnis mit allem was dazu gehört. Die Veranstalter haben sich sehr Mühe gegeben um den Teilnehmern nicht nur den Wettbewerb, sondern auch das Land zu zeigen. Aber man ist halt immer ein bisschen nervös und kann es nicht so ganz genießen, da man ja immer an den Wettbewerb denkt und nicht frei im Kopf ist.
Es war eine Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann und die monatelange harte Arbeit hat sich zum Glück gelohnt.

Was braucht es, um dort mitzumachen?
Es gehört viel Training, Ausdauer, Herzblut, das richtige Umfeld und das nötige Glück dazu. Durch den Gewinn beim Lehrlingswettbewerb in Bad Gleichenberg habe ich mich für die Staatsmeisterschaft der Lehrlinge qualifiziert. Dort wurde ich zwar nur Vizestaatsmeistert jedoch ging es noch einen Schritt vorwärts zum Traum Worldskills. Bei der Juniorenstaatsmeisterschaft war es auch wieder nur um Haaresbreite der Vizestaatsmeistertitel mit dem ich mich für die Worldskills qualifizierte.

Welche Erfahrungen hast du für dich und deine berufliche Karriere mitnehmen können?

Unglaublich viel Erfahrung, da es für mich der erste internationale Wettbewerb war. Am ersten Tag war ich mit der Größe und dem ganzen Drumherum ein bisschen überfordert, weil alles gigantisch und unvorstellbar war. Aber es ist nicht nur der Wettbewerb und die Kollegen aus aller Welt, die man kennen lernt. Am meisten lernt man im Training. Ein Wettbewerb wie dieser bringt dich in deiner Entwicklung unfassbar schnell weiter.

Wie war es für dich, dich mit den Besten der Welt zu messen?

Es war genial, aber man hat auch großes Herzklopfen. Man weiß zuerst nicht wo man steht, da man von den anderen Teilnehmern eigentlich nichts mitbekommst, weil man 1.000 prozentig bei der Sache sein muss, um mithalten zu können. Eine große Herausforderung war es auch die Geschmäcker der Juroren, die aus der ganzen Welt gekommen sind, zu treffen.

Was waren deine Aufgaben bei den Word Skills?

An jedem einzelnen der 4 Tage wurde immer ein 2 gängiges Menü für 8 bis 10 Personen gekocht. Am Anfang des Trainings haben mein Experte und ich uns oft angeschaut und gesagt: Das sind Module die sind in der Zeit eigentlich gar nicht möglich. Wir haben so hart und effizient trainiert, dass wir es geschafft haben in der unfassbar kurzen Zeit von 2,5 Stunden die Module am Limit zu meistern.
Am 1. Tag in Abu Dhabi musste ich 3 verschiedene Fischvorspeisen mit je ein Salat, ein Dressing, eine Garnitur und zusätzlich 3 verschiedene Hauptgerichte mit je einer Sauce und einer Garnitur mit Sättigungsbeilage und Gemüsebeilage auf die Teller bringen. Die Schneidemaschine machte meinen Finger etwas kleiner und das kostete viel Zeit.

Was bereitet dir in deinem Beruf als Koch am meisten Freude?
Es ist die Herausforderung die jeder neue Tag mit sich bringt. Es gibt kein eintöniges Arbeiten, weil Lebensmittel nie gleich sind und das macht es einfach spannend.
Was mich am meisten inspiriert, ist oft die Einfachheit mit der man dem Gast ein kulinarisches Erlebnis auf den Gaumen zaubern kann. Wenn ich super Produkte habe, brauche ich nur die richtige Zubereitungsart, Gewürze, die liebe zum Kochen und eine kreativ Ader.

Was ist für dich das schönste berufliche Kompliment?
Das schönste Kompliment ist es für mich, wenn ein Gast sagt: ich fühle mich wie zu Hause.

Was wünscht du dir für die Zukunft?
Das Wichtigste, was ich in den letzten Jahren gelernt habe, um auf den Punkt genau funktionieren zu können, ist die Gesundheit.
Ich wünsche mir, mir immer selbst treu zu bleiben, niemals aufzugeben egal wie groß die Niederlage auch sein wird, egal ob beruflich oder privat.
Immer mit meiner ganzen Lebensfreude und Liebe hinter dem Herd stehen zu können und dabei aber nicht auf die Familie, Freundin, Freunde und auf die Wegbegleiter die dafür verantwortlich sind, das ich bin was ich bin, zu vergessen.

Der Profi bei der Arbeit: Christoph Fürnschuss bei den WorldSkills in Abu Dhabi.
Diese Auszeichnung schmeckt den 20-jährigen Dobler besonders gut.

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