Secop Austria
Fürstenfelds Mitarbeiter rufen zum Protest

Nach Hiobsbotschaft von Standort-Aus: Mitarbeiter des Secop-Werkes in Fürstenfeld kämpfen gemeinsam mit regionaler Politik um ihre Arbeitsplätze.
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Für ihre Arbeitsplätze wollen die Mitarbeiter des Secop-Werkes Fürstenfeld jetzt auf die Straße gehen.

Nach dem Verkündeten Aus des Fürstenfelder Betriebsstandortes der Secop Austria GmbH (ehemals Nidec Global AppliancesAustria GmbH) durch die Münchner Kapitalgesellschaft Orlando steigen die betroffenen Mitarbeiter der Firma auf die Barrikaden.
Zur Erinnerung: Im Februar war Nidec ins Visier der EU-Wettbewerbsbehörde geraten. Trotz intensive Bemühungen der Mitarbeiter und der Politik wurde das Werk in Fürstenfeld verkauft. Erst Anfang September übernahm ein Investmentfonds, der von der Münchner Kapitalgesellschaft Orlando beraten wird, die Firma. Der Name wurde von Nidec in Secop Austria geändert. Vor knapp einer Woche erhielten die Mitarbeiter die Hiobsbotschaft, dass die Produktion in der Slowakei und China ausgelagert wird und 250 Mitarbeiter bis August 2020 ihre Jobs verlieren werden.

Ziehen an einem Strang: Vertreter der burgenländischen und steirischen Politik sicherten den Mitarbeitern ihre Unterstützung zu.
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Arbeitsplätze zu erhalten ist das Ziel

"Gut 120 unserer Mitarbeiter sind über 50 Jahre, auch gibt es zahlreiche Ehepaare, die den Jobverlust noch intensiver zu spüren bekommen würden", klagt Betriebsrat Gerald Weber, der die genannten zurückgehenden Absatzzahlen als eine Ausrede von Orlando dafür sieht, "dass man den Entschluss die Produktion auszulagern, bereits von langer Hand geplant hatte".
Nun gelte es die Arbeitsplätze zu sichern. Der vorgeschlagene Sozialplan sei der allerletzte Schritt. Neben der Stammbelegschaft gibt es auch knapp 40 Leiharbeiter. "Sollte es aber dazu kommen, werde ich mich dafür einsetzen, dass auch unsere Leiharbeiter in Sozialplan oder Stiftung eingebunden werden", so Weber. Ein Standort-Aus wäre nicht nur für den größten Arbeitgeber der Region und seine Belegschaft eine absolute Katastrophe, sondern würde auch eine gewaltige Kettenreaktion auslösen.

Bei der Betriebsversammlung vor dem Fürstenfelder Werk waren sich die politischen Vertreter einig:"Hier braucht einen Schulterschluss zwischen der Steiermark und dem Burgenland über alle Parteigrenzen hinweg."
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25 bis 30 Zulieferfirmen betroffen

"Gut 25 bis 30 kleine und mittlere Zulieferfirmen aus der direkten Umgebung wären betroffen. Neben der Kühlkompressoren-Produktion würde auch die Waschmaschinenmotoren-Produktion bei einem Standort-Aus vermutlich abgezogen werden, so Weber.
Seitens der Belegschaft setze man weiterhin auf Ex-Eigentümer Nidec. Eine Rückabwicklung des Deals wäre zwar gesetzlich nicht möglich, müsse aber auch gar nicht sein. Im Sinne der freien Marktwirtschaft könne Nidec nicht verboten werden, sich Firmenanteile von Veräußerern wieder anzueignen, so Weber, der die Chancen, das Werk zu erhalten, bei 50 Prozent sieht. "Dafür müssen aber alle an einem Strang ziehen und auch Vertreter auf höchster politischen Ebene müssen sich für unseren Standort einsetzen, um "solchen dubiosen Machenschaften den Riegel vorzuschieben."

Einsicht in den Vertrag gefordert

Er jedenfalls würde das so nicht hinnehmen, kündigt Weber an, Maßnahmen zu setzen. Der Betriebsrat forderte darum die Einsicht in den Vertrag zwischen Nidec und Orlando. "Ich bin mir sicher, dass wir diese bekommen", gibt sich Weber zuversichtlich. Neben regelmäßigen Betriebsversammlungen, sei außerdem ein Protestmarsch angedacht. "Wenn wir kein Gehör bei unserem neuen Eigentümer von Orlando finden, müssen wir eben auf die Straße gehen", betont Weber, dass man auch einen Streik in Erwägung ziehe - wenn auch als allerletztes Mittel.


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