Kritik an EU-Kommission
Großer Einsatz für 400 Mitarbeiter von Nidec

Das Bangen um den Standort Fürstenfeld geht weiter: Zahlreiche Politiker sicherten der Firma Nidec und ihren 400 Mitarbeitern in Fürstenfeld ihre Unterstützung zu.
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  • hochgeladen von Veronika Teubl-Lafer

FÜRSTENFELD. Politik bemüht sich um Rettungsmaßnahmen für Firmenstandort in Fürstenfeld.

Mit der Übernahme des Kompressorenherstellers Secop durch den japanischen Konzern Nidec vor zwei Jahren, haben sich für das Werk in der Fürstenfelder Jahnstraße mit ihren 400 Mitarbeitern neue Chancen auf dem Markt eröffnet.
Seit August 2018 werden am Standort Fürstenfeld neben Kühlkompressoren der Serien Kappa und Delta auch Waschmaschinenmotoren produziert (die WOCHE hat berichtet).
Geplant war, weiter zu wachsen und bis 2020 50 Millionen Euro in neue Anlagen und Produkte am Standort Fürstenfeld zu investieren. Der Mitarbeiterstand soll auf knapp 700 anwachsen. Doch ob die ehrgeizigen Ausbaupläne umgesetzt werden können, ist derzeit ungewiss. Aktuell steht das Unternehmen nämlich im Visier der EU-Wettbewerbsbehörde.

400 Mitarbeiter betroffen

Grund dafür ist der geplante Zusammenschluss des japanischen Eigentümers Nidec mit Embraco, der Kompressorentochter von Whirlpool. Bedingung für die Firmenfusion ist die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde. Da sich durch den Firmenzusammenschluss eine marktbeherrschende Vormachtstellung ergeben würde, stellt sich diese nun quer. Die EU fordert nun, den Standort in Fürstenfeld abzugeben. Durch den Verkauf drohe jedoch das Aus, die Arbeitsplätze der 400 Mitarbeiter stünden am Spiel. Auf politischer Ebenen laufen darum intensive Bemühungen, um eine positive Lösung für das Fürstenfelder „Nidec“-Werk.

Große Unterstützung durch die Politik

Neben Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, haben sich auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck sowie Othmar Karas, ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, mit Anfragen an Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gewandt. Auch AK-Präsident Josef Pesserl und AK-Vizepräsident Franz Gosch setzen sich für die Erhaltung der Arbeitsplätze in Fürstenfeld ein. "Ich sehe das Ganze als regelrechten Schildbürgerstreich und habe kein Verständnis für ein solches Vorgehen. Schließlich geht es um hunderte Arbeitsplätze", so Gosch. Um eine positive Lösung für Unternehmen und Mitarbeiter zu gewährleisten, möchte er "alles menschenmögliche tun" und "wenn es sein muss, auch in Brüssel vorstellig werden." Via Internet-Petition werden aktuell Unterschriften gegen den "EU-Schwachsinn" gesammelt. Auf der Facebook-Seite "Jobs for Europe" haben bisher knapp 11.000 User ihre Solidarität bekundet und die Petition unterstützt.

Bürgermeister setzt sich ein

Auch Bürgermeister Franz Jost hat mit einem Schreiben an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel interveniert. "Nidec ist wesentlicher Teil jenes wirtschaftlichen Fundaments, von dem die Region seit vielen Jahren nachhaltig profitiert. Die Europäische Union hat gerade in die Entwicklung und Stärkung unserer Region sehr viel investiert. Aber was helfen die besten Regionalentwicklungsprogramme, wenn man an den wesentlichen Stützen der aktuellen Wirtschaftsdynamik sägt? Nimmt man das für die Region so wichtige Wirtschaftselement „Nidec“ aus dem Spiel, müssen wir alle - im schlimmsten Fall Jahrzehnte - zurück an den Start", bittet Jost die Kommission die Situation aus dem Blickwinkel der innereuropäischen, regionalen Entwicklungsanstrengung zu betrachten.
Auf Anfrage der WOCHE an die Geschäftsleitung von Nidec wurde mitgeteilt, dass man "zu diesem Zeitpunkt leider keine Stellungnahme über die Entwicklungen geben könne, da es sich um einen laufenden Prozess handle."

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