Hartberg-Fürstenfeld
Minusgrade richteten im Obstbau große Schäden an

Durch Frostberegnung, wie hier in der Anlage von Thomas Reisenhofer in Nestelbach (Marktgemeinde Ilz) versuchten die Obstbauern Frostschäden abzuwenden.
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  • Durch Frostberegnung, wie hier in der Anlage von Thomas Reisenhofer in Nestelbach (Marktgemeinde Ilz) versuchten die Obstbauern Frostschäden abzuwenden.
  • Foto: Thomas Reisenhofer
  • hochgeladen von Veronika Teubl-Lafer

Die Frostnächte in der vergangenen Wochen und den letzten Tagen richteten schwere Schäden an und lassen Obstbauern in Hartberg-Fürstenfeld bangen.

HARTBERG-FÜRSTENFELD. In den vergangenen Wochen war das gesamte oststeirische Obstbaugebiet von kräftigen Minustemperaturen bestimmt. Je nach Höhenlage lagen die Tiefstwerte zwischen minus drei und minus fünf Grad Celsius, vereinzelt lagen die Minustemperaturen sogar bei acht Grad Celsius. Waren in der letzten Märzwoche vor allem die Höhenlagen vom späten Wintereinbruch betroffen, waren es Anfang April vor allem die Tallagen, die den Frost abbekamen. Die kräftigen Minustemperaturen lassen Schäden im gesamten Obstbaugebiet bei allen Obstkulturen erwarten; genau sind sie aber noch nicht abschätzbar, erklärt Kammerobmann Herbert Lebitsch.

Kirschen und Marillen am stärksten betroffen

Flächendeckend besonders stark betroffen waren die Kirschenkulturen, hier rechne man mit einem Schaden von 80 bis 100 Prozent. „Höchstwahrscheinlich werden wir heuer keine steirischen Kirschen in den Regalen des heimischen Handel finden“, so Lebitsch. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Marillen. Neben dem Frost, machten auch die niedrigen Tagestemperaturen den Blüten zu schaffen, da ein Bienenflug und somit eine Bestäubung kaum möglich war. Besser sieht es bei den Pfirsichen aus. Je nach Sorte vermutet man hier Ausfälle zwischen 30 und 80 Prozent.

Schäden abhängig von Sorten und Lagen

Glück hatte man bei Zwetschken und Birnen, da die Entwicklung der Blüten noch nicht so weit fortgeschritten war, konnte ihnen der Frost ebensowenig anhaben, wie beim Wein, wo es noch zu keinem Austrieb gekommen war. Sorten- und lagenabhängig schätzt Lebitsch auch die Auswirkungen auf die Tafeläpfel ein. Vor allem frühe Sorten seien vom Frost geschädigt worden. „Aus jetziger Sicht geht man davon aus, dass sich der Schaden in Grenzen hält und eine Normalernte erwartet wird. Doch sei die Frostgefahr noch nicht gebannt, da auch im April mit Frostnächsten gerechnet werden müsse.

Großer Aufwand für Frostschutz

Großen Aufwand wird darum für den Frostschutz betrieben. Im Gegensatz zum Windfrost in der Nacht vom 22. auf 23. März ließ die Inversionswetterlage vergangene Woche einen Frostschutz durch Heizen, Frostberegnung und Bewindung zu. Auch die Beregnung war in der Vorwoche nicht einfach. Durch die niedrigen Temperaturen auch tagsüber, konnte das Eis auf den Bäumen nicht schmelzen, was dazu führte das Anlagen teilweise unter dem Gewicht zusammenbrachen.

Kostspieliger Kampf gegen das Wetter

Die heimischen Obstbauern würden diese Formen der Frostbekämpfung verstärkt einsetzen und hätten massiv in diese Maßnahmen investiert. Allerdings ist derartiger Frostschutz enorm kostspielig. Rund 400.000 Liter Wasser benötigt man zur 10-stündigen Beregnung eines Hektars, erklärt Thomas Reisenhofer aus Nestelbach (Marktgemeinde Ilz). Auch stünde auf Dauer nicht genügend Wasser aus dem Speicherteich für eine Beregnung rund um die Uhr zur Verfügung. Man versuche darum, das Tauwasser wieder in den Speicherteich zurückzuleiten. Dies bedarf jedoch großen Aufwand. Um eine Versicherung gegen Frostschäden käme man darum nicht umhin, betont Lebitsch, dass dies derzeit die einzige finanzielle Absicherung für Erwerbsobstbauern sei. Geld aus einem Katastrophenfond gibt es nicht.

So schaut es in der übrigen Oststeiermark aus:
Auch im Bezirk Weiz kämpften die Obstbauern gegen den Frost
Südoststeirer bangen um ihre Äpfel


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