Neues vom Arbeitsmarkt
"Positive Entwicklung ist getrübt"

AMS-Geschäftsstellenleiterin Margarete Hartinger über die Situation am aktuellen Arbeitsmarkt in Hartberg-Fürstenfeld.
  • AMS-Geschäftsstellenleiterin Margarete Hartinger über die Situation am aktuellen Arbeitsmarkt in Hartberg-Fürstenfeld.
  • hochgeladen von Veronika Teubl-Lafer

HARTBERG-FÜRSTENFELD. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt wird gleich zu Beginn des Jahres durch die Betriebsschließung der Firma Borckenstein getrübt.

Über das Jahr 2018 kann das Arbeitsmarktservice Hartberg-Fürstenfeld eine erfreuliche Bilanz ziehen. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosigkeit um 12,2 Prozent unter dem Vergleichswert von 2017.
"Von der positiven Arbeitsmarktentwicklung haben Jugendliche bis 25 am stärksten profitiert, hier betrug der Rückgang 16,7 Prozent", erklärt Margarete Hartinger, Geschäftsstellenleiterin des AMS Hartberg-Fürstenfeld. Auch bei den über 50-Jährigen sei eine leichte Entspannung festzustellen (-6,4 Prozent). Niedrigere Bestände gab es vor allem im Baubereich, bei Hilfsberufen, bei den Metall-Elektroberufen und im Tourismus. Sehr positiv sei auch die Entwicklung im Stellenmarkt (+35,5 Prozent). "2018 waren im Schnitt 488 Stellenangebote gemeldet. 3.202 Stellenangebote konnten durch das AMS im Bezirk abgedeckt werden", so Hartinger. Positiv ist auch die Steigerung der unselbstständigen Beschäftigten um 1,4 Prozent auf 38.336 Personen.

Fachkräftemangel beschäftigt weiter

Auch 2019 rechnet das AMS mit einer sinkenden Arbeitslosigkeit. "Wenngleich nicht so stark wie 2018", so Hartinger. Auch die Beschäftigung dürfe weiter steigen. Große Herausforderungen für 2019 sieht Hartinger weiterhin im Fachkräftemangel und in der Integration benachteiligter Personengruppen im Arbeitsmarkt, wie Menschen mit Beeinträchtigung oder mit Migrationshintergrund. Das zeigt auch ein Blick auf die aktuellen Zahlen von Jänner 2019. Obwohl die Anzahl an Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 118 Personen (3,2 Prozent) zurückgegangen ist, gibt es bei den Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen einen leichten Zuwachs von 5,5 Prozent. 1.121 Personen haben eine gesundheitliche Vermittlungseinschränkung, davon 133 Personen eine anerkannte Behinderung. Auch bei Personen mit Migrationshintergrund stieg die Arbeitslosigkeit leicht um 3,1 Prozent.

Qualifikationen zur Integration nützen 

2019 möchte man darum ein besonderes Augenmerk auf Menschen mit Beeinträchtigungen legen, um Potentiale für die erfolgreiche Vermittlung zu erschließen. "Diese Gruppe stellt ein wertvolles noch nicht zur Gänze genutztes Potential für die Unternehmen dar", so Hartinger, dass es gelte Arbeitsmarktintegration zu forcieren. Dies gelte auch für Personen mit Migrationshintergrund. "Wir nützen dabei im Ausland erworbene Qualifikationen oder vorhandene Potentiale zur Qualifizierung", so Hartinger. Ein entscheidender Faktor seien noch immer die Sprachkenntnisse. Hier sei der Verein Omega im Auftrag des AMS in Hartberg seit zehn Jahren erfolgreich tätig. 

Lehrlingssuche geht weiter

Am Lehrstellenmarkt besteht weiterhin ein deutliches Überangebot an offenen Lehrstellen. Neben den 36 sofort zu besetzenden Angeboten gibt es noch 101 weitere, die in den nächsten Monaten zur Verfügung stehen. Diesem Angebot stehen lediglich 40 sofort und vier nicht sofort verfügbare Lehrstellensuchende gegenüber. Das AMS organisierte darum Ende Jänner eine Lehrstellenbörse mit regionalen Unternehmen, die von den Jugendlichen auch erfolgreich angenommen wurde. Auch in weiterer Folge wird es dergleichen Veranstaltungen seitens des AMS, des Berufsförderinstituts (Bfi) und des Berufsinformationszentrums (BIZ) geben. Ein wichtiges Potential seien auch Schulabbrecher und Maturanten. Nicht nur Lehre mit Matura, sondern auch Matura und Lehre seien Ausbildungsformen, die zunehmend an Attraktivität gewinnen würden, so Hartinger.

Getrübte Stimmung durch "Borckenstein-Aus"

Getrübt wird die positive Entwicklung durch die Betriebsschließung der Firma Borckenstein in Neudau. Von der Schließung seien viele langjährige Mitarbeiter betroffen, mehr als 60 Prozent sind älter als 50 Jahre. "Für sie ist es in dieser Situation besonders schwierig. Wir haben aktuell eine gute Konjunktur. Insbesondere Fachkräfte werden benötigt. Als AMS stehen wir mit allen handelnden Akteuren im Kontakt und unterstützen. Primäres Ziel ist die Integration in den Arbeitsmarkt", betont Margarete Hartinger. Auch eine Stiftung auf Initiative der Soziallandesrätin Doris Kampus sei in Planung.

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