18.12.2017, 13:56 Uhr

Asfinag gibt grünes Licht für Fürstenfelder Schnellstraße

Präsentierten den Fahrplan zur S7: LH Schützenhöfer, Karin Zipperer, Vorstandsdirektorin der Asfinag und Burgenlands LH Niessl. (v.l.)

Anfang Dezember wurde mit der Baustraße begonnen. Im Juni 2018 könnte bereits der Knoten Riegersdorf folgen.

"Nach jahrelangen Vorbereitungen und Verhandlungen würde in der unendlichen Geschichte der S7 "endlich ein neues Kapitel aufgeschlagen", verkündete Asfinag-Vorstandsdirektorin Karin Zipperer jüngst in einer Pressekonferenz in Fürstenfeld. Nach den positiven Entscheidungen der Höchstgerichte zu Wasserrecht und Umweltverträglichkeitsprüfung, stünden die Ampeln für den Bau der S7 jetzt auf Grün.
Der Start für die Errichtung der begleitenden Baustraße sei bereits im Dezember erfolgt. Auf dieser Straße wird der Großteil des Baustellenverkehrs stattfinden. Der erste Anlauf im April 2017 musste gestoppt werden, weil der Wasserrechtsbescheid für den S 7-Westabschnitt vom Verwaltungsgerichtshof gekippt wurde, die WOCHE berichtete.
Ende November hat die Asfinag jetzt die Ausschreibung für das erste große Baulos vorgenommen, nämlich den Knoten Riegersdorf. Der Knoten ist die neue Anschlussstelle der S 7 an die A2. Der Baubeginn dafür soll voraussichtlich Anfang Juni erfolgen. Errichtet werden dabei die Auf- und Abfahrten. Neben sechs Gewässerschutzanlagen werden auch vier Brücken von 45 bis 190 Metern Länge über den Marbach sowie über die A2 gebaut.

Verkehrsfreigabe 2023?!

Anfang 2018 folgen dann die Ausschreibungen für zwei Klappbrücken über den Lahnbach und die Lafnitz in Deutsch Kaltenbrunn und Fürstenfeld. Zwischen den Brücken, die etwa 350 Meter voneinander entfernt sind, errichtet die Asfinag etwa zehn Meter hohe Dämme. Ebenfalls Anfang 2018 sollen die Arbeiten für den Tunnel Rudersdorf ausgeschrieben werden. 2023 könnte, so Zipperer die Verkehrsfreigabe für die gesamte S7 sein.
Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer verspricht sich von der S 7 die Schaffung 7.000 neuer Arbeitsplätze und "eine wesentliche Stärkung des Wirtschaftsstandortes sowie eine höhere Lebensqualität für die Bevölkerung in den Anrainergemeinden". Sein burgenländischer Kollege Hans Niessl spricht von "höherer Verkehrssicherheit und einer enormen Entlastung der Anrainer". Für neue Betriebsansiedelungen hätte die Stadtgemeinde Fürstenfeld schon Grundstücke bevorratet, betonte Bgm. Werner Gutzwar.


100 Millionen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen

Großen Wert würde die Asfinag im Zuge der Errichtung der Schnellstraße auf ausreichende Ausgleichsmaßnahmen für Flora und Fauna legen, so Zipperer.
100 Millionen Euro pumpt die Asfinag darum in ökologische Ausgleichsmaßnahmen. 14 Amphibienlaichgewässer wurden bzw. werden noch angelegt, etwa 18 Hektar Wiesen als Ausgleichsfläche gesichert - das entspricht einer Fläche von 25 Fußballfeldern - sowie 24 Hektar Brachland. Auch Waldverbesserungsmaßnahmen von mehr als 100 Hektar mit 50.000 neu gepflanzten Bäumen sind geplant, etwa 200 Fledermausnistkästen und zehn Schwarzstorchhorste werden bereitgestellt.

Gesamter Abschnitt West

Länge: 14,8 km vom Knoten Riegersdorf bis Dobersdorf. Trasse verläuft Richtung Osten nördlich der Siedlungsbereiche Großwilfersdorf, Altenmarkt und Fürstenfeld. Im Anschluss an das Tunnelportal Rudersdorf schließt die Trasse an den Ostabschnitt an.
Baumaßnahmen:zwei Fahrstreifen je Richtung (Gesamtbreite 28m), zwei Tunnel (Unterflurtrasse Speltenbach, 1 km, Tunnel Rudersdorf, 2,9 km), 24 Brücken (zw. 10 und 200 m), Lärmschutzmaßnahmen (im Ausmaß von 14.000 m²).
• Gesamtinvestition Abschnitt West: etwa 488 Mio. Euro.
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