20.12.2017, 13:05 Uhr

Auf die "stille" folgt die "explosive" Nacht

Gerhard Kornschober setzt sich für Wildtiere ein. (Foto: Kornschober)

Der Ottendorfer Eulenforscher Gerhard Kornschober will über die Auswirkungen von Feuerwerken für das Tierreich aufklären.

Die Jahreswende ist die Hochzeit von Raketen und Feuerwerkskörpern aller Art. Mehr als 10 Millionen Euro geben Herr und Frau Österreicher jährlich für Feuerwerkskörper aus. Wenn diese am Himmel funkeln und zischen, dann hüpft so manches Herz. 
"Für die Tiere ist das aber eine enorme Belastung", betont Eulenforscher Gerhard Kornschober aus Ottendorf.
Seit 15 Jahren beschäftigt sich der 42-Jährige in seinem Eulenforschungszentrum mit dem Brut- und Nestverhalten der Eulen und hat dazu auch gemeinsam mit der TU Graz ein eigenes Gerät entwickelt. Besonders zu Silvester seien die Tiere aber einem enormen Stress ausgesetzt. Jeder der einen Hund daheim hat, weiß wie nervös die Tiere sind." Während Haustiere aber noch den Schutz durch Hauswände haben, seien Wildtiere dem Lärm und Licht der Raketen hilflos ausgeliefert.

Ausnahmezustand für Tiere

"Für die Tiere herrscht regelrechter Kriegszustand. Tiere, die sich schon im Winterschlaf befinden, werden durch die Explosionen aufgeschreckt. Aufgrund des Futtermangels sterben diese dann", so Kornschober.
Mittlerweile würde sich das Abfeuern von Raketen und Co. aber nicht mehr allein auf die Silvesternacht konzentrieren. Auch zu Halloween, Geburtstagen, Hochzeiten würden Feuerwerkskörper zum Einsatz kommen.
Welche massiven Auswirkungen das Abfeuern von Böllern und Raketen hat, wäre am nächsten Tag besonders stark zu spüren. Neben der immensen Feinstaubbelastung, wäre die Natur so aus dem Gleichgewicht, dass man "keinen einzigen Vogel rufen hören wird."

Aufklärung erforderlich

Erforderlich wäre darum eine bundesweite Aufklärungsarbeit. "Für diese gab es bereits Gespräche mit dem Umweltreferat des Landes Steiermark." Im Dezember startete darum eine Kampagne zum Thema Feuerwerke gemeinsam mit dem steirischen Tierschutz. "Vor allem da neben dem Abschussverbot in Ortsgebieten, bei einigen Feuerwerkskörpern auch der Besitz eines Pyrotechnik-Ausweises erforderlich sei", erklärt Kornschober. Bei widerrechtlichem Handeln drohen Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro. (Infos siehe unten)
Um das unkontrollierte Abfeuern einzudämmen, könnte zum Beispiel ein großes Feuerwerk in der Gemeinde stattfinden, das mit einer Veranstaltung kombiniert wird", sieht Kornschober einen Lösungsansatz. Alternativen zum Feuerwerk wären auch Lasershows. "Hier würde zumindest der Lärmfaktor wegfallen."

Hinweise zu Feuerwerkskörpern

• F1: Feuerwerksscherzartikel: ab 12 Jahren, z.B. Wunderkerzen, Knallbonbons, Knallerbsen, Hummeln - kein Ausweis erforderlich
• F2: Kleinfeuerwerke: ab 16 Jahren, z.B. Schweizer Kracher (Piraten), Knallfrösche, Batteriefeuerwerke, "Ladycracker" - kein Ausweis erforderlich
• F3+ F4: Mittel- und Großfeuerwerke: ab 18 Jahren, z.B. Feuerwerksbombe, Batterien (Cakes), Raketen, Zylinderbomben - Pyrotechnikausweis erforderlich
• Weitere Infos finden Sie auf www.help.gv.at
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