04.10.2017, 16:54 Uhr

Bad Blumau kämpft um seine Bankfiliale

Die Vertreter des Thermenkurorts wehren sich gegen den Verlust ihrer Raiffeisenbank-Filiale im Ort. (Foto: WOCHE)

Der zur Raiba Fürstenfeld gehörenden Zweigstelle droht die Schließung am 20. Oktober.

Die Raiffeisenbank Fürstenfeld hat bei ihrer Vorstandssitzung im September den Mehrheitsbeschluss gefasst, die Raiffeisenbankstelle Bad Blumau am 20. Oktober 2017 zu schließen. Dagegen formiert sich seitens des Gemeindevorstands mit Bürgermeister Franz Handler an der Spitze und seitens der Bevölkerung massiver Widerstand. Es wird befürchtet, dass mit dem geplanten Verkauf des Bankgebäudes im Zentrum auch ein baldiger Verlust des einzigen Bankomaten im Ort bevorsteht. Wie Handler - selbst Mitglied des Gremiums - berichtete, sei er über die geplante Vorgehensweise erst in der Sitzung informiert und letztendlich überstimmt worden.
„Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt unserer Raiffeisenbank-Filiale einsetzen. Wir werden diesen Beschluss im stillen Kämmerchen über alle Köpfe hinweg nicht so einfach hinnehmen“, ist für Bürgermeister Franz Handler das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Betroffenheit in der Bevölkerung sei groß, eine Stärkung des ländlichen Raums sehe anders aus, so der Bürgermeister.

Sorge um ältere Bewohner

Keine Bankgeschäfte in Bad Blumau mehr erledigen zu können, führe dazu, dass nicht mobilen Personen und älteren Bürgern die Eigenständigkeit abhanden komme. Raiffeisenbankkunden, ortsansässige Vereine und Wirtschaftstreibende müssten längere Wegstrecken sowie einen höheren Kosten- und Zeitaufwand für die Erledigung ihrer Bankgeschäfte in Kauf nehmen. Hinzu komme, dass er bei der Kürzung der Öffnungszeiten von ganztags auf halbtags zuletzt deshalb zugestimmt habe, um den Fortbestand des Bankenbetriebes in Bad Blumau für die kommenden Jahre gesichert zu wissen.

Unterschriftenaktion

Für die Offenhaltung der Bankstelle wurden mittlerweile rund 1.000 Unterschriften in der Bad Blumauer Bevölkerung gesammelt. Für den Erhalt der Filiale im Thermenkurort mit rund 200.000 Nächtigungen und internationalen Gästen macht sich auch die Tourismusverbandsvorsitzende Maria Perl stark. „Wie sollen unsere Gäste künftig vor Ort zu Bargeld kommen? Aber hier geht es nicht nur um Kundenfreundlichkeit gegenüber den Besuchern sondern auch um die fortschreitende Ausdünnung des ländlichen Raumes", zählen Bank und Geldautomat für die Hotelbesitzerin zum wichtigen Gästeservice und zur grundlegenden Infrastruktureinrichtung.

Fürstenfeld als "Kompetenzzentrum"

Als Grund für die Schließung der Bankfiliale - betroffen ist neben Bad Blumau auch die Filiale in Loipersdorf - nannte Wolfgang Sommer, Direktor der Raiffeisenbank Fürstenfeld, gesetzliche Auflagen, bürokratische Hürden und die Spezialisierung. Beide Banken sollen ab 23. Oktober in ein "Kompetenzzentrum" Fürstenfeld integriert werden, wo Spezialisten sich um die Anliegen der Kunden kümmern. Auch das Vieraugen-Prinzip könne in einer Bankstelle mit einer Mitarbeiterin nicht gewährleistet werden. "In beiden Gemeinden bleibt der Bankomat für die Bargeldversorgung aufrecht", verspricht Sommer.
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