16.11.2017, 09:56 Uhr

Knappenturm erinnert an den Kohleabbau

Die Ilzer Knappschaft mit Bergfrau Christiane Spener am Aufgang des neuen Turms in Kleegraben. (Foto: WOCHE)

Ein Aussichtsturm als Symbol der langen Bergbautradition bis 1964 ragt über die Ilzer Kohlefelder.

Die Marktgemeinde Ilz blickt auf eine 200-jährige Bergbaugeschichte zurück. Der letzte Braunkohle-Abbaustollen wurde 1964 geschlossen. Die Nachfrage nach der Ilzer Braunkohle begann zu sinken, der Trend ging hin zum Heizen mit Öl. Große Kohlefelder erstreckten  sich von den Ortsteilen Reigersberg über Kleegraben bis nach Mutzenfeld. Auch der Einkaufsgutschein der Marktgemeinde, die "Ilzer Kohle", erinnert im übertragenen Sinn noch heute daran, dass der Bergbau ein maßgeblicher Wirtschaftszweig für die Marktgemeinde und die gesamte Region war.
Die legendäre Ilzer Knappschaft führte die Tradition in einem Verein weiter, dessen Obmann Johann Potzmann ebenso wie viele der Mitglieder noch selbst im Bergbau tätig waren. Ihre Bergfrau ist Christiane Spener, die Tochter der letzten Bergwerksbesitzerin.
Jüngere Knappschaftsmitglieder, wie der Ilzer Gemeindekassier Klaus Konrad, der die Entstehung des Knappenturms auch als Projekt  in Hinblick auf touristische Aspekte federführend begleitete, bringen mit ihrer Mitgliedschaft bei den Knappen ihre Wertschätzung gegenüber den Bergleuten und ihrer einst harten Arbeit unter Tag mit gelebter Ilzer Geschichte zum Ausdruck.

Neues Wahrzeichen

Der Knappenturm als neues Ilzer Wahrzeichen beim Weinhof Brunner in Kleegraben wurde mit Unterstützung der Marktgemeinde sowie durch eine Bausteinaktion errichtet. Das Grundstück stellte die Familie Brunner zur Verfügung. 
An der Vorderseite des Knappenturmes befindet sich ein Förderwagen - der Grubenhunt, der einen Stolleneingang symbolisiert. Über eine Treppe auf der Rückseite gelangen Besucher auf die Plattform und überblicken das gesamte Kohlerevier. Eine an der Aussichtswarte angebrachte Karte zeigt die ehemaligen Grubeneingänge und Stollen. Zudem haben Besucher einen herrlichen Ausblick über das gesamte oststeirische Hügelland mit der Riegersburg bis zur Koralpe und nach Rabenwald. Neben dem Ilzer Rosenapfel-Wanderweg sollen in Zukunft auch Kohle-Wanderwege mit verschiedenen Streckenlängen zum Wandern auf historischen Pfaden einladen.

Feierliche Segnung

Die feierliche Segnung des Knappenturms nahm Dechant Pfarrer Peter Rosenberger vor. Beim Festakt begrüßte Johann Potzmann unter den rund 200 Gästen auch Bürgermeister Rupert Fleischhacker und die Vizebürgermeister Karl Turza und August Friedheim, Vertreter des Ilzer Kameradschaftsbundes sowie Delegationen der Rosentaler, Rabenwalder und Arzberger Knappschaften. Der Musikverein Ilz sorgte für die würdige musikalische Umrahmung bei der Eröffnung des öffentlich zugänglichen Turms.

Knappschaft Ilz

Obmann: Johann Potzmann, Bergfrau: Christiane Spener, Tochter der letzten Ilzer Bergwerksbesitzerin
Knappschaftsfahne trägt den Segenspruch "Glück auf"
Bergmannstracht: Schachtmütze, schwarze Hose, Kittel mit 29 goldenen Knöpfen zu Ehren der Hl. Barbara - Schutzpatronin der Bergleute, verstarb mit 29 Jahren.
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