10.02.2017, 15:57 Uhr

"Machen wir unsere Wälder klimafit!"

Bezirkshauptmannschaft und Landesforstdirektion präsentierten den neuen Waldentwicklungsplan von Hartberg-Fürstenfeld.

Bezirkshauptmannschaft und Landesforstdirektion präsentierten den neuen Waldentwicklungsplan für Hartberg-Fürstenfeld.

Knapp 46 Prozent der der Bezirksfläche in Hartberg-Fürstenfeld ist von Wald bedeckt. Dieser erstreckt sich über 184 Katastralgemeinden mit 61.604 Waldparzellen.
Bei 97 Prozent handelt es sich um Privatwald von mehr als 5.000 Waldbesitzern. 265 Waldflächen sind dabei kleiner als 10 Hektar. Doch auch jene haben je nach Leitfunktion eine entscheidende Bedeutung für die Gemeinden des Bezirks - ob als Erholungs-, Wohlfahrts-, Schutz- oder Nutzfunktion. Diese sind im sogenannten Waldentwicklungsplan (WEP) definiert.
In Zusammenarbeit mit der Landesforstdirektion präsentierte die Bezirkshauptmannschaft Hartberg-Fürstenfeld in Anwesenheit von BH Max Wiesenhofer, Kammerobmann Johann Reisinger, Harald Ofner, Geschäftsführer des Waldverbandes Hartberg-Fürstenfeld und dessen Obmann Siegfried Wetzelberger, nun den neuen Waldentwicklungsplan. "Dieser stellt nicht nur den Zustand der Wälder und seiner Wirkung dar, sondern versteht sich auch als hervorragende Sammlung aller waldrelevanter Daten des Bezirks", erklärt Landesforstdirektor Michael Luidold.

Wald in Einklang mit der Gesellschaft bringen

Neu seien die Naturgefahrenhinweiskarte, die Darstellung der sogenannten Lebensraumkorridore zwischen den Wildtierlebensräumen und die übersichtliche Zusammenfassung der Waldverhältnisse für jede Gemeinde, die für die Raumplanung von großer Bedeutung sind. "Wir haben beobachtet, dass vor allem der Wildeinflussauf junge Pflanzen zugenommen hat", berichtet Franz Hippacher vom Forstfachreferat. Von 2012 bis 2015 ist ein Anstieg von 1,6 Prozent im Altbezirk Hartberg und 5,3 Prozent in Fürstenfeld zu verzeichnen. Das wirke sich auch auf den Entwicklungszeitraum der Jungpflanzen und somit auf die Ertragslage aus, betonte Reisinger. "Ziel ist es darum mithilfe der Bevölkerung und Jägerschaft unsere Wälder klimafitter zu machen", so Reisinger.
"Wir haben ein Glück in einer so schönen Region zu leben, sollen das aber nicht als selbstverständlich hinnehmen", betonte Wiesenhofer mit Nachdruck. Das begrenzte Raumangebot Wald müsse mit den steigenden Raumansprüchen der Gesellschaft durch Verkehr, Siedlungen und Co. in Einklang gebracht werden, damit das nachhaltige Bestehen der Wälder und seine Wirkung auch für nachfolgende Generation sichergestellt sei.

Digital einsehbar

Mittels genauer Kartografie und Flächenbeschreibung dienst der WEP nicht nur als Grundlage für forstpolitische Entscheidungen sondern auch als Information für die Öffentlichkeit über Waldverhältnisse. Für jede Funktionsfläche sind Daten wie Größe, Leitfunktion, Beeinträchtigungen und Maßnahmeplanungen auch in einer Datenbank gespeichert. Der WEP liegt in gedruckter Form in der Bezirksforstinspektion Hartberg auf und ist für alle Interessierten auch online jederzeit einsehbar unter www.waldentwicklungsplan.steiermark.at

Daten und Fakten zum Wald in Hartberg-Fürstenfeld

Verteilt auf 184 Katastralgemeinden befinden sich 61.604 Waldparzellen (265 Waldflächen sind kleiner als 10 Hektar). Rund 75 Prozent ist Nadelwald, 25 Prozent Laubwald. 21.500 Hektar befinden sich in fünf Europaschutzgebieten. 97 Prozent ist Privatwald.
Aktuell gibt es 5.000 Waldbesitzer in Hartberg-Fürstenfeld. 265 Quellenschutzgebiete im Wald sichern wertvolles Trinkwasser. Jährlich werden rund 335.000 Erntefestmeter Holz geschlägert.
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