10.04.2017, 07:35 Uhr

Schule trifft Wirtschaft

Die Verantwortlichen für das Projekt "Schule trifft Wirtschaft", das an der Neuen Mittelschule Waldbach durchgeführt wurde. (Foto: KK)

NMS Waldbach übernimmt Verantwortung für die Region.

Die Oststeiermark zählt nach dem Steirischen Zentralraum zur zweitdynamischsten Region in der Steiermark. Problem: Es gibt ein beachtliches Nord-/Südgefälle: allein die Region Joglland hat in den letzten Jahren (1991 bis 2013) 46 Prozent ihrer jungen Bevölkerung verloren. Es zeigt sich, dass vorrangig junge angehende Akademiker, Frauen aber auch Jugendliche in Ausbildung die Region verlassen. Die Folge davon macht sich bereits jetzt in der Region bemerkbar: während in der Steiermark 95 von 1.000 EinwohnerInnen einen Hochschulabschluss haben, sind es in der Oststeiermark nur 56 von 1.000.
Um auf diese Entwicklungen zu reagieren bietet die Neue Mittelschule Waldbach eine umfassende Bildungs- und Berufsorientierung an. Unter dem Motto „Schule trifft Wirtschaft – Eine Schule übernimmt Verantwortung für die Region“ fand für alle SchülerInnen der 3. und 4. Klasse eine Projektwoche zum Thema Bildungs- und Berufsorientierung statt. Die Projektwoche zeigte, wie regionale Zusammenarbeit und Synergienutzung gelingen kann: jeder Projekttag wurde von einer oder mehreren Institutionen gestaltet. Im Fokus stand dabei immer die Region Oststeiermark: Lehre in der Oststeiermark, Stärken- und Schwächenanalyse der Schüler, Kennenlernen der Berufe der Region und vieles mehr brachte den Schülern die heimische Wirtschaft näher.
Den Abschluss der Projektwoche bildete das sogenannte „jobdating“. Rund 10 Firmen aus dem Joglland präsentierten sich und ihre Leistungen in der Veranstaltungshalle Waldbach. Gemeinsam mit den Eltern aller Schüler konnten von den Firmen der Region wertvolle Informationen für eine mögliche Berufsausbildung bzw. Berufsmöglichkeit innerhalb der Region gesammelt werden.
Das Projekt „Schule trifft Wirtschaft – Eine Schule im Zeichen der Region“ stellt einen möglichen ersten Ansatz dar, wie es gelingen kann, auch die Region im Rahmen der Bildungsentscheidung „bewusster“ mitzudenken – schließlich sind Bildungs –und Berufsentscheidungen gerade für von Abwanderung betroffenen Regionen von massiver Bedeutung.
„Durch eine veränderte Bevölkerungsstruktur werden Kinder, Jugendliche und junge Familien zu einem knappen aber wertvollen Gut. Junge Menschen entscheiden selbst ob sie „bleiben“ oder „gehen“. Wo junge Menschen ihren zukünftigen Lebensmittelpunkt wählen ist keine Frage des Schicksals, sondern eine Frage der Optionen“, so Claudia Faustmann, Regionale BBO-Koordination Oststeiermark.
„Gut ausgebildete Fachkräfte und Spezialisten in den heimischen Betrieben sichern den Wirtschaftsstandort, sorgen für hohe Beschäftigung und Lebensqualität und sind somit das beste Mittel gegen Abwanderung“, ist LAbg. Hubert Lang überzeugt.
Langfristig muss es gelingen, eine „Regionale Bildungskette“ aufzubauen, die es jungen Menschen erleichtert, als Spezialisten in der Oststeiermark beruflich Fuß zu fassen bzw. es ihnen ermöglicht, nach universitären Abschlüssen wieder in die Oststeiermark zurück zu kommen. Dazu müssen Eltern und Lehrer/innen als Verbündete der Region Oststeiermark gewinnen, schließlich sind sie maßgeblich an den ersten Bildungsentscheidungen beteiligt. Das Projekt „Schule trifft Wirtschaft“ stellt einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar.
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