30.08.2016, 15:25 Uhr

Stammt die WOCHE/HBZ aus Rio de Janeiro?

DI Herbert Bayer war der erste Geschäftsführer der neu gegründeten HBZ. (Foto: KK)

An der Copacapana in Rio de Janeiro entwickelte sich eine Männerfreundschaft, die besondere Folgen hatte.

Die deutsche Firma WOLF-Garten-Geräte lud ein Flugzeug mit WOLF-Fans im Jänner 1976 nach Rio ein. Die Firma Bayer war doppelt dabei, sowie Walter Kada, der am Hauptplatz in Leibnitz als aufstrebender Unternehmer erfolgreich war. Kada erzählte von Leibnitz, schwärmte von seiner Zeitung, „Leibnitz Aktuell“ und dem Zeitungsmacher Hans Zwangsleitner. Mein lang gehegter Wunsch – wieder ein lokales Werbemedium in Hartberg zu bekommen – führte dazu, dass nach vielen Besprechungen und Zielvorstellungen zwischen Jänner und dem 2. September 1976 mit Hartberger Kaufleuten im Notariat Dr. Karnitschnig die „Hartberger Zeitungsgesellschaft m.b.H.“ aus der Taufe gehoben wurde. Mit der Einzahlung von 2.500 Schilling waren die Firmen Friedrich Fajfar, Karl Kappler, Paul Klingenstein, Johann Kreisel, Josef Kriegsauer, Wolfgang Schönwetter, Heinz Stibor, Josef Werinos, Hans Zwangsleitner und Herbert Bayer dabei. Zwangsleitner, der als erster Chefredakteur große Dienste erwies und Kada wurden nach wenigen Jahren der Zusammenarbeit unerwartet aus unseren Reihen gerissen.

Aus HBZ wird WOCHE

Mit der Gesellschaftsgründung war die Verpflichtung der 10 Gesellschafter verbunden, mindestens 1 Jahr mit Inseraten den wirtschaftlichen Bestand zu sichern, um mit der Einzahlung der Stammanteile den risikoreichen Schritt zu wagen. Alle Freunde dieser Idee wählten Herbert Bayer zum Geschäftsführer, der diesen „Job für ein - zwei Jahre“ annahm. Daraus wurden 25 Jahre ohne Geschäftsführergehalt. Die Firma GartenBayer zahlte dennoch ihre Inserate. Als abschließendes Geschenk finanzierten die Gesellschafter der HBZ 2002 eine Reise nach Australien mit Opernbesuch in Sydney und einem Abstecher nach Hongkong und entschädigten damit Herbert und Otti Bayer in großzügiger Weise für die gemeinsamen 25 Jahre. Sie setzten damit einen Schlusspunkt in die HBZ-Geschichte und eröffneten gleichzeitig eine neue Ära unter dem Titel: WOCHE.

Wochenzeitung

Durch die technische Entwicklung beim Herstellen einer Zeitung, durch den Umbruch vom Blei- zum Lichtsatz, vom Klebeumbruch mit Schere und Klebstoff, von der Schreibmaschine zum Computer und der Vernetzung der Desktops war die HBZ stets an führender Stelle im Bereich der Gratiszeitungen in Österreich zu finden. Fixen und freien Mitarbeitern wurde der Aufstieg in unserer Zeitung ermöglicht. Ein Dankeschön sei allen meinen Freunden, die diese Entwicklung unterstützt haben, entgegengebracht.
In Erinnerung soll gerufen werden, dass die HBZ mit einem monatlichen Erscheinungstermin begann, dann zweimal im Monat und schließlich wöchentlich an alle Haushalte im Bezirk Hartberg und darüber hinaus erging. Heute, im Rückblick, muss hervorgehoben werden, dass trotz enormer Schwierigkeiten, Problemen und den vielen Steinen am Weg, die auch nicht zu vermeiden waren, ein beispielhafter Zusammenhalt der Gesellschafter und die Treue der Inserenten und der Leser half, alle Gräben zu überwinden. Abgerundet soll diese Feststellung dadurch werden, dass 15 Jahre kein einziger Schilling als Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet werden konnte. Wohl aber war der Verkaufspreis an die Styria-Medien AG im Jahr 2001 wie ein warmer Regen spürbar.

Ära geht zu Ende

Es ist mir ein Bedürfnis, einen besonderen Anlass hervorzuheben: UNSERE Waltraud Gotthard, liebevoll WALDI genannt, hat die Zeitung zur vollen und farbenprächtigen Blüte entwickelt. Sie tritt mit Oktober in den wohlverdienten „Unruhestand“, wozu wir ihr ein herzliches DANKE und alles Gute zurufen. Die HBZ konnte mit ihrem Erscheinen 1976 eine Lücke in der medialen Versorgung unserer Region schließen, und damit der gesamten Wirtschaft dienen, nachdem die WECHSELSCHAU von Julius Schönwetter 1921 gegründet, in den ersten Jahren vom Vater Hermann Bayer als Schriftleiter begleitet, 1941 kriegsbedingt eingestellt werden musste. Als Grundlage unseres Vorhabens galt: „Nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. "Eng mit der Entwicklung der ZEITUNG meine WOCHE verbunden, wünschen wir in alle Richtungen ein AD MULTOS ANNOS", Herbert und Otti Bayer.

Text: DI Herbert Bayer

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