15.09.2014, 08:07 Uhr

Steirische Kirche in der Spur von Papst Franziskus

(Foto: Gerhard Gruber)

Über 200 Menschen setzten sich beim "Tag der Region Oststeiermark" am 13. September im Kulturhaus Kaindorf mit den brennenden Themen Nachhaltigkeit und Migration auseinander.

Auf dem Diözesanen Weg der Katholischen Kirche Steiermark sieht sich die Kirche als Zuhörerin und Begleiterin und nicht als Besserwisserin. Offen will sie auf die Fragen, Nöte und Ängste der Menschen zugehen. Als zwei zentrale Themen der Region hat das Regioteam Oststeiermark – gleichsam in der Spur von Papst Franziskus - Schöpfungsverantwortung und Migration herausgefiltert.
Pfarrer Wolfgang Fank und Maria Knöbl stellten ihr Konzept der gelebten Ökologie in Dechantskirchen vor. Diese steirische Dorfpfarre ist in vielerlei Hinsicht österreichweit Vorreiterin für Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit. Folgende Projekte wurden dort bereits realisiert: EMAS-Zertifizierung (Umweltmanagement), zwei pfarrliche Photovoltaikanlagen, Hackschnitzelanlage, Unterstützung zahlreicher Volksbegehren, biologische Landwirtschaft, Umstieg auf Öko-Strom. Der Pfarre gelang es auch das gesamte Dorf und seine Umgebung von der großen Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens zu überzeugen. Pfarrer Fank träumt von einer grünen Diözese. Denn für ihn ist „Schöpfungsverantwortung gelebte Seelsorge“.

„Do g’hör I hin”, wusste schon Gerd Steinbäcker im bekannten Song über die Steiermark. Dies gilt auch für die Menschen aus 56 Nationen, die im oststeirischen Weiz leben. Bernhard Windhaber von der Caritas informierte die Teilnehmenden über die Wahrheit von Asylwerbern, Migranten und Ausländern. Seiner Erfahrung nach haben viele Menschen in Österreich oft ein verfälschtes Bild dieser Begriffe. Was leider oft zu Ausgrenzung und Missverständnissen führt. Die meisten Ausländer kommen aufgrund von Studium, Beruf, Liebe bzw. Heirat nach Österreich. Windhaber: „Man sollte lernen, dass Migranten und Flüchtlinge keine Quoten, sondern Menschen so wie du und ich sind.“ Beispielgebend dafür gaben Florina, Omar und Alex – alle drei mit Migrationshintergrund – Zeugnis für gelungene Integration.

Im modernen Format "Open Space" tauschten sich anschließend Politiker, Wirtschaftstreibende, ehrenamtlich Engagierte, hauptamtliche Mitarbeiter, Interessierte und Vertreter der Diözesanleitung zu kirchlichen und gesellschaftspolitischen Themen aus. Sowohl die Statements als auch das Gespräch miteinander zeigten, dass die Kirche unterwegs ist am diözesanen Weg, der als eines seiner Ziele die Neuausrichtung der Seelsorge in unserer Diözese benennt.

Nach der Andacht mit Generalvikar Heinrich Schnuderl, endete der vielseitige Tag nach katholischem Brauch mit einem gemütlichen Beisammensein und einer steirischen Jause. Organisiert wurde der Tag vom Regioteam Oststeiermark unter der Leitung von Karl Felber und Organisationssekretärin Michaela Fetz.
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