17.09.2014, 11:42 Uhr

Wasser wütete auf den Äckern

Auf den Salatfeldern von Ewald Deimel in Ottendorf wurden 95 Prozent der Ernte vom Hochwasser zerstört. (Foto: LWK)

Große Schäden beklagen Landwirte bei Gemüse und Kürbis in der Region Fürstenfeld. Gefährdet ist auch die Maisernte.

Die massiven Niederschläge der vorangegangenen Wochen und das Hochwasser am zweiten September-Wochenende führten vor allem bei Freiland-Salatkulturen, bei Kürbis und Mais sowie bei Soja zum teilweisen Totalausfall der diesjährigen Ernte in der Region Fürstenfeld. Auch bei den Weintrauben – die Lese steht bevor – sind Qualitätsmängel zu erwarten. Entlang der Ilz und der Rittschein sowie stellenweise an der Feistritz standen die Felder und Wasser, der Salat wurde quasi "ertränkt", Kürbisse einfach von den angestammten Äckern geschwemmt. Beim Mais, dessen Kolben versandet und verschmutzt sind, gibt es ebenfalls große Schäden. Das genaue Ausmaß ist derzeit noch nicht genau abzuschätzen.

Beim Gemüse sind in der Region Fürstenfeld laut Einschätzung der Fürstenfelder Bauernkammerobfrau Friederike Hammerlindl 15 Hektar an Anbauflächen betroffen. Der erhobene Schaden für die Gemüsebauern beträgt in Summe 280.000 Euro. Ein Landwirt aus Nestelbach im Ilztal, dessen Haupteinnahmequelle der Sommer- und Winterchinakohl ist, war im Vorjahr von der Dürre und heuer bei den jüngsten Überflutungen zum dritten Mal vom Hochwasser betroffen. Damit verzeichnet er einen Erntetotalausfall.
Generell gibt es finanzielle Unterstützung aus dem Katastrophenfond in der Höhe von 30 Prozent des Schadens, wovon die verbleibende Ernte noch abgerechnet wird. Auch wenn seitens der Politik rasche Hilfe allerseits bekundet wurde, nimmt die Auszahlung der Gelder, die oft nicht einmal die Anbau- und Arbeitskosten abdeckt, eine geraume Zeit in Anspruch. Aufgrund der erforderlichen Fruchtfolge wird zwar im kommenden Jahr auf anderen Äckern angebaut, aber auch die Errichtung von Berregnungsanlagen, um sich wenigstens gegen eine mögliche Dürre selbst abzusichern, unterliegt wasserrechtlich erheblichen behördlichen Hürden.
Von einem Schaden von 90 Prozent spricht Ewald Deimel, Salatbauer aus Ottendorf an der Rittschein. Seine Freilandsalat-Kultur mit befidnet sich auf einer Anbaufläche von drei Hektar auf einem Feld mit 250 Metern Länge, wovon 200 Meter den Überflutungen zum Opfer fielen. Anbauzeit für den Salat ist von März bis Ende August - die Haupternte geht bis Ende November über die Bühne. Die Ernte kann frühestens Ende September fortgesetzt werden. Somit ist für Deimel, der auf Salat spezialisiert ist, der saisonale Hauptertrag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.
Beim Kürbis sind rund zehn bis 15 Hektar durch das Wegschwemmen der Früchte sowie die zu erwartende Fäulnis zerstört. Allein bei einem Landwirt in Großwilfersdorf sind fünf Hektar Fläche den Wassermassen zum Opfer gefallen. Im Raum Loipersdorf drohen nun die Sojabohnen aufgrund der Überwässerung zu verfaulen.
Wie Hammerlindl berichtet, werden nach Eingang der Schadensmeldungen bei den jeweiligen Gemeindebauern Agrarexperten des Landes die Felder begutachten. Zu den Auszahlungen soll es innerhalb von drei Monaten kommen.
Wir stehen vor dem Problem, dass es schwierig sein wird, die Fruchtfolge laut Agrar- und Umweltplan überhaupt einzuhalten. Das Hochwasser gefährdet die Maisernte und den Anbau des Weizens“, zeigt sich die Kammerobfrau besorgt.
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