24.10.2016, 11:14 Uhr

Zwischen Tradition und Moderne

Die Mischung machts: Hans-Peter Fink, Bettina Fink-Haberl und Mario Haberl setzen auf Tradition und Moderne.

Als Reaktion auf das Gasthaus-Sterben fordert die Wirtschaftskammer bürokratische Lasten zu vereinfachen.

Ernüchternde Bilanz zog die Wirtschaftskammer Steiermark bei einer aktuellen Umfrage unter 250 steirischen Traditions-Gastronomiebetrieben.
Seit 2000 gibt es um 26,2 Prozent weniger Gasthäuser und um 25,6 Prozent weniger Gasthöfe (Gasthäuser mit Zimmern, Anm. d. Red.). Dagegen sind die Betriebsarten Restaurant (+41,5 Prozent) und Kaffeehaus (+21,7 Prozent) erheblich gestiegen. Das belege, dass gerade traditionelle Betriebe in der Gastronomie schwerwiegende Herausforderungen zu bewältigen hätten, betonen die Fachgruppenobleute von Gastronomie und Hotellerie, Barbara Krenn und Hans Spreitzhofer. Alarmierend ist die Tatsache, dass knapp zwei Drittel der Befragten keinen Gastrobetrieb mehr gründen würden. Geschuldet ist dieser Frust hauptsächlich der Bürokratie.


Handeln und Umdenken

Angesichts der Tatsache, dass mehr als 33.000 Menschen in der steirischen Gastronomie und Hotellerie beschäftigt sind, fordert die Wirtschaftskammer zum raschen "Handeln und Umdenken" auf: Nach Allergenverordnung, Nichtraucherschutz und vielen anderen Hürden und Vorschriften – insgesamt sind es gar 75 Prüf- und Dokumentationspflichten, die Wirten auferlegt werden – sollten "die bürokratischen Lasten spürbar reduziert und vereinfacht werden", fordern Krenn und Spreitzhofer. Daneben pochen die Obleute auch auf die Bedeutung der Wirtshäuser für die steirische Kulturlandschaft: Wenn Landwirte von der öffentlichen Hand Förderungen erhielten, weil sie als Landschaftspfleger fungierten, dann solle man dies auch analog für Gastgewerbebetriebe andenken, die als Kommunikationspfleger eine ebenso wichtige Funktion für die Dorfgemeinschaft erfüllen würden, so der Tenor aus der Fachgruppe.

Regionalität am Teller

Ein erfreulicher Punkt der Befragung ist das Thema Regionalität, die von den Gastronomen als "immer wichtiger eingeschätzt wird". Das bestätigt auch Bettina Fink-Haberl. Gemeinsam mit ihrem Bruder Mario Haberl und ihrem Ehemann Hans-Peter Fink leitet die Geschäftsführerin seit 2008 in vierter Generation die Geschicke des Gasthauses Haberl und Fink´s in Walkersdorf. "Uns war es von Anfang an wichtig traditionelle Gasthauskultur und moderne Gastronomie zu verbinden", so Fink-Haberl, die eine gute Basis sowie den Blick über den Tellerrand als bedeutend für eine erfolgreiche Betriebsübernahme sieht. Nach dem Motto "die Mischung machts", ist das dem Traditionsbetrieb gelungen. Denn vom Tagesgeschäft, das vom à la carte Mittagessen über das fünfgängige Abendmenü reicht, bis zu den selbst produzierten Leckereien von Finks Delikatessen, hat man sich ganz der regionalen Küche verschrieben.

Begeisterung als Erfolgsrezept

Ihr Erfolgsrezept sieht Fink-Haberl in der Begeisterung für den Beruf sowie in der Spezialisierung. "Jeder soll das machen, was er gut kann und ihn auszeichnet. Wenn man seine Arbeit gern macht, macht man sie auch gut.
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