10.10.2014, 11:46 Uhr

Liebe StadtpolitikerInnen, Liebe TSV Obleute und Sektionsleiter, Liebe Freunde,

Anbei ein offener Brief an die Stadtpolitik zur Subventionsvergabepraktik in Hartberg. Ersuche auch um Weiterleitung innerhalb eurer Parteien und Vereine.

Lieber Karl, Wolfgang, Lutz, Trixi, Hr. Jeitler, Hr. Fink, etc.!
Mir stellt es die Nackenhaare auf, wenn ich die gestrige Gemeinderatssitzung nachlese.
Zuerst möchte ich Jürgen Rindler gratulieren. Als neuer geschäftsführender Obmann muss er natürlich versuchen die Finanzmisere des TSV Hartberg – Fussball ins Lot zu bringen. Hätte er dieses Problem nicht angesprochen, wäre er ein schlechter Geschäftsmann. Verschuldet haben seine Vorgänger dieses Desaster. Es stellt sich die Frage, ob der alte Vorstand bereits entlastet wurde, denn er haftet natürlich für Fehler die er begangen hat. Die Situation ist im Fussballsport ja nicht neu. Auch die Grazer Clubs wie Sturm und GAK haben entsprechende Konkursverfahren hinter sich gebracht.
Eine andere Geschichte ist die Vorgangsweise einiger Stadtpolitiker.
Hr. Jeitler hat überhaupt gemeint, warum das im Gemeinderat diskutiert werden muss, wo doch der Finanzausschuss eh schon alles besprochen hat. Sehr interessante Auffassung von Demokratie. Bravo...
Lieber Karl, liebe Trixi, die ihr meint das Budget der Nachwuchsarbeit muss zwingend an das Budget der Kampfmannschaft gebunden sein: Kein gut geführter Verein macht das heutzutage noch. Die Zeiten, wo die Nachwuchssubvention direkt in die Gehälter der Kampfmannschaft gehen sind vorbei (außer in Hartberg). Der Fussballverein macht, dank vieler engagierter Trainer und Funktionäre, eine tolle Nachwuchsarbeit und die muss belohnt und gefördert werden. Das Problem liegt an der Schnittstelle zur Kampfmannschaft. Dort gibt aber den jungen Hartberger Spielern niemand das Vertrauen. Seht euch an wo die talentierten Hartberger spielen. In Lafnitz und nicht in Hartberg. Trixi, du weißt das vielleicht nicht, aber Karl, du weißt das genau! Kein Cent von den €200.000.- geht in die Nachwuchsarbeit oder in nachhaltige Strukturentwicklung. Irgendwelche Kicker, die in Hartberg kaum einer kennt, nehmen die Kohle mit nach Hause. Schuld sind aber die Funktionäre, die diesen Kicker das Geld geben, um selbst gut dazustehen. Die Großmannssucht der Funktionäre und die Politik, die dies auch noch belohnt, ist das Problem.
Lieber Lutz, der du meinst, das sollte nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden: „Verdammtnocheinmal, das ist nicht dein Geld, sondern unseres.“
Lieber Wolfgang, ich bin laut deiner Aussage böse, denn ich schreibe, dass der Stadionumbau nur den Funktionären des Fussballvereines zugute kommt. Kein jugendlicher Sportler der Stadt Hartberg hat etwas davon. Der Nachwuchs braucht gute Trainings- und Spielstätten, die wir übrigens haben. Er braucht gute Trainer, die wir auch haben. Er braucht gute Funktionäre, die haben wir in der Nachwuchsspielgemeinschaft auch. Er braucht Vorbilder in der großen Sportwelt wie Neymar oder Messi.....und er braucht eine Perspektive im eigenen Verein durch Sportler, die es aus dem eigenen Nachwuchs in die Kampfmannschaft geschafft haben. Wo sind die?
Lieber Hr. Fink, der Zusammenhalt im gesamten TSV ist in Gefahr und nicht im Fussballverein. Allen Sportvereinen werden 20% der Förderung gekürzt und die Fussballfunktionäre bekommen €200.000.- extra. Der Verein, der nicht mit seinem Geld wirtschaften kann, wird belohnt. Ich frage sie: Was passiert in einer Familie, wenn ein Sohn ohnedies mehr Taschengeld bekommt als die anderen zusammen und dann für seine Unfähigkeit mit dem Geld auszukommen mit noch mehr Geld belohnt wird. Werden die anderen Kinder den Eltern sagen, dass sie das toll finden?
Ich kann den VolleyballerInnen, TischtennisspielerInnen, JudokerInnen, TennisspielerInnen, LangläuferInnen, LeichtathletInnen, RadsportlerInnen, etc. nur raten: „Macht Schulden, was das Zeug hält und geht dann zur Gemeinde – die bügelt das aus“ Eine seriöse Vorgangsweise, die die meisten Hartberger Vereine bisher auszeichnete führt anscheinend nicht zu einer gerechten Verteilung der Mittel.
Cui bono? Wem nutzt die Subvention?
Was wäre passiert, wenn es die Subvention nicht gäbe? Wäre der TSV Fussball ein Insolvenzfall? Ich denke, das wäre eine große Chance für einen Neustart mit neuen Voraussetzungen. Es hätte sich natürlich die Frage nach den Gründen und dem Verschulden der finanziellen Misere gestellt.
Wie hat der TSV Fussball eigentlich das Lizenzierungsverfahren geschafft? Diese Fragen müssen nun nicht behandelt werden und daher wird auch nichts daraus gelernt werden – auch wenn ich Jürgen Rindler für einen kompetenten Funktionär halte. Sein Umfeld wird nun aus den entstandenen Problemen nichts lernen und daher wird er keine Chance haben, die Strukturen des Vereines neu und besser aufzustellen.
Ich wünsche dem TSV Hartberg Fussball mit Obmann Jürgen Rindler alles Gute für die Zukunft. Sorg dafür, dass auch wieder ein paar Hartberger in Hartberg spielen. Ich erinnere mich gerne an die Zeiten als man die tollen Kicker wie Wagenhofer, Kirchsteiger, Schrei, Noll, Gamperl, Schwicker, Koch usw. auch noch in der Stadt Hartberg getroffen hat, wenn das Spiel abgepfiffen und die Kohle ausbezahlt war.
Es grüßt ein wütender Steuerzahler, Wähler, Vater von 3 Töchtern, die im Tennis-, Volleyball-, Leichtathletik- und HipHop Verein tätig sind, Obmann des TSV Hartberg Jugendsport (Kinderturnen), Sportler, Trainer und Sportwissenschafter
Michl Horvath
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