31.01.2018, 14:33 Uhr

Vereine im Oststeirischen Kernland leben ein aktives Miteinander

Die Spieler des SV Dienersdorf, Mannschaft 1b mit zwei somalischen Teammitgliedern Ali Muktar (vorne) und Salem Fareh (hinten). (Foto: SV Dienersdorf)

Das Pilotprojekt "Integration in der Region" hilft Flüchtlingen sich durch das Mitwirken in lokalen Vereinen besser zu integrieren und Anschluss zu finden.

Rund 160 Asylwerber und 39 Asylberechtigte betreute der Verein SOL (Solidarität, Ökologie, Lebensstil) im Rahmen des zweijährigen Projekts "Integration in der Region" im vergangenen Jahr. Das Ziel: Flüchtlinge mit lokalen Vereinen bekannt zu machen, um sich somit über den Freizeitbereich besser zu integrieren.
"90 Prozent der Flüchtlinge würden nach dem positiven Asylbescheid in Ballungszentren ziehen. Jene, die aber im Ort sozialen Anschluss gefunden haben, würden öfter bleiben", erklärt Gabriele Huterer vom Verein SOL.
"In Einzelgesprächen haben wir besprochen, welche Interessen es gibt. Dann haben wir passende Vereine gesucht, in dem die Flüchtlinge mitwirken konnten", beschreibt Maria Loidl aus Kaindorf, die als eine der vier Teilzeitmitarbeiterinnen des Projekts für den Raum Oststeirisches Kernland verantwortlich ist.

Von Musik bis Sport

Insgesamt 35 Vereine und Organisationen konnten für die Zusammenarbeit gewonnen werden. In Hartberg-Fürstenfeld waren dies unter anderem die Feuerwehren Hartberg, Schildbach und Stubenberg, der TSV Hartberg, der Volleyballclub Hartberg, die Bücherei und das Pflegekompetenzzentrum Kaindorf. Seit einigen Monaten sind im Männergesangsverein Kaindorf ebenfalls zwei Flüchtlinge dabei und singen mit. "Der Anschluss an die heimische Bevölkerung funktioniert so besser, und auch der Verein profitiert von den neuen Mitgliedern", erzählt Franz Krobath vom MGV Kaindorf.


Freiwillige vernetzen sich

Besonders beliebt seien die Fußball- und Sportklubs, so Loidl. Doch dort könne man nicht alle unterbringen. In Greinbach, Grafendorf, Hartberg und Dienersdorf war es aber doch möglich. So auch für Ali Muktar aus Somalia, seit zwei Jahren ist er nun in Österreich, seit dem Sommer spielt er offiziell im Mittelfeld der Mannschaft 1b beim SV Dienersdorf.
Um die Initiative in der Region bekannt zu machen, wurde neben der öffentlichen Veranstaltungen auch eine eigene Homepage und Facebook-Seite eingerichtet. 21 Freiwilligenorganisationen und zahlreiche Einzelpersonen wurden bei sechs Netzwerktreffen im Haus der Frauen vernetzt.
Als Modellprojekt möchte man sich künftig noch stärker in den Regionen vernetzen und auch nach Ende des Projektes am 31.12.2018 auch weiterhin für die Integration und respektvolles Miteinander in der Region tätig sein. 

Hier wird das SOL Projekt "Integration in der Region" durchgeführt:

  • Anger, Ebersdorf, Feistritztal, Floing, Gersdorf, Greinbach, Großsteinbach, Hartl, Hartberg, Hartberg Umgebung, Ilztal, Kaindorf, Pischelsdorf, Pöllau, Pöllauberg, Stubenberg.
  • Alle Infos zum Projekt auf www.nachhaltig.at/integration
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