13.03.2018, 16:10 Uhr

21 Prozent zahlt man in Hartberg-Fürstenfeld fürs Wohnen

21 Prozent des Haushaltseinkommens gaben wir 2017 im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld für Wohnkosten aus. Besonders attraktiv sind eine zentrale Lage und eine gute Infrastruktur.

Knapp ein Viertel ihres Nettoeinkommens geben die Steirer für die Wohnkosten aus. Aber: Der Bezirk ist entscheidend, wie viel Geld tatsächlich ins Haushaltsbudget fließt.

HARTBERG-FÜRSTENFELD. Auch wenn das subjektive Empfinden ein anderes sein mag, so wohnt es sich in der Steiermark österreichweit am günstigsten. Im Schnitt fließen 23 Prozent des steirischen Haushaltseinkommens in die Wohnkosten. Das geht zumindest aus einer aktuellen Erhebung der Immobilienplattform ImmobilienScout24 hervor. Mit dem sogenannten Erschwinglichkeitsindex (EIMX) wird das Verhältnis zwischen der regionalen Kaufkraft pro Haushalt und den Wohnkosten in allen österreichischen Bezirken analysiert.
Die Steiermark ist mit den 23 Prozent das Bundesland mit dem niedrigsten Anteil der Wohnkosten am Haushaltsnettoeinkommen in Österreich, gefolgt vom Burgenland (24 Prozent) und Oberösterreich (27 Prozent).

Wohnkosten steigen

Reallöhne in Österreich seien seit Längerem kaum gestiegen und würden damit dem Anstieg der Wohnkosten nicht standhalten können, erklärt Christian Nowak, Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich.
"Der freie Markt treibt die Mietpreise nach oben", stellt auch der steirische AK-Präsident Josef Pesserl fest. Laut einer Studie von Integral Markt- und Meinungsforschung vom September 2017 muss sich die Hälfte der Befragten einschränken, um sich das Wohnen leisten zu können. "Die Arbeiterkammer schlägt daher ein Maßnahmenbündel vor, das einerseits das Angebot an günstigem Wohnraum erhöht und andererseits Wohnungssuchende vor Preissprüngen schützt", so Pesserl.

Kluft zwischen Stadt und Land

Innerhalb der Steiermark zeigt sich einmal mehr ein Gefälle zwischen dem Grazer Zentralraum und den ländlichen Regionen. Rund um Graz werden 30 Prozent des Einkommens fürs Wohnen investiert, so viel wie sonst nirgends in der Steiermark. Der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld findet sich im Vergleich der steirischen Bezirke im unteren Drittel, an zehnter Stelle. 21 Prozent des Haushaltseinkommens gaben wir 2017 für Wohnkosten aus. Zu 2014 ist das eine Steigerung von drei Prozentpunkten. Im oststeirischen Vergleich: in Weiz liegt man bei 24 Prozent, in der Südoststeiermark bei 22 Prozent.

"Eine gute Infrastruktur wiegt bei Käufern und Mietern oft mehr als ein kleinerer Preis", Franz Jost, Connexa Immobilien.

Soviel kostet das Wohnen im Bezirk

Laut der Erhebung von "Immobilien Scout 24" kostet eine neue Wohnung in Hartberg-Fürstenfeld aktuell durchschnittlich 2.141 Euro pro m². Der Kauf eines gebrauchten Hauses kostete im Schnitt 1.422 Euro pro m². Diese beiden Werte stiegen innerhalb des letzten Jahres um 3,4 Prozentpunkten. "Hier muss man aber betonten, dass die Preise nach Lage und Ausstattung stark variieren", informiert Franz Jost von Connexa Immobilien in Fürstenfeld. Preisgefälle gäbe es auch zwischen urbane Zentrum und Umland. Trotzdem würden bei den Käufern und Mietern eher eine intakte Infrastruktur und eine gute Anbindung bei einer Wohnungssuche gewichtiger wiegen als günstigere Preise.


Wohnkostenanteil nach Bezirken:

  • Graz-Umgebung: 30%, Leibnitz: 29%; Liezen: 27%; Deutschlandsberg: 26%; Weiz: 24%, Voitsberg: 24%; Murau: 23%; Graz: 23%; Südoststeiermark: 22%; Hartberg-Fürstenfeld: 21%; Bruck-Mürzzuschlag: 19%; Leoben: 19%; Murtal: 15%
  • Steiermark-Durchschnitt: 23%

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